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Montag, 4. November 2013

The Thermals

The Thermals / Macky Messer

22.10.13 Bahnhof Langendreer, Bochum

Keine 24 Stunden nach dem Auftritt von Kat Frankie ging es schon wieder in den Bahnhof Langendreer. Der Mann am Einlass stutzte kurz und fragte dann, ob wir bereits gestern da gewesen wären. Als wir dies bestätigten, war er erleichtert, sein Erinnerungsvermögen funktionierte noch einwandfrei.
Zum Zeitpunkt dieses kleinen Alzheimer-Test spielten Macky Messer bereits. Die aus der Asche von Kim Kill Novak hervorgegangene Band schredderte munter vor sich hin, doch die gut anderthalb Songs, die wir noch hörten, reichten nicht für irgendein Urteil aus.

The Thermals

Vor drei Monaten spielten The Thermals - zumindest für mich - als Vorgruppe mal eben Texas Is The Reason in Bremen locker an die Wand. In Bochum hingegen kämpften sie gegen ihr eigenes Erbe. Vor vier Jahren spielten sie zusammen mit Telekinesis ein im wahrsten sinne des Wortes nahezu umwerfendes Konzert, mussten doch während des damaligen Auftritts Backsteine vors Schlagzeug gelegt werden, damit es nicht vom Drummer ins Publikum geprügelt wurde.
Auch diesmal war Schlagzeuger Westin Glass der heimliche Star der Band, sprang immer mal wieder auf, hatte ständig ein unglaublich breites Grinsen im Gesicht und verbreitete einfach gute Laune, während Sänger/Gitarrist Hutch Harris in Bochum etwas grummelig wirkte.


Doch das merkte man ihm nur zwischen den Songs an und wer The Thermals schon einmal live gesehen hat, weiß, dass eh kaum Zeit für lange Ansagen verschwendet wird, sondern Hit auf Hit folgt, an diesem Abend waren es 20 in gut 55 Minuten. Wie schon in Bremen steigerten sie sich dabei zum Ende hin, denn das Viererpack aus St. Rosa And The Swallows, A Pillar Of Salt, Now We Can See und Here's Your Future brachte endlich so richtig Bewegung in das zuvor manchmal etwas verhaltene Publikum.


Nur ein kurzes Overgrown, Overblown! als Zugabe, so wurde am Ende die Spielzeit unter einer Stunde gehalten. Der Auftritt von 2009 wurde nicht getoppt und auch Bremen im Juli war deutlich besser, da die Band es dort zu genießen schien, sich ein Publikum, das in der Mehrzahl nicht wegen ihnen da war, scheinbar mühelos für sich zu gewinnen. Aber nichtsdestotrotz ist ein durchschnittliches Thermals-Konzert immer noch mehr als unterhaltsam, so dass der Abend alles andere als enttäuschend war.

Setlist The Thermals

Setlist:
You Will Find Me
Returning To The Fold
Born To Kill
You Will Be Free
I Might Need You To Kill
An Ear For Baby
How We Know
Faces Stay With Me
The Howl Of The Winds
It's Trivia
Brace And Break
No Culture Icons
Our Love Survives
Where I Stand
The Sunset
I Don't Believe You
St. Rosa And The Swallows
A Pillar Of Salt
Now We Can See
Here's Your Future
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Overgrown, Overblown!

Sonntag, 28. Juli 2013

Texas Is The Reason / The Thermals

Texas Is The Reason / The Thermals

26.07.13 Tower, Bremen

Omas Teich wurde kurzfristig trocken gelegt, das Festival in Ostfriesland wurde zwei Tage vor Beginn wegen finanzieller Schwierigkeiten abgesagt. Was machen eigentlich Bands mit ihrer ungeplanten Freizeit? Texas Is The Reason, zum ersten Mal in Europa auf Tour seit 16 Jahren, wollten sich offensichtlich nicht um einen der wenigen Auftritte vor ihrer erneuten Auflösung bringen lassen und setzten kurzer Hand eine Show im Bremer Tower an und nahmen The Thermals gleich mit, die gerade in Europa einige Konzerte zu ihrem neuen Album Desperate Ground spielten, ehe es im Herbst auf ausgedehnte Tour geht. Und da ich den Freitag zufällig frei hatte und The Thermals kein Konzert in NRW auf ihrem Plan sehen hatten, machte ich mich auf den Weg an die Weser.



Zur Hinfahrt probierte ich erstmals die neue Buslinie City2City aus, die mich um sieben in Bremen ankommen lassen wollte. Da freitags die Autobahnen gerne verstopft sind, hatte der Bus letztlich eine Stunde Verspätung, aber da erst um 20 Uhr Einlass war, passte das noch.  Die Fahrt selber war angenehm, der Bus klimatisiert und mit ausreichend Beinfreiheit. In Bremen hatte es bei 30 Grad gerade geregnet, so dass man direkt aus dem Bus in eine Sauna trat, dass selbst im Tower eine bessere Luft herrschte als draußen, was auch daran lag, dass der kleine Club sich nur langsam füllte, da viele das Kioskbierchen in der Abendhitze vorzogen.

The Thermals

Um Punkt neun begannen daher The Thermals noch vor spärlich gefülltem Haus und rockten los, als wären sie der Headliner. Und war anfangs das Publikum noch verhalten, konnten sie sich der Hitmaschine aus Portland nicht entziehen. Die Setlist bestand aus einem Querschnitt der Diskographie, ein typisches Festival-Set also. Zudem gewannen die Thermals einfach durch ihre "aufdringliche" Art. Zuerst sprang Sänger Hutch Harris samt Gitarre mal kurz vor die Bühne, um die Leute aufzulockern. Später revanchierte sich ein offensichtlich beeindruckter Gast mit einer Runde Pils, die er auf die Bühne stellte. Hutch flößte einen Becher seinem Schlagzeuger ein, der ob des kühlen Getränks scheinbar einen Magenkrampf bekam, sich kurz schüttelte und dann weiter auf sein Schlagzeug eindrosch, das sich dabei ständig um wenige Millimeter gen Bühnenrand verschob, um irgendwann plötzlich, wohl von Hutch inspiriert, ebenfalls ins Publikum zu hüpfen und den edlen Bier-Spender zu umarmen.


Der Riss in Harris' T-Shirt wurde von Minute zu Minute größer und gerade rechtzeitig, bevor das Shirt sich komplett auflöste, war das Set auch schon vorbei. 18 Songs in gut 51 Minuten, im Prinzip ein komplettes, reguläres Konzert ohne Zugaben, das bewies, dass The Thermals einfach jedes Publikum im Sturm erobern können und Lust auf die Tour im Oktober machte.

Setlist The Thermals

Setlist The Thermals:
Forward
Returning To The Fold
It's Trivia
Born To Kill
I Might Need You To Kill
An Ear For Baby
How We Know
Faces Stay With Me
The Sunset
I Don't Believe You
We Were Sick
St. Rosa And The Swallows
A Pillar Of Salt
Now We Can See
Here's Your Future
Born Dead
No Culture Icons
Overgrown, Overblown!


Danach wurde umgebaut für Texas Is The Reason. Die Band gilt als eine der einflussreichsten Emo-Bands überhaupt und hatte sich 1997 nach nur einem Album aufgelöst. Sänger Garrett Klahn blieb danach am aktivsten, spielte u. a. im Samiam-Nebenprojekt Solea und in Atlantic/Pacific, Gitarrist Norm Arenas und Bassist Scott Winegard waren mit Jonah Matranga bei New End Original, während Schlagzeuger Chris Daly später bei Jets To Brazil war. Nach einer Handvoll vereinzelter Reunion-Shows in den USA sind sie nun für gut eine Woche noch einmal in Europa unterwegs. 

Texas Is The Reason

Entsprechend ihrem Kult-Status war der Tower um kurz vor halb elf dann prall gefüllt. als die Instrumental-Klänge von Do You Know Who You Are? ertönten. Danach ging es dann mit Back And To The Left als erstem richtigen Song los. Vor allem Arenas und Winegard hüpften das Set über ausgelassen rum, während Klahn quasi das Emo-Klischee bedienen durfte und neben gerührten Ansagen versprach, jeden einzelnen Song, den sie kennen würden, zu spielen. Die Setlist sah zumindest danach aus. Ob er sein Versprechen tatsächlich gehalten hat, kann ich leider nicht sagen, denn mein Zug zurück ins Ruhrgebiet fuhr zu früh, als dass ich bis zum Ende bleiben konnte. Die gute Stunde, die ich gesehen habe, war es ein gutes Konzert, auch wenn ich für überschwängliche Begeisterung nicht genug Fan bin und mir ehrlich gesagt auch die Lobeshymnen nicht so recht erklären kann. Damals wie heute fand ich Samiam um Längen besser (da passt es, dass Texas Is The Reason auf der gemeinsamen Tour im Mai/Juni 1996 ausgerechnet im Bochumer Zwischenfall, wo ich in dem Jahr Samiam live gesehen hatte, nicht mit am Start waren) und natürlich kann man ihren Sound durchaus bei Bands wie The Get Up Kids raushören, allerdings hatten die dann die deutlich besseren Songs.
Nichtsdestotrotz war es schön, eine Legende live erlebt zu haben, aber das Highlight waren mal wieder The Thermals, die einfach live mal wieder eine Wucht waren und wohl jede Band an die Wand spielen können.

Setlist Texas Is The Reason

Setlist Texas Is The Reason:
Do You Know Who You Are?
Back And To The Left
Johnny On The Spot
Nickel Wound
Every Little Girl's Dream
If It's Here When We Get Back It's Ours
Dressing Cold
When Rock'n'Roll Was Just A Baby
There's No Way I Can Talk Myself Out Of This One Tonight (The Drinking Song)
Something To Forget
The Day's Refrain
The Magic Bullet Theory
Blue Boy
Antique
A Jack With One Eye

Texas Is The Reason

Dienstag, 5. April 2011

The Thermals

The Thermals / The Coathangers

03.04.11 Gebäude 9, Köln

Vor über einem halben Jahr veröffentlichten The Thermals ihr aktuelles Album Personal Life, auf dem sie auch erstmals ruhigere Töne anschlugen und sogar Songs jenseits der Vier-Minuten-Grenze aufnahmen, für ihre Verhältnisse also geradezu Rockopern. Nun hatte man endlich Gelegenheit zu sehen, ob sich auch live etwas geändert hat, oder ob The Thermals immer noch die großartige Partyband sind, als die ich kennen und lieben gelernt habe.
Doch zunächst traten vier weibliche Kleiderbügel auf die Bühne des ausverkauften Gebäude 9. The Coathangers kann man durchaus in den Riot Grrl-Kontext einordnen, manchmal recht simple Garagenmucke, mal etwas softer wie die Vivian Girls, mal mit Sleater-Kinney-Referenzen, vor allem wenn die optisch beeindruckende Schlagzeugerin los röhrte und manchmal auch an den Elektropunk der Goldenen Zitronen erinnernd, wenn das Keyboard im Vordergrund stand. Dazu wurden ab der Hälfte ihres gut 40minütigen Sets wild die Instrumente gewechselt, was eigentlich nach einer unterhaltsamen, abwechlungsreichen Show klingt. Beim Publikum kamen sie auch sehr gut an, nur bei mir nicht, da ich einfach zu sehr vom Gesang genervt war. War das Gebrülle der Drummerin noch halbwegs erträglich, ging das schrille Gekeife und Gekreische (sorry, Gesang kann ich das wirklich nicht nennen) der Gitarristin für meine Ohren gar nicht. Aber den meisten Anwesenden gefiel es offensichtlich und auch die Band schien auf der Bühne großen Spaß zu haben
Nach kurzer Umbaupause begannen dann The Thermals um kurz vor zehn gleich mit Time To Lose von ihrem ersten Album More Parts Per Million und deuteten so gleich an, dass es ein Abend voller Hits werden würde. In den gut 60 Minuten bretterten sie 24 Songs runter, wobei der Schwerpunkt im Gegensatz zur letzten Tour deutlich stärker auf älteren Stücken lag. Und spätestens bei Our Trip waren die Kölner auch richtig aufgetaut und gingen mit, wobei es trotz ausverkauften Hauses angenehm geräumig vor der Bühne war.
Mein persönliches Highlight des Abends war aber Never Listen To Me, bei der Kathys Gesang im Refrain stärker als auf Platte zum Tragen kam und dem Lied einen umwerfenden Pop-Charme verlieh.
Es war ein großartiges Konzert, das viel besser zu dem herrlichen Frühlingswetter des Vortages gepasst hätte als zu diesem trüben, verregneten Sonntag Abend. Aber so haben The Thermals noch einmal die Sonne in die Herzen der Zuschauer zurück gebracht.

Setlist:
Time To Lose
Returning To The Fold
I Don't Believe You
It's Trivia
Brace And Break
We Were Sick
I Let It Go
Our Trip
Every Stitch
Not Like Any Other Feeling
Never Listen To Me
Here's Your Future
I Might Need You To Kill
An Ear For Baby
A Stare Like Yours
Power Lies
Your Love Is So Strong
St. Rosa And The Swallows
How We Know
Overgrown, Overblown
Now We Can See
A Pillar Of Salt
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Back To Gray
No Culture Icons

The Thermals

Sonntag, 5. September 2010

The Thermals (Posted Date: 07 Nov 2009, 10:16)

The Thermals / Telekinesis / The Rosebuds

23.10.09 Bahnhof Langendreer, Bochum

Volles Programm im Bahnhof Langendreer. Zunächst treten The Rosebuds auf, ein folkiges Akkordion/Gitarre-Duo, deren leicht schläfrige Songs durch die sympathische Art der Interpreten wett gemacht werden. Am Ende treten die beiden von den Mikrofonen zurück und bringen das Publikum sogar zum Mitsingen.
Kurz darauf steht der Rosebuds-Gitarrist schon wieder auf der Bühne , um den Bass bei Telekinesis zu spielen. Die wechseln zwischen rockigen Stücken á la Ted Leo und ruhigeren Songs (dabei verlässt dann der Bandkopf Michael Lerner sein Schlagzeug und greift zur Gitarre), packen auch noch ein Teenage Fanclub-Cover mit ins Set und überzeugen vollends.
Die Thermals rockten dann eine gute Stunde das Haus und brachten heftig Bewegung ins Publikum, vor allem bei Krachern wie Here's Your Future. Wer sich gewundert hat, warum Ziegelsteine vor der Bassdrum lagen, bekam dann beim anschleißenden I Might Need You To Kill die Antwort, als diese nachgaben und das Schlagzeug erst einmal vom Podest purzelte. Nach kurzer Reparaturpause gings dann weiter bis zum großen "Ohwaaayooowooo"-Mitsingfinale bei Now We Can See. Noch schnell danach drei zugaben rausgehauen und vorbei war der Spaß.
The Thermals waren und sind einfach grandios.

Setlist (schamlos geklaut vom besten Konzertblog der Welt www.konzerttagebuch.de)
I Let It Go
How We Know
I Called Out Your Name
A Passing Feeling
When I Was Afraid
Here's Your Future
I Might Need You To Kill
I Hold The Sound
Back To Gray
Returning To The Fold
No Culture Icons
Goddamn The Light
Test Pattern
St. Rosa And The Swallows
We Were Sick
A Pillar Of Salt
Now We Can See
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Our Trip
Everything Thermals
It's Trivia