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Dienstag, 10. September 2013

Off With Their Heads

Off With Their Heads / Social Distrust / Goodbye Fairground

05.09.13 The Tube, Düsseldorf

Das halbe Dutzend ist voll. Das sechste Jahr in Folge kamen Off With Their Heads nach Deutschland und jedes Mal habe ich sie irgendwo auf der Tour gesehen.Diesmal spielten sie zum ersten Mal in Düsseldorf und dort in dem kleinen Altstadt-Schlauch namens The Tube, vor dem gerade ein Bagger Station machte, so dass die gemütliche Kippe vor dem Konzert anstrengend wurde, da sich immer wieder normale Feierabend-Säufer an diesem heißen Spätsommer-Abend durch den engen Weg zwischen Baustelle und Tube-Tür quetschten.

Goodbye Fairground

Also ging ich recht früh ins Innere und wurde zudem mit kühler, ventilierter Luft belohnt. Kurz vor neun begannen dann Goodbye Fairground ihr Set. Die Essener spielten heute auf Grund einer Knieverletzung ihres zweiten Gitarristen nur zu viert und setzten daher konsequent ihre Selbsteinschätzung vom Auftritt in Oberhausen um, dass sie eine Punkband seien. Alles klang etwas rauer, aber die Qualität der Songs sorgte dafür, dass es nicht zu zerschrammelt wirkte. Sänger Benjamin hatte zwar noch ausreichend Platz, um den ganzen Auftritt vor statt auf der Bühne zu verbringen, dennoch standen genug auch textsichere Fans vor der Bühne.
Das machte wie immer sehr viel Spaß.

Social Distrust

Danach kamen dann Social Distrust aus dem Sauerland (wenn man schon laut seiner Facebook-Seite aus einem Kaff wie Flape kommt, sollte man die Kuh auch beim Namen nennen) und so klangen sie auch. Sie wollten wie dreckiger Garagen(punk)rock aus Skandinavien klingen, aber irgendwie zündete das alles nicht bei mir. Bei der ersten Deutschland-Tour von Off With Their Heads im Oktober 2008 spielten sie auch bereits mit ihnen im AZ Mülheim und damals gefielen sie mir besser.

Off With Their Heads

Als dann um 22:40 Off With Their Heads anfingen, war von frischer Luft im Tube nichts mehr zu spüren und auch räumlich war es plötzlich etwas beengter. Aber Platz zum Pogen wird halt einfach gruppendynamisch selbst geschafft und so purzelten schon zu den ersten Tönen alle mal direkt durcheinander, was die Schweißproduktion sofort noch einmal kräftig in die Höhe trieb. Es war aber auch einfach unverschämt von der Band, einfach nur Hits zu spielen, dass man automatisch mitsingen musste.


Da am Anfang vor allem der Mikrofonständer des Bassisten ein paar Mal fast umgerempelt wurde, kam ein praktisch veranlagter Herr mit einer in Punk-Kreisen eher weniger verbreiteten Atze-Schröder-Minipli-Frisur auf die Idee, doch einfach den Ständer mal eben von der Bühne zu nehmen und an die Seite zu stellen. Der Basser schaute zwar etwas verdutzt drein, sah dann aber auch den Vorteil dieser Räumungsaktion ein.
Bei der Songauswahl standen natürlich einige Stücke vom neuen Album Home auf dem Programm, die sich live auch nahtlos ins übrige Oeuvre der Band einreihten, wird doch der Weg von In Desolation konsequent fortgeführt. Off With Their Heads sind ihrem Rezept von rotzigen, aber dennoch sehr eingängigen Songs im Stile von J Church treu geblieben und noch weit davon entfernt, sich in die Selbstreproduktionsmaschinerie von Bad Religion zu verfangen. Auch wenn zwischendurch das Schlagzeug fast auseinander zu fallen drohte, hielt es bis zum Ende nach knapp einer Stunde durch. Clear The Air war nicht nur der Schlusspunkt, sondern auch der Plan, denn frische Luft konnte jeder nach diesem Saunatrip auch gebrauchen.
Völlig verschwitzt aber zufrieden ging es nach draußen an die frische Luft. Nächstes Jahr dann aufs Neue irgendwo.


