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Donnerstag, 13. September 2012

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 8

The Unwinding Hours / Boy Android

11.09.12 Rote Fabrik, Zürich

Huch, wie schnell doch eine Woche vergeht. Leider stand schon der letzte gemeinsame Abend mit den Unwinding Hours an, denn während die Band noch drei weitere Termine in Düdingen, Metz und London vor sich hatte, würden wir uns nach dem Auftritt in Zürich auf die Heimreise machen.
Aber erst einmal musste das Konzert überhaupt stattfinden, was ja auf Grund des Defekts am Tourbus auf dem Weg nach Heidelberg noch nicht sicher war. Schlagzeuger Jonny Scott hatte sich nachts schon einmal nach den Möglichkeiten erkundigt, per Zug in die Schweiz zu fahren, erwartete er doch dort seine Freundin, die für einen Kurztrip einfliegen wollte. Doch morgens gab er dann Entwarnung, der Van sei repariert. Und auch wir waren erleichtert, als wir das Gefährt bei unserer Ankunft im Hof der Roten Fabrik sahen. Der befürchtete Getriebeschaden war es nicht, nur ein Teil der Elektronik musste ersetzt werden und nun lief er wieder wie am Schnürchen.
Die Rote Fabrik ist ein alter Gebäudekomplex am Ufer des Zürichsees, den wir bereits von einem wunderbaren Konzert aus dem letzten Jahr kannten. Damals war es ein Open Air im Innenhof der alten Fabrik, diesmal fand der Auftritt im Restaurant Ziegel Oh Lac statt.
Auch Boy Android, die nach ihrer Ankunft erst einmal in den See gesprungen waren, zeigten sich erleichtert, dass die Unwinding Hours es in die Schweiz geschafft hatten, nutzten sie doch deren Backline. Wie gewohnt eröffneten sie den Abend und wussten  wie immer vor allem bei den schnelleren Stücken sehr zu gefallen.

The Unwinding Hours

Kurz nach halb elf erklang dann Break zum vorerst letzten Mal für uns. Im Vergleich zu den anderen Konzerten (Hamburg mal ausgenommen) fiel sofort die optische Untermalung positiv auf, denn anstatt des üblichen Rot, dann Grün, dann mal Rot und Grün, um es mit Craigs Dankesworten an den Lichtmenschen auszudrücken, sorgte die Lichtanlage der Roten Fabrik für zusätzliche stimmungsvolle Effekte.
Während The Promised Land erklomm dann Jenny Reeve, die zusammen mit Graeme und Jonny bei Strike The Colours spielt, die Bühne, um so aus ihrem Kurztrip nach Zürich einen Arbeitsurlaub zu machen.


Auch bei Say My Name kurz danach veredelte sie den Refrain mit ihrer Stimme. Danach hatte sie dann zusammen mit Graeme und Iain die Bühne verlassen, doch es konnte nicht planmäßig mit Saimaa weitergehen, da irgendetwas mit Brendans Equipment nicht stimmte und so improvisierte Craig, indem er Traces vorzog. Während seiner Darbietung war aber alles behoben und die Setlist wurde wieder regulär aufgenommen.


.
Um viertel vor zwölf läuteten dann die ersten Takte von Knut das Finale des Konzerts und unserer Tour mit den Unwinding Hours ein und es war ein mehr als würdiger Abschluss. Überhaupt wuchs das Stück im Laufe der Tour zunehmend, wurde immer intensiver und lauter. Auch bei diesem Stück stand Jenny mit auf der Bühne und schaffte durch ihre stimmliche Unterstützung die Gänsehaut, für die in Berlin noch das Publikum gesorgt hatte. Dieses Lied schreit geradezu danach, dass am Ende alles den Text geradezu raubrüllt.

The Unwinding Hours w/ Jenny Reeve

Es war wieder ein herrlicher Trip durch die Lande, auf dem wir viele Bekannte wieder trafen. die die Reise unvergesslich machten.

Am Ende noch eine Randbemerkung zu einer anderen Band. Es gab erstaunlich wenig Rufe nach Aereogramme-Stücken auf dieser Tour, zumal The Unwinding Hours ja auf den Touren zuvor regelmäßig The Art Of Belief als Rausschmeißer gespielt hatten. Die Nachfolgeband scheint sich also beim Publikum etabliert zu haben und man liebt sie zu Recht für ihre eigenen wunderschönen Lieder.
Dennoch stockte uns kurz der Atem, als Iain in Zürich kurz erwähnte, dass es beim anstehenden Auftritt in London beinahe zu einer kleinen Reunion gekommen wäre. Dort werden sie nämlich zusammen mit Lola Colt, der neuen Band von Aereogramme-Drummer Martin Scott spielen. Und da Ex-Bassist Campbell McNeil (inzwischen ja Manager von Iains neuem Projekt Churches) auch anwesend sein sollte, hatten sie sich schon darauf verständigt, gemeinsam ein altes Stück zu spielen. doch zum Leidwesen der Dispos unserer Konten musste Campbell absagen, da er wegen seiner Tätigkeit als Tour-Manager für The Temper Trap und ihrer anstehenden kurzen Europa-Tour verhindert ist. Doch aufgeschoben ist hoffentlich nicht aufgehoben...

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Tightrope
The Promised Land (w/ Jenny Reeve)
Wayward
Say My Name (w/ Jenny Reeve)
Traces
Saimaa
Child
Peaceful Liquid Shell
----------------------------------
The Dogs
Knut (w/ Jenny Reeve)

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 7

The Unwinding Hours / Boy Android

10.09.12 Karltorbahnhof, Heidelberg

Das Tourleben kann ganz schön stressig sein. So twitterte Jonny Scott, Schlagzeuger der Unwinding Hours, in der Nacht nach dem Auftritt in Berlin, dass der Tourbus auf dem Weg zum Hotel in Dessau liegen geblieben, aber doch alles wieder gut sei.
Als wir ausgeschlafen und nach einer angenehmen Zugfahrt am frühen Abend in Heidelberg am schönen Karlstorbahnhof ankamen, stand der Van auch schon im Hof des Clubs, was Jonnys Tweet zu bestätigen schien. Doch kaum hatten wir unser Gepäck am Merchstand deponiert, tauchte Craig auf und bat uns, ihm bei einem Übersetzungsproblem zu helfen. Die Fahrt nach Heidelberg hatte sich nämlich albtraumhaft gestaltet, der Wagen war mehrmals stehen geblieben und fuhr auch nicht mehr mit voller Leistung. Ein Mechaniker maß eben die Elektronik durch und wir sollten bei Kommunikation behilflich sein.
Fazit der Diagnose: ein möglicher Getriebeschaden konnte nicht ausgeschlossen werden, ein Abschleppen in die örtliche Werkstatt war unumgänglich und eine Weiterfahrt stand damit in den Sternen.

The Unwinding Hours
Mit dementsprechend finsterer Miene schlich Craig umher, was nichts Gutes für den Auftritt vermuten ließ. Durch die Dolmetscher-Arbeit hatte ich fast alte Bekannte vernachlässigt, doch das Schwätzchen wurde nachgeholt, weshalb aber Boy Android wieder nur von draußen gehört wurden.
Auf der Bühne merkte man dann aber The Unwinding Hours nichts von dem ganzen Schlamassel an, gewohnt überzeugend spielten sie ihr Set.


Allerdings hatten sie glatt vergessen, Setlisten auf der Bühne auszulegen, so dass sie nach The Promised Land überlegten, welches Stück als nächstes dran sei. Erst ein Stammgast im Publikum wies ihnen den Weg zu Wayward.
Craig eröffnete dann den Zugabenteil mit der Ansage, ruhigere Songs zu spielen, worauf jemand nach Barriers verlangte. Dies sei aber nicht ruhig und zudem von einer anderen band, man sollte sich doch The Dogs wünschen, was dann auch gehorsam jemand rief und Craig augenzwinkernd meinte, dann werde er nun den Wunsch erfüllen.


Nach Traces bedankte Craig sich noch einmal ausführlich beim guten Heidelberger Publikum, dass es an einem Montag Abend erschienen sei (wenn auch nicht so zahlreich wie bei den Konzerten in Köln, Münster und Berlin), denn das wiege den Stress einer Tour mehr als auf und bedeute ihm alles.
Danach ließ er dann bei Knut noch einmal allen Frust ab und auch der Rest der Band ließ das Ende des Liedes noch einmal richtig ausufern.

The Unwinding Hours
In Vertrauen auf die Künste der Heidelberger Automechaniker ging es dann für uns noch nachts weiter nach Zürich, um dort das persönliche Ende der Tour mitzuerleben.

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Tightrope
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Saimaa
Child
Peaceful Liquid Shell
----------------------------------
The Dogs
Traces
Knut

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 6

The Unwinding Hours / Boy Android

09.09.12 Magnet - Berlin

Berlin ist ohne Zweifel auch kulturell die Hauptstadt Die Berlin Music Week endete an diesem Wochenende und so atmete die ganze Stadt Musik. Auf den Dächern Berlins fanden Konzerte statt, in Tempelhof rockte das Berlin Festival und Archive spielten ein Akustik-Set in der Lobby eines Hotels. Dazu herrschte bei meiner Ankunft am Samstag Nachmittag strahlendes Sommerwetter, so dass man an einer der Strandbars an der Spree gemütlich ein Bierchen genoss, während vom Washingtonplatz hinter dem Hauptbahnhof ebenfalls Livemusik klang.
Auch abends auf dem Weg zum Magnet passierte man an der Warschauer Strasse Musikanten, die unter freien Himmel Passanten unterhielten.
Der verwinkelte, dunkle Magnet Club wirkte da noch nicht wie der ideale Ort zum verweilen, doch auf der Suche nach einer Raucherecke entdeckten wir den Biergarten, der daher sofort in Beschlag genommen wurde. Leider ging dies mal wieder auf Kosten Boy Androids, deren Auftritt wir so verpassten.

The Unwinding Hours

Als wir kurz vor zehn zurück ins Innere gingen, war der Konzertraum sehr gut gefüllt, man spürte die Vorfreude auf den Auftritt der Unwinding Hours. Bei denen wirkte Gitarrist Iain Cook auch angespannter als sonst, war doch seine Freundin Leila im Publikum, die zusamen mit Bassist Graemes Frau einen Kurztrip nach Deutschland unternahm.
Der überragende Auftritt abends zuvor in Münster war nicht zu toppen, aber die Band kam nah ran. Endlich konnte man ohne technische Probleme erneut die gleiche Setlist spielen und da das Publikum ähnlich euphorisch war wie in Münster, übertrug sich dies auch auf die Performance der Band. Leider war ein Zuschauer besonders euphorisch und zeigte seine Begeisterung durch lautes Mitsingen bei fast jedem Lied, was vor allem bei den ruhigeren Stücken wie Child doch ziemlich störend war, zumal er nicht nur für die um Ihn Stehenden Craigs Gesang übertönte, sondern ihm natürlich stimmlich unterlegen war.


Ganz ohne Panne verlief der Auftritt auch nicht, denn bei The Dogs verspielte sich Keyboarder Brendan und brachte Craig damit zum Lachen und damit kurz aus dem Konzept, doch fing er sich schnell und brachte das Lied gewohnt stimmungsvoll zu Ende.
Knut beendete das Konzert und wurde mit einer Vehemenz vorgetragen, die alle umwarf. Nie zuvor habe ich bei einem Konzert der Unwinding Hours Leute die Fäuste in die Luft recken sehen, die dabei das Mantra "If we can, we will, we must get out" laut mirgröhlten. Aber es war die absolut passende Reaktion auf die unglaubliche Wucht, mit der das Stück den Club geradezu in seine Einzelteile zerlegte, ein grandioses Finale eines sehr guten Auftritts.

The Unwinding Hours

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Tightrope
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Saimaa
Child
Peaceful Liquid Shell
---------------------------------
The Dogs
Traces
Knut

Sonntag, 9. September 2012

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 5

The Unwinding Hours / Boy Android

08.09.12 Gleis 22, Münster

Die Lieblingsband an einem Samstag Abend im Lieblingsclub, kann da irgendwas schief gehen? Um es vorweg zu nehmen, es war ein grandioses Konzert, bislang das beste der Tour.
Doch zunächst noch ein paar warme Worte ans Gleis 22. Im November 1993 war ich das erste Mal in dem Gebäude an der Hafenstraße, damals fanden die Konzerte noch ein Stockwerk höher statt. Es spielten die Devil Dogs mit den noch völlig unbekannten New Bomb Turks als Vorgruppe und es war so ein wilder Abend, dass um halb zwei die Polizei wegen Beschwerden der Anwohner vor der Tür stand und der Auftritt etwas vorzeitig beendet werden musste. Seitdem habe ich 70 Shows vor Ort miterlebt und war eigentlich nie enttäuscht. Der Sound ist zwar bei lauten Shows manchmal etwas mau, aber die eigentlich immer gute Atmosphäre wiegt das mehr als auf. In diesem Monat feiert das Gleis 22 seinen 25. Geburtstag und da gratuliere ich natürlich auch von Herzen.
Wie immer eröffneten Boy Android den Abend, diesmal wieder gewohnt pünktlich um neun und spielten ein solides, wenn auch leicht müdes Set, weil Schlagzeuger Benni Geburtstag hatte und den Abend zuvor in Köln heftig reingefeiert wurde, Das Gleis war schon gut gefüllt und sang ihm auch brav ein Ständchen. Inzwischen habe ich mich in die Lieder reingehört und muss sagen, dass sie mir am besten gefallen, wenn sie ihre schnelleren Stücke spielen, weshalb auch ihre abendliche Schlussnummer Golden Lights bislang mein Favorit ist.

The Unwinding Hours
The Unwinding Hours spielten dann vor sehr gut gefülltem Haus das Set, wie es eigentlich schon ab Hamburg stehen sollte, aber die beiden Abende zuvor aus technischen Gründen nie geklappt hatte. Tightrope wurde unter die neuen Stücke von Afterlives gemischt und Saimaa rückte dafür nach hinten. Dabei wirkte alles druckvoller als noch am Abend zuvor, besonders Say My Name klang an diesem Abend wie aus einem Guss. Danach hatte Iain schon die Bühne verlassen, während Bassist Graeme seinen Abgang verpasste und erst nach einem verdutzten Blick von Craig eilig den Backstage-Raum aufsuchte. Bei Saimaa hatten die beiden nämlich eine Pause, während die übrigen drei auch hier die bislang schönste Version der Tour ablieferten.


Danach ging es planmäßig weiter und die lautstark geforderte Zugabe gab es auch wie gewohnt . Bei Traces gelang dann Craig ein besonders schöner Loop mit einem Echolot-artigen Ton, der quasi als Rhythmus fungierte und auch hier für die beste Fassung der Tour sorgte.


Nach dem Finale mit Knut setzte erneut minutenlanger Beifall ein, eine weitere Zugabe blieb aber aus. Nichtsdestotrotz übertraf die Show sogar den bislang besten Abend in Dresden, was nicht zuletzt am Gleis 22 lag, weil in dem kleinen Laden mit seiner niedrigen Bühne einfach eine intimere und bessere Atmosphäre herrschte als in dem doch etwas großen Beatpol.

The Unwinding Hours

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Tightrope
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Saimaa
Child
Peaceful Liquid Shell
--------------------------------
The Dogs
Traces
Knut

Zum Abschluss noch eine kurzer Hinweis für die Freunde des Merchandise. Wärmstens sei natürlich die neue Tour EP empfohlen, die diesmal sechs Stücke enthält, darunter vier komplett neue, bislang unveröffentlichte Songs sowie Isaac, das bislang nur als B-Seite der digitalen Single Wayward erhältlich war und zudem The Promised Land vom Album in einer Akustikversion enthält.
Die Vinyl-Freunde, die sich die Afterlives auf einem der noch anstehenden Konzerte holen wollten, müssen leider auf den Mailorder ihres Vertrauens ausweichen, denn in Münster gingen bereits die letzten Exemplare über den Tisch, was natürlich auch am äußerst attraktiven jungen Schotten am Merch-Stand liegen mag, der zudem die Kundschaft mit seinen (zwar ausbaufähigen) Deutsch überrascht.

John Speirs, Herrscher über die Tourkasse

Samstag, 8. September 2012

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 4

The Unwinding Hours / Boy Android

07.09.12 Luxor, Köln

Freitag Abend in Köln, für Nicht-Urlauber wurde also das Wochenende eingeläutet. Da möchte man doch gerne mal ausgehen und die Nacht zum Tag machen. Allerdings sollte man dann nicht unbedingt ein Konzert im Luxor wählen, denn das ist an Wochenenden nur was für Frühaufsteher.
Gegen halb acht kamen wir am Luxor an, es herrschte noch kein Andrang von Menschenmassen am Eingang, die Türsteher hatten sogar noch Zeit, sich über einen auf dem Bürgersteig hockenden Penner lustig zu machen, wie man es von so herzensguten Menschen halt erwarten würde.
Aus dem Club klang bereits Musik von Boy Android, ich hielt es noch für den Soundcheck, denn laut Website sollten sie erst um acht beginnen. Als mich der Harndrang dann ins Innere trieb, stellte ich fest, dass es bereits ihr Auftritt war, vor einer sehr überschaubaren Anzahl an Leuten, die wohl mehr zufällig bereits früh genug im Luxor aufgelaufen waren.

The Unwinding Hours

Um halb neun bereits betraten dann The Unwinding Hours die Bühne und begannen wie gewohnt mit Break. Der im Luxor sehr gerne matschige Sound ging sogar, nur die Bühnenbeleuchtung war, gerade im Vergleich zum Vorabend in Hamburg, sehr spärlich. Inzwischen waren auch noch reichlich Besucher erschienen, so dass das Luxor gut gefüllt war. Leider musste Saimaa diesmal entfallen, da nach Craigs Ansage ein dafür benötigtes Teil des Equipments kaputt sei. Auf Grund des wegen der anschließenden Reggae-Nacht angesetzten frühen Endes wurde dafür auch kein Ersatztitel ins Programm genommen.
Aber die gewohnten Zugaben wurden gespielt, wobei bei The Dogs die gerade auf Konzerten in Köln sehr verbreitete Spezies von Menschen, die so wichtige Dinge zu erzählen haben, dass sie sich davon auch nicht durch eine musizierende Band stören lassen, unangenehm in Erscheinung trat, so dass Soundmann Gal reagierte und Craigs Mikro noch eine Spur aufdrehte, damit er gegen das Gelaber ankam.


Bei Traces spielte Craig dann wieder rum, verwarf den ersten Loop und begann noch einmal von vorne. Mit Knut endete dann das Konzert zu einer Uhrzeit, zu der die Band bislang bei den anderen Auftritten noch nicht einmal begonnen hatte.
Nichtsdestotrotz war es eine gute Show, denn inzwischen ist die Band im Fluss, vor allem The Right To Know wird immer hypnotischer und bleibt bislang mein Favorit auf der Setlist.

The Unwinding Hours

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Tightrope
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Child
Peaceful Liquid Shell
---------------------------------
The Dogs
Traces
Knut

Freitag, 7. September 2012

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 3

The Unwinding Hours / Boy Android

06.09.12 Knust, Hamburg

Keine Atempause, bis das die Tour vollbracht... Nun ja, es ist ja kein Jahr, sondern nur eine Woche, deren dritter Abend von Dresden nach Hamburg ins Knust führte. Der Laden im Herzen St. Paulis ließ auch gleich das Herz von John, dem Merch-Mann der Band, höher schlagen, ist er doch bekennender Celtic- und Manchester City-Fan und erfreute sich an den vielen grün-weißen Trikots über der Theke. Eine solch abstruse Kombination habe ich als Rangers- und Arsenal-Fan ja noch nicht erlebt.
Boy Android begannen wieder und schienen erneut das Publikum zu überzeugen, auch wenn es nach dem dritten Hören bei mir immer noch nicht so richtig gezündet hat, da mir immer noch die eigene Note bei der Musik etwas fehlt.

The Unwinding Hours
Es gibt ja Abende, da läuft einfach alles schief. Für The Unwinding Hors schien dies so einer zu sein. Direkt im Opener Break riss Craig eine Saite seiner Gitarre.und in der Folge schien es immer wieder Probleme mit dem Sound auf der Bühne zu geben, wie man an den Konversationen während des Sets mit Soundmann Gal entnehmen konnte. Vor der Bühne war der Klang allerdings ok, wenn auch teilweise etwas zu laut, so dass Craigs Gesang manchmal unterging.
Überraschenderweise rückte Tightrope einige Positionen nach vorne, wurde auch von Craig angekündigt, dass man eine neue Setlist ausprobieren wolle, doch blieb der Platztausch mit Saimaa zunächst die einzige Änderung. Man merkte aber an, dass Craig sehr angespannt war, weil auf der Bühne nicht alles rund lief. Als er dann schon Peaceful Liquid Shell angekündigt hatte, versagte der Computer von Keyboarder Brendan seinen Dienst und es musste improvisiert werden. Während Iain und Brendan am Rechner tüftelten, zog Craig Traces vor, schien hierbei auf Nummer Sicher gehen zu wollen und spielte es fast wie in Dresden am Abend zuvor.


Danach gehorchte dann die Elektronik wieder und das reguläre Set konnte zu Ende gebracht werden.
The Dogs als erste Zugabe wurde dann leider vom Thekenpersonal gestört, die ausgerechnet während des so intimen, ruhigen Liedes ihre Bierkästen lautstark hin und her räumen mussten. Craig schien noch ein weiteres Solo-Stück spielen zu wollen, doch die Band war schon wieder auf die Bühne gekommen, so dass es dann nur noch Knut als Finale gab, dafür aber besonders laut und intensiv, als wolle er Frust abbauen.

The Unwinding Hours

Zur Zugabe hatte Craig sich mit den Worten bedankt, dass er überrascht sei, dass das Publikum mehr wolle, obwohl doch so einiges schief gelaufen sei. Aber die Show war auch weit davon entfernt, misslungen zu sein, hatte halt nur kleine Schönheitsfehler.

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Tightrope
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Saimaa
Child
Traces
Peaceful Liquid Shell
------------------------------------
The Dogs
Knut

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 2

The Unwinding Hours / Boy Android

05.09.12 Beatpol, Dresden

Sechs Stunden Zugfahrt von München nach Dresden und schon stehe ich vor dem Beatpol, in dem The Unwinding Hours auch auf ihrer letzten Tour spielten.
Wie am Abend zuvor begannen Boy Android pünktlich um 21 Uhr und kamen sehr gut an, der Tanzende-Mädchen-Faktor war deutlich höher als in München.
Ebenfalls wieder pünktlich um zehn begannen The Unwinding Hours. Das Set war das gleiche wie 24 Stunden zuvor, aber die Reaktion war deutlich euphorischer. Während die Münchner leicht reserviert blieben, machten die Dresdner aus ihrer Begeisterung keinen Hehl.

The Unwinding Hours
Wie auch bei den Touren zuvor fiel sehr auf, wie sehr gerade bei den ruhigen Stücken die Leute andächtig zuhörten. Und selbst wenn mal jemand mit seinem Nachbar quatschte, wurde er höflich, aber bestimmt zur Ruhe ermahnt.
Wie angekündigt, geriet Traces etwas anders als in München. am Abend zuvor war Craig mit seinen Effekten nicht ganz zufrieden, sie klangen ihm zu sehr nach einem Beat, daher erzeugte er dieses Mal eher eine Basslinie, um die er herum spielte.


Nach Knut wäre eigentlich Schluss gewesen, doch das Dresdner Publikum zeigte sich so lautstark und euphorisch, dass Craig noch einmal für zwei Solo-Stücke auf die Bühne kam. Er entschied sich, als erstes Burning River zu spielen, kündigte aber an, dass er nicht sicher sei, ob er es unfallfrei über die Bühne bringen würde, was ihm auch prompt misslang. Aber das Lied ist einfach so toll, dass selbst ein kleiner Aussetzer es nicht verhunzen kann.


Danach folgte noch Let You Down, ebenfalls von der ersten Tour EP.
Wegen der langen An- und Heimreise war Dresden eigentlich das Konzert der Tour, auf das ich mich eigentlich am wenigsten gefreut hatte, doch der Auftritt überzeugte und setzte so ein frühes Highlight, das die anderen Städte erst einmal toppen müssen.

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Saimaa
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Tightrope
Child
Peaceful Liquid Shell
---------------------------
The Dogs
Traces
Knut
---------------------------
Burning River
Let You Down

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 1

The Unwinding Hours / Boy Android

04.09.12 Kranhalle, München

Es ist wieder soweit, The Unwinding Hours haben mit Afterlives ihr zweites Album veröffentlicht und gehen auf große Europa-Tournee, d. h. eine Handvoll Auftritte im benachbarten Ausland, ansonsten wird Deutschland bereist.
Ständiger Begleiter auf der Tour sind Boy Android aus München, die im Juni ihr Album Walk / Run / Flee auf den Markt warfen und deren Musik gerne mit Nada Surf oder Slut verglichen wird, straighte Indie-Rock bis -Pop-Songs, die gefällig klingen, ohne allerdings direkt im Ohr kleben zu bleiben.
Für The Unwinding Hours begann die Tour durchaus anstrengend. Nach ihrem Auftritt im Stereo am Samstag machte sich die Band mit ihrem Van auf den langen Weg nach München, wo sie Dienstag mittag ankamen. Nur Bassist Iain Cook wählte den bequemen Flieger, da er daheim noch eifrig am ersten Album seines Nebenprojektes Churches arbeitete. So verpasste ich die Band am Münchner Flughafen nur knapp, denn auch ich wählte den Luftweg zur Anreise (billiger gings nicht) und traf zwei Stunden vor Iain ein.
Pünktlich um 21 Uhr begannen Boy Android, die beim ersten Hören noch nicht so richtig zündeten. aber das will nichts heißen, denn so ging es mir bei Instrument, dem Dauer-Support der letzten Tour, auch und irgendwann zündete es dann so richtig. Das kann bei den vier Münchnern auch noch passieren.
Während danach die Hours ihr Equipment aufbauten, verstummte auf einmal die Pausenmusik und sofort wurde es mucksmäuschenstill in der schicken Kranhalle, die zum Feierwerk-Komplex gehört. Die Band schaute leicht irritiert, bis Craig sagte, dass es noch nicht so weit sei.

The Unwinding Hours
Um zehn ging es dann mit Break los. Die ersten sieben Stücke von Afterlives wurden am Stück gespielt. Dabei stach vor allem The Right To Know heraus, bei dem auf Gitarren verzichtet wurde. stattdessen stand Iain am zweiten Keyboard und bediente auch noch ein kleines Schlagzeug. The Promised Land überzeugte wie schon Wochen zuvor in Glasgow, erneut mit Graeme am Keyboard statt am Bass.
Nach den sieben neuen Stücken folgten dann noch drei vom ersten Album mit Peaceful Liquid Shell als fulminantem Schluss.

The Unwinding Hours
Die gut 200 Anwesenden forderten eine Zugabe und bekamen sie auch. Wie schon bei der letzten Tour schlug Craig hierbei zunächst ruhige Töne an, bei The Dogs noch von Brendan am Keyboard unterstützt, bei Traces dann komplett solo. Hierbei spielte er mit den Effektgeräten herum und spielte dann auf einem Loop das Lied.
Später bei einem Gläschen Caol Ila sagte er mir, dass er dabei immer etwas experimentieren wolle, so dass das Lied vermutlich jeden Abend etwas anders klingen würde. Ich werde daher versuchen, die folgenden Versionen zu filmen, um so die Vergleichsmöglichkeit zu bieten.
Den Schlusspunkt setzte dann wieder die gesamte Band mit Knut, zwar nicht so imposant wie The Final Hour, aber immer noch majestätisch genug, um ein würdiger Rausschmeißer zu sein.

The Unwinding Hours
Die Band war auf jeden Fall mit dem Auftakt zufrieden, insbesondere mit dem guten Sound in der Kranhalle.

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Saimaa
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Tightrope
Child
Peaceful Liquid Shell
----------------------------------
The Dogs
Traces
Knut

Donnerstag, 26. Juli 2012

The Unwinding Hours

The Unwinding Hours / United Fruit / Olympic Swimmers / Dead Electric

23.07.12 King Tut's, Glasgow

Vor ziemlich genau einem Jahr hatten The Unwinding Hours ihre bis dato letzte Show in Zürich gespielt. Danach war es ruhig geworden, ein neues Album wurde nämlich aufgenommen, das auf den Namen Afterlives hört und Mitte August erscheinen wird. Dieser Auftritt in Glasgow war somit die erste Gelegenheit, das neue Material live zu hören.
Wer dem deutschen Sintflut-Sommer entfliehen will, sollte andere Reiseziele als Schottland wählen, denn auch dort regnete es den ganzen Tag aus Kübeln, so dass wir es vorzogen, statt etwas Sightseeing zu betreiben lieber trocken im Kino zu sitzen und The Dark Knight Rises anzuschauen. Als Einstimmung auf das Konzert war das aber nicht gedacht, denn schon die zwei neuen Stücke, die bereits während der letzten Tour gespielt wurden, offenbarten eine leichtere Seite der ansonsten durchaus schwermütigen Songs von Craig B.
Eröffnet wurde der Abend von Dead Electric, die gefälligen Indie-Sound präsentierten, der nett vor sich hin plätscherte, ohne allerdings wirklich hängen zu bleiben.

Olympic Swimmers
Danach kamen dann die Olympic Swimmers, die eigentliche Hauptband von Bassist Graeme Smillie und Drummer Jonny Scott von den Unwinding Hours. Sie haben Anfang Juni endlich ihr erstes Album No Flags Will Fly veröffentlicht und damit sicherlich eines der schönsten dieses Jahres. Vor allem Sängerin Susie Smillie (Graemes Frau) jagte einem eine Gänsehaut über den Rücken und sie schaffte es, dies live sogar noch zu verstärken, da sie ihre Songs durchlebte, allerdings auf eine unprätentiöse, einfach nur ergreifende Art. Zudem spielte die Band unglaublich druckvoll, dass man zunächst befürchten musste, sie kommt gegen die Instrumente nicht an, doch der Mischer drehte etwas an den Knöpfchen und danach passte alles. Wer bei Where It Snows keine feuchten Augen bekam, kann kein guter Mensch sein, dermaßen ergreifend war der Vortrag, während Father Said so gewaltig endete, dass man die enge Verbundenheit der Band zu den Unwinding Hours deutlich heraushörte.
Bei den Verpflichtungen der einzelnen Mitglieder ist es leider fraglich, ob sie irgendwann mal durch Deutschland touren werden, stattdessen sollte sich daher jeder vorsichtshalber das Album zulegen.


Doch selbst dieser grandiose Auftritt war noch nicht das Highlight, denn danach kamen ja The Unwinding Hours. Als Einstimmung wurde Knut gespielt und man merkte sofort, dass die Band Bock hatte, nach so langer Zeit mal wieder live aufzutreten. Craig kündigte an, dass sie danach vor allem neue Stücke spielen würden und ließ Break folgen, eine straighte Uptempo-Nummer mit einer schönen Keyboard-Melodie. Wayward und Say My Name waren von der letzten Tour schon bekannt, vor allem ersteres rockte das Haus mit seinem großen Finale. Das von einem Finnland-Urlaub Craigs beeinflusste Saimaa gehörte zu den ruhigen Stücken (ähnlich wie Traces vom ersten Album) und hier war zum einzigen Mal das Publikum störend, denn die Gespräche aus dem Nebenraum, wo sich die Theke befand, klangen doch unangenehm rüber.

The Unwinding Hours

The Promised Land, neben Wayward bislang mein Favorit von Afterlives, gefiel mit seinem an Peaceful Liquid Shell erinnernden Rhythmus und brachte das zweite Keyboard auf der Bühne zum Einsatz. Denn das ist neben den eingängigen Uptempo-Songs die zweite Neuerung im Sound, dass manche Songs (vor allem das an diesem Abend leider nicht gespielte Skin On Skin) deutlich Synthie-lastiger sind, ohne natürlich die für Craig so typischen Songstrukturen und Melodien zu verlassen.


Zur Zugabe bat Craig um etwas Ruhe und dankenswerterweise hielt sich das Publikum bei The Dogs auch daran, so dass bei diesem ebenfalls sehr ruhigen Song kein störendes Gelaber auftrat. Das schon auf den letzten Touren als Live-Favorit herauskristallisierte Peaceful Liquid Shell beendete dann den Auftritt furios, als ob etwas von der Energie des sonstigen Rausschmeißers The Final Hour hier mit eingeflossen wäre. The Unwinding Hours sind zurück, Gott sei Dank.

Setlist:
Knut
Break
I've Loved You For So Long
Wayward
The Promised Land
Child
Saimaa
Say My Name
Tightrope
---------------------------------
The Dogs
Peaceful Liquid Shell

United Fruit
Als man danach den im ersten Stock gelegenen Konzertsaal des King Tut's verließ, erwartete einen in der Bar übrigens noch ein Überraschungsgast. Die Glasgower Noiserock-Band United Fruit spielte dort noch ein kurzes Set und gewann uns sofort als Freunde, denn trotz deutlich rauszuhörender Einflüsse wie The Jesus Lizard oder Shellac bollerten sie nicht nur vor sich hin, sondern verpackten ihre wilden Gitarren in unglaublich eingängige Melodien, die sofort ins Ohr gingen. Wie bei den Olympic Swimmer sei auch hier der Kauf des Albums empfohlen.

Glasgow war trotz schlechten Wetters wie immer eine Reise wert und machte Lust auf die Anfang September stattfindende Deutschland-Tour der Unwinding Hours, zu der es dann wieder ein Tourtagebuch geben wird.

Sonntag, 17. Juli 2011

The Unwinding Hours - Sommertour, Teil 2

This Will Destroy You / The Unwinding Hours

16.07.11 Rote Fabrik, Zürich

Wer kennt nicht die Szene aus Asterix bei den Schweizern, wo alle bei der Orgie "In den See mit ihm!" rufen. Es war zwar nicht direkt eine Orgie mit Käsefondue, aber zu einem ähnlichen Anlass ging es mit der Bahn nach Zürich. Nach siebeneinhalb Stunden Zugfahrt erwartete uns ein herrlicher Sommertag und mein erstes Konzert auf Schweizer Boden in der Roten Fabrik.
Das soziokulturelle Zentrum ist auf einem abgewrackten Fabrikgelände direkt am See gelegen und in einem kleinen Bereich direkt am Ufer spielten abends This Will Destroy You und The Unwinding Hours.
Da Craig in Weinheim darauf hingewiesen hatte, dass sie zuerst spielen würden, waren wir so rechtzeitig am Gelände, dass wir noch den Soundcheck mitbekamen und dort schon ahnen konnten, dass der Sound gigantisch sein würde. Zudem hatten wir so die Chance, Michael McDonalds What A Fool Believes, das von der Band nach dem Ende der Auftritte als musikalischer Rausschmeißer vom Band verwendet wurde, in einem kurzen Jam von Brendan, Graeme und Johnny zu hören, wie überhaupt gerne Klassikerriffs zitiert wurden, z. B. von Slayer oder sogar At The Drive-In. Wenn die komplette Band spielte, wurde allerdings immer Peaceful Liquid Shell genommen, weil es scheinbar perfekt die ganze instrumentale und klangtechnische  Bandbreite der Unwinding Hours repräsentiert.

The Unwinding Hours beim Soundcheck
(danke an Petra für das Foto)
Der Konzerttermin an einem sonnigen Samstag Abend kam wohl vielen gelegen und so war das kleine Areal später dann sehr gut gefüllt mit geschätzten 350 Zuschauern. Gegen 20:15 ging es dann mit Knut los und man merkte der Band sofort an, dass sie entspannt und gut gelaunt war und vor Spielfreude nur so strotzte. Der Sound war glasklar und es war sehr, sehr laut, allerdings ohne an die Schmerzgrenze zu gehen, nur Graemes Bass überdeckte in manchen Passagen Craigs Gesang.

The Unwinding Hours
Da die Band nur das Vorprogramm bestritt, war das Set um die Zugabe gekürzt, aber zum Glück wurde das neue Stück mit dem Arbeitstitel Say My Name doch gespielt und gefiel auch beim zweiten Hören sehr gut.
Mit einsetzender Dämmerung wurde der Auftritt dann auch vom Licht atmosphärisch untermalt, was insbesondere beim Finale des gut einstündigen Sets mit The Final Hour wunderbar passte, zumal es eine der besten, weil dynamischsten Versionen war, die ich von ihnen gehört habe.

The Unwinding Hours
This Will Destroy You beendeten dann danach ihre gut zweimonatige Europatournee. Ihre Instrumentalmusik passt perfekt in das Postrock-Genre und leider auch zu allem, was ich daran nicht mag. So wechselten sich atmosphärische Ambient-Passagen mit brachialen Gitarrenwänden á la Mogwai ab, aber das Ganze in einer vorhersehbaren und letztlich so wenig Spannung oder Dynamik verbreitenden Weise, dass sich recht schnell Langeweile breit machte. Auch machte die Band keinen besonders motivierten Eindruck, in der einzigen Kommunikation mit dem Publikum wies sie auch noch einmal darauf hin, wie müde sie doch von der Tour seien und man hatte wirklich den Eindruck, dass sie schnellstmöglich nach Hause wollten. Und so verließen sie nach gut 50 Minuten grußlos die Bühne und sofort wurde laute, unpassende Musik vom Band eingespielt, ohne den Zuschauern überhaupt die Chance zu geben, nach einer Zugabe zu verlangen.

This Will Destroy You
Um so angenehmer und besser wirkte daher auch im direkten Vergleich der Auftritt der Unwinding Hours mit ihrer freundlichen, aufgeschlossenen Art. Und hatte Craig noch während des Auftritts gescherzt, dass man ihm zwanzig Franken geboten, wenn er in den See spränge, so wurde das sogar im späteren Verlauf des Abends, als die Band den 30. Geburtstag von Keyboarder Brendan feierte, sogar noch gratis in die Tat umgesetzt, so dass man in bester Asterix-Manier "Die spinnen, die Schotten!" sagen konnte.
Zwar ist es schade, dass dieses das wohl vorerst letzte Konzert der Band war, aber sie versprachen, nächstes Jahr mit neuem Album wieder am Start zu sein. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten.

Setlist The Unwinding Hours
Setlist:
Knut
Tightrope
Wayward
There Are Worse Things Than Being Alone
Traces
Peaceful Liquid Shell
Say My Name
Child
Annie Jane
The Final Hour

Freitag, 15. Juli 2011

The Unwinding Hours - Sommertour, Teil 1

The Unwinding Hours

14.07.11 Café Central, Weinheim

Ich gebe zu, es ist etwas vermessen, bei drei Auftritten auf dem Kontinent von einer Sommertour zu sprechen, aber wenn die Band es selber so nennt, dann schreibe ich es doch einfach brav ab...
Da der Weg von Glasgow mit einem klapprigen Van nach München und Zürich verdammt lang ist, hatten sich die Schotten noch einen kleinen Zwischenhalt im beschaulichen Weinheim gegönnt, da sie schon als Aereogramme dort gespielt hatten. Neben einigen weiter gereisten Fans und Freunden der Band fanden sich so knapp 60 Leute an einem Donnerstag Abend im sehr schönen Café Central ein.
Ohne Vorgruppe ging es um 21:45 wie gewohnt mit Knut los. Neben dem schon letztes Jahr auf der Herbsttour gespielten Wayward gab es noch zwei weitere bislang unveröffentlichte Songs zu hören, davon mit Say My Name ein weiterer recht beschwingter Song, erneut mit einer wunderbaren Basslinie und wie eben Wayward zum Ende hin explodierend. Allerdings ist der Name laut Craig erst einmal ein Arbeitstitel, der sich wegen des gleichnamigen Stücks von Destiny's Child noch ändern kann, wenn demnächst das zweite Album eingespielt wird, für das bereits neun Songs geschrieben sind.
The Final Hour beendete dann ebenfalls wie gewohnt das reguläre Set, auch wenn man fast den Eindruck hatte, dass die Band sich etwas zurückhielt und das aufmerksame und ruhige Publikum nicht mit der Brachialität bestrafen wollte, mit der sie letztes Jahr die quasselnden Blagen im FZW geschockt hatten.
Die Zugabe eröffnete Craig mit Solstice auf der elektrischen Gitarre, da seine akustische kaputt gegangen sei, um danach einen noch unbetitelten neuen Song in der Tradition der akustischen Lieder der Tour EPs zu spielen. Den Schlusspunkt setzte dann wieder wie gewohnt The Art Of Belief von Aereogramme, wobei sie zum Ende hin einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellten. Danach lief dann What A Fool Believes von Michael McDonald über die Anlage, eine Folge der masochistischen Beschallung im Bandbus.
Es war schön, die Band nach achteinhalb Monaten mal wieder live zu sehen und weckte Vorfreude auf meinen Teil 2 der Tour in Zürich.

The Unwinding Hours
Setlist:
Knut
Tightrope
Wayward
There Are Worse Things Than Being Alone
Traces
Peaceful Liquid Shell
Say My Name (working title)
Child
Annie Jane
The Final Hour
-----------------------------------------------------
Solstice
New Song
The Art Of Belief

Sonntag, 31. Oktober 2010

The Unwinding Hours - Herbsttour, Teil 8

The Unwinding Hours / Incense

30.10.10 W2, 's-Hertogenbosch

In Holland begann die Rundreise und in Holland endete sie auch. Zum Abschluss ihrer kleinen Tour spielten The Unwinding Hours im niederländischen 's-Hertogenbosch.
Vorgruppe waren Incense aus Delft, die eine exklusive Reunion-Show spielten. Ihr eher langsamer Gitarrenrock erinnerte teilweise an Motorpsycho oder ihre Landsmänner Alabama Kids, haute einen aber nicht wirklich vom Hocker.
Als Headliner im kleinen Club spielten dann The Unwinding Hours wieder ihr gewohntes Set, also mit Traces und Solstice und The Art Of Belief als Zugabe. Craig widmete zudem The Final Hour ihrem Soundmann Achim, den sie sich quasi von Instrument für die Woche ausgeliehen hatten, weil Stammbesetzung Jonnie familiär verhindert war, denn er habe es geschafft "that some Germans shat their pants" am Abend zuvor in Dortmund bei diesem Lied.
Am Ende möchte ich mich noch einmal bei allen bedanken, die die letzte Woche zu einem wunderbaren Urlaub gemacht haben, allen Freunden, die hier und da dabei waren, den Jungs von Instrument und natürlich Craig, Iain, Graeme, Jonny, Brendan und Simon.
Bis hoffentlich bald.


Simon, der alles verkauft, manchmal auch Hot Dogs

Samstag, 30. Oktober 2010

The Unwinding Hours - Herbsttour, Teil 7

Westend Indoor 2010

w/ Shout Out Louds / The Unwinding Hours / Instrument / Beat! Beat! Beat!

29.10.10 FZW, Dortmund

Nachdem VISIONS 2003 mal das Westend Festival im Dortmunder Revierpark Wischlingen veranstaltet hatte (damals übrigens mit Aereogramme im Line Up), ließen sie dieses Wochenende das Festival an drei Abenden im FZW wieder aufleben.
Als erstes spielten Beat! Beat! Beat! und wurden zu Recht für ihren langweiligen Indiedancepopirgendwas ignoriert.
Bei Instrument, die für die verhinderten Hot Hot Heat eingesprungen waren, konnte man dann schon ahnen, was einem später blühen würde: die meisten Leute waren nicht zum Zuhören da, sondern nutzten die Bands als Hintergrundmusik für ihre Gespräche.
The Unwinding Hours spielten ein verkürztes Set und ließen Traces und den "Zugabenteil" aus. Eine gute Wahl, denn gerade bei den ruhigen Stücken wie There Are Worse Things Than Being Alone war der Geräuschpegel geradezu unerträglich hoch. Hey Kiddies, man kann seine Schulprobleme auch an der Theke oder im Vorraum besprechen und muss das nicht in der zweiten Reihe vor der Bühne während des Auftritts einer Band tun. Dementsprechend wirkten die Schotten auch leicht angepisst und beendeten mit der wohl aggressivsten Version von The Final Hour auf dieser Tour ihr kurzes Set. Ach ja, Sound und vor allem Licht waren natürlich in der großen Halle sehr gut und auch die Kameras vom WDR filmten den Abend für den Rockpalast mit, so dass man demnächst The Unwinding Hours mal im Fernsehen erleben darf.
Shout Out Louds brachten dann als Headliner die Teenieherzen zum Schmelzen, aber da hatte ich schon keinen Bock mehr auf ihre ja eigentlich ganz nette Musik.
In 's-Hertrogenbosch wird dann im bestimmt intimen Kreis gemütlich die Tour beendet.

Setlist:
Knut
Tightrope
New
There Are Worse Things Than Being Alone
Peaceful Liquid Shell
Child
Annie Jane
The Final Hour

Freitag, 29. Oktober 2010

The Unwinding Hours - Herbsttour, Teil 6

The Unwinding Hours / Instrument

28.10.10 Hafen 2, Offenbach

Nach dem Stuttgart-Konzert fuhr ich nachts noch nach Neu-Isenburg zu meiner Freundin und erholte mich den ganzen Tag im Bett, während sie arbeiten musste. Abends ging es dann ins benachbarte Offenbach zum Konzert. Heute waren zusätzlich noch Natureboy am Start, die jedoch direkt aus Italien anreisten und daher erst so spät ankamen, dass doch zunächst Instrument und The Unwinding Hours auftraten.
Beide spielten zwar souverän, aber man merkte ihnen doch ein wenig die Müdigkeit von der langen Nacht zuvor an, als sie in Stuttgart noch bis um fünf gefeiert haben sollen.
Durch die Verspätung von Natureboy ließ Craig diesmal Burning River ausfallen, damit die Amerikaner nicht noch später auf die Bühne gehen mussten, da es schon nach halb zwölf war.
Ich schenkte mir daher auch deren Auftritt und fuhr zurück ins warme Bettchen, bevor nun der bislang größte Auftritt in Dortmund beim Westend Indoor Festival und der Tourabschluss in 's-Hertogenbosch anstehen.

The Unwinding Hours - Herbsttour, Teil 5

The Unwinding Hours / Instrument

27.10.10 Schocken, Stuttgart

Nach viereinhalb Stunden Zugfahrt in Stuttgart angekommen, erwarteten mich zwar mehr Polizisten als üblich an einem deutschen Bahnhof, aber da zum Glück ausnahmsweise mal keine Demo gegen das Stuttgart21-Projekt stattfand, konnte man unbehelligt und problemlos durch die Fußgängerzone zum Club Schocken schlendern.
Der kleine Laden war sehr gut gefüllt und so spielten Instrument dann ihr bislang bestes Konzert der Tour, unglaublich druckvoll und mit sichtlich viel Vergnügen.

Und auch The Unwinding Hours zeigten sich danach in ebenso glänzender Tagesform und legten ebenfalls das bisherige Tourhighlight hin. Als ob der parallel zum Konzert stattfindende Sieg von Borussia Mönchengladbach im Elfmeterschießen gegen Leverkusen (mein erstes verpasstes Heimspiel seit Jahren) nicht schon genug Anlass zur zusätzlichen Freude bot, gab es im Set auch noch ein besonderes Schmankerl. In Bielefeld hatte mich Craig gefragt, welchen Song ich denn unbedingt mal hören wolle und ich hatte ihm The Ocean Red genannt. Und prompt spielte er dieses Lied auch im Akustikteil nach Burning River, wofür ich ihm gar nicht genug danken kann.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

The Unwinding Hours - Herbsttour, Teil 4

The Unwinding Hours / Instrument

26.10.10 Forum, Bielefeld

Bielefeld hat ja den Ruf, so verschlafen zu sein, dass manche sogar die Existenz dieses Ortes leugnen. Auch heute tat die Stadt nichts, dieses Klischee zu widerlegen.
Gegen 20:10 kam ich am Forum an und fragte mich, ob das Konzert überhaupt stattfände, denn der Club war stockduster und außer mir lungerte auch niemand vor der Tür herum, doch pünktlich um halb neun erhellten die Scheinwerfer plötzlich den Schottervorplatz und die Tore öffneten sich.
Instrument begannen dann um 21:15 gewohnt schüchtern und wieder haute mich Sad Rider mit seinen Tortoise-haften Elektroniksprengseln um.
Craigs Stimme war wieder die alte und The Unwinding Hours spielten ihr gewohntes Set. Nur bei der Zugabe (ja, diesmal machten sie doch nach The Final Hour eine kurze Kunstpause) gab es eine kleine Änderung, denn Craig spielte zuerst Burning River, da Keyboarder Brendan noch nicht so weit war, um ihn bei Solstice zu unterstützen. Der Sound war nach Glasgow der bislang beste auf der Tour, so dass vor allem Iains Gitarre dann die heutige Version von The Art Of Belief zum Höhepunkt des Abends machte.
Danach ging es schnell um die Ecke zum Bahnhof, um den letzten Zug nach Hause zu erwischen und so ungewohnte zwei Nächte in Folge im eigenen Bett zu verbringen, bevor dann die Reise nach Stuttgart führt.

Dienstag, 26. Oktober 2010

The Unwinding Hours - Herbsttour, Teil 3

The Unwinding Hours / Instrument

25.10.10 Lagerhaus, Bremen

Eine ruhige Zugfahrt von Utrecht nach Bremen und ein entspannter Nachmittag am Weserufer und abends dann das Konzert im sehr schönen Lagerhaus, die Reise ging weiter.
Dabei entpuppte sich der Norddeutsche an sich als durchaus angenehm merkwürdiges Wesen. Vor dem Eingang zum Lagerhaus fragte mich jemand "Are You Iain Cook?", was ich mal als wenig schmeichelhaft für den doch viel jüngeren Gitarristen bewerte. Und als ich am Einlass sagte, ich stünde auf der Gästeliste der Unwinding Hours, antwortete mir der nette Mensch "Och, die haben wir noch gar nicht, aber ich glaube dir" und ließ mich einfach so rein (nein, das soll kein Tipp für zukünftige Konzerte dort sein, um sich ein Ticket zu erschleichen).
Instrument aus München und Augsburg waren auch wieder am start, um wie schon im April für die Deutschland-Termine den Opener zu machen. Dabei überzeugte vor allem Sad Rider, den es leider exklusiv nur auf der Vinylausgabe ihres Albums zu hören gibt.
The Unwinding Hours kehrten diesmal zum bewährten Ablauf zurück und packten den Akustikteil zwischen die Kracher The Final Hour und The Art Of Belief. Und obwohl Craigs Stimme angeschlagen wirkte, ließ er es sich dennoch nicht nehmen und spielte nach Solstice noch Burning River solo. Ach ja, außerdem verriet Craig noch, dass Annie Jane eigentlich anders heißen sollte, bis ihn Bassist Graeme darauf aufmerksam machte, dass es bereits ein Lied von Chris De Burgh gleichen Namens gäbe.
Schönen Dank, dass ich nun einen Ohrwurm namens Ship To Shore habe.

Setlist:
Knut
Tightrope
New
There Are Worse Things Than Being Alone
Traces
Peaceful Liquid Shell
Child
Annie Jane
The Final Hour
Solstice
Burning River
The Art Of Belief

The Unwinding Hours - Herbsttour, Teil 2

The Unwinding Hours / Eins, Zwei Orchestra

24.10.10 Ekko, Utrecht

Nach dem grandiosen Auftritt in Glasgow begann nun die einwöchige Europatour, na ja eigentlich Holland- und Deutschland-Tournee. Dabei spielten The Unwinding Hours in Utrecht ihr allererstes Konzert in den Niederlanden.
Vorgruppe waren die sehr guten Eins, Zwei Orchestra, zwei Niederländer, die ihren für holländische Verhältnisse ungewöhnlichen Bandnamen als Hommage auf ihre Inspirationsquelle Friedensreich Hundertwasser gewählt haben. Live zu sechst überzeugten sie durch einen entsprechend fetten Sound und eingängigen Indiepop inklusive einer Coverversion von 1979 von den Smashing Pumpkins.
The Unwinding Hours spielten dann gewohnt souverän ihr Set, das sie gegenüber dem Auftritt im Oran Mor nur unwesentlich veränderten. Der auf der Glasgower Setlist noch Oxygen betitelte neue Song wurde als noch unbenannt deklariert (auf der Setlist wurde er auch nur als New geführt) und es gab keine Zugabe im eigentlichen Sinne. Nachdem Craig erklärte, dass sie auf den üblichen Konzertritus (Band von der Bühne - Applaus - Band wieder rauf auf die Bühne) keinen Bock hätten, spielten sie nach The Final Hour sofort The Art Of Belief, bevor dann Craig mit der akustischen Klampfe Solstice als Schlusspunkt darbot.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

The Unwinding Hours - Herbsttour, Teil 1

The Unwinding Hours / The Twilight Sad / RM Hubbert

17.10.10 Oran Mor, Glasgow

Mein dritter Besuch in Glasgow dieses Jahr, da musste dieses Mal doch etwas Abwechslung rein. Und so entschloss ich mich, nach 23 Jahren mal wieder dem Tannadice Park einen Besuch abzustatten, um mir mittags das Spiel von Dundee United gegen Celtic anzuschauen.


Abends gings dann ins Auditorium des Oran Mor, einem der wohl schönsten Konzertsäle, in denen ich je war. Das Auditorium befindet sich im ersten Stock einer alten Kirche und diese geradezu sakrale Atmosphäre sollte sich auch mehr als positiv auf die Bands auswirken.
Zu Beginn zauberte RM Hubbert instrumentale Kleinode aus seiner Gitarre hervor. Danach spielten dann The Twilight Sad in reduzierter Besetzung (nur Gitarrist Andy und Sänger James) ein akustisches Set, in dem natürlich die herausragende Stimme von James Graham besonders zur Geltung kam. Insbesondere Cold Days From The Birdhouse rief bei den Zuschauern eine Gänsehaut hervor und sorgte für andächtige Stille. Zudem wurde als Schmankerl auch noch Half A Person von The Smiths gecovert.


Für The Unwinding Hours war es dann ihr vorerst letzter Auftritt in ihrer Heimatstadt und zugleich der Auftakt für eine kurze Tour, die sie (und damit auch mich) nächste Woche durch Holland und Deutschland führt.
Was würde anders im Vergleich zu ihrer ersten Reise im April sein? Knut rutschte an den Anfang des Sets und mit Oxygen wurde ein brandneues Lied zum ersten Mal gespielt, ihr bislang poppigster und schnellster Song, wofür Craig sich auch gleich entschuldigte, ist man doch von ihm sonst eher Musik in Moll gewohnt. Danach ging es dann mit Stücken vom Album weiter, wobei an diesem Abend besonders Schlagzeuger Johnny Scott in Hochform war. Peaceful Liquid Shell ist und bleibt live ein absolutes Highlight mit dem herrlich beschwingten Bass von Graeme Smillie und The Final Hour setzte dann wieder den bombastischen Schlusspunkt unter das reguläre Set.
Zur Zugabe erschien zunächst nur Craig und spielte (ebenfalls eine Premiere) Burning River, das vielleicht schönste Lied der Tour EP. Danach gesellte sich RM Hubbert mit auf die Bühne, um Spirit Ditch von Sparklehorse zu covern, das sie für das Benefiz-Projekt The Steinberg Principle aufgenommen haben. Wer ein gutes Werk tun möchte, kann den Song hier käuflich erwerben. Den Abschluss eines wunderbaren Konzertabends bildete dann wieder der alte Aereogramme-Kracher The Art Of Belief.
Bei einigen Laphroaig liessen wir dann noch den Abend bis in den frühen Morgen gemütlich ausklingen.

Setlist:
Knut
Tightrope
Oxygen
There Are Worse Things Than Being Alone
Traces
Peaceful Liquid Shell
Child
Annie Jane
The Final Hour
--------------------------
Burning River
Spirit Ditch
The Art Of Belief

Sonntag, 5. September 2010

The Unwinding Hours - Tourtagebuch, Teil 6 (Posted Date: 19 Apr 2010, 00:34)

The Unwinding Hours / Nihiling

16.04.10 Knust, Hamburg

Das letzte Konzert der Tour und das auch noch in Hamburg, das versprach Party, zumal sich mit Petra und Hansi (der sogar seine sehr seltene Les Tinglies-Single zum Signieren dabei hatte) auch noch zwei liebe Bekannte vom Köln-Auftritt angesagt hatten. Aber erst einmal musste ich ja von Dresden nach Hamburg kommen. Für diese Fahrt hatte ich eine etwas umständliche Route ausgesucht: mit der Bahn zurück nach Dortmund und dann mit Inga und ihrem Freund mit dem Auto in die Hansestadt. Als wir wegen eines liegen gebliebenen LKWs im ersten Stau von 16 km steckten, hörten wir im Radio, dass im weiteren Verlauf die Autobahn wegen eines brennenden Wagens gesperrt war und bekamen kurzfristig Panik, das Konzert zu verpassen. Doch nachdem wir endlich wieder freie Fahrt hatten, war die Sperrung aufgehoben, wieder ein Fahrstreifen frei und nur noch weitere 9 km Stau zu überstehen. so dass wir letztlich nach sechs Stunden pünktlich zum Einlass um 20 Uhr am Knust ankamen.
Nihiling machten die Vorgruppe und als Oceansize-Kopie waren sie gar nicht mal so schlecht, dennoch vermisste ich Instrument, die da doch ein anderes Kaliber sind.
Das Knust war fast brechend voll und zum Abschluss gab die Band noch einmal richtig Gas und setzte mit der vielleicht besten Version von The Art Of Belief den Schlusspunkt unter diese Tour.
Nachdem sie ihr Equipment zum Hotel gebracht hatten, gings dann noch zum Feiern raus auf den Kiez und dank Google Maps und Iains SMS schlossen Petra und ich uns noch an. Dabei entdeckten wir das Glasflaschenverbot auf St. Pauli, als wegen diverser offener Bierflaschen plötzlich ein Dutzend Polizisten auf unsere Gruppe zustürmte, aber auch die Textsicherheit der Schotten bei Turbonegro und ihre Vorliebe für Bloody Marys, so dass ich ziemlich angeschlagen gegen fünf Uhr den Weg zum Bahnhof einschlug. Dort herrschte bereits ein Riesentrubel, da ein brennender LKW in Harburg den Bahnverkehr lahmgelegt hatte. Dennoch habe ich es dann noch rechtzeitig in die Heimat geschafft, um auf Schalke vergeblich Meisterschaftsträume platzen zu sehen.
Mein Dank geht an die Bands für die tollen Konzerte und an alle alten und neuen Bekannten, die ich auf dieser Tour getroffen habe. Es hat riesig Spaß gemacht und hoffentlich ergibt sich bald die Gelegenheit, so einen Trip zu wiederholen.