Montag, 30. April 2012

Off With Their Heads

Off With Their Heads / Serbischer Männerpuff / Subwaste

25.04.12 Bla, Bonn

Im September 2010 war In Desolation, das zweite Album von Off With Their Heads gerade erst erschienen und die Band spielte rockte das Bla bei ihrem damals einzigen Deutschland-Konzert. Vor einem halben Jahr waren sie dann wieder auf Tour, diesmal als Special Guest von Samiam, die sie an die Wand spielten, zumindest meiner Meinung nach im FZW. Bevor sie im August auf deutschen Bühnen als Vorgruppe Boysetsfire das Fürchten lehren werden, schauten sie nun für eine kurze Tour vorbei und machten erneut im Bonner Bla Station und da es der einzige Gig in NRW war, musste ich auch unter der Woche den Weg in die ehemalige Hauptstadt auf mich nehmen.

Subwaste
Der Abend wurde eröffnet von den schwedischen Subwaste, die straighten 77er Punkrock in der Tradition von Bands wie den U.S. Bombs spielten und dies richtig gut machten. Die vier klangen fett und konnten so überzeugen, auch wenn sie natürlich das Rad dabei nicht neu erfanden..

Serbischer Männerpuff
Danach kam dann eine Bonner Band mit einem Namen, der hohe Erwartungen weckte. Doch der Serbische Männerpuff war leider so zahnlos wie die Damen vom Bukarester Straßenstrich. Mal wurde in bester HC-Punk-Manier gebollert, mal wurden aber auch Reggae-Elemente verwurstet und das Ganze leider mit einer bewegungsarmen, fast schon teilnahmslos und gelangweilt wirkenden Bühnenpräsenz vorgetragen, dass es nicht überzeugend oder gar mitreißend war. Schade, bei dem Bandnamen hatte ich mir einen Haufen böse aussehender Rampensäue erhofft, die alles in Grund und Boden rocken, aber dem war nicht so.


Off With Their Heads erschienen im Vergleich zur Tour mit Samiam personell verändert und zwar als Quartett. Neben einem zweiten Gitarristen saß diesmal Mikey Erg am Schlagzeug, den ich Ende November letzten Jahres noch solo ebenfalls im Bla gesehen hatte.

Mikey Erg / Off With Their Heads
Die bisherigen vier Male, die ich Off With Their Heads live gesehen habe, spielten sie ihr Set fast ohne Unterbrechungen durch und rissen einen dabei durch ihre Energie und natürlich ihre eingängigen, aber dennoch rotzigen Songs mit. An diesem Abend aber waren sie zum Scherzen aufgelegt, so dass etwas der Drive verloren ging, was dennoch den Unterhaltungswert des Konzerts nicht beeinträchtigte. So forderte Sänger Ryan Mikey auf, doch mal einen Ergs!-Song zu spielen, woraufhin er meinte, dass er aber nur die Drum-Parts spielen würde und zu Upstairs, Downstairs ansetzte, dem viertelstündigen Monster, dass er aber nach 20 Sekunden abbrach. Später "spielte" er noch die ersten Sekunden von Books About Miles Davis an, allerdings erneut nur die Drum-Parts (wer das Lied kennt, weiß, was er da tat, nämlich nichts). Zum Ende des regulären Sets kam dann mit den Hits wie Falling Down, Die Today und Clear The Air wieder gewohnte OWTH-Atmosphäre auf und das Publikum konnte seine Textsicherheit unter Beweis stellen.
Gastgeber Marc Gärtner, dessen jüngst erschienenes Foto-Fanzine Punxelated übrigens jedem nur wärmstens ans Herz gelegt werden kann, wurde dann bei der ersten Zugabe genötigt, ein Lied mit der Band zu singen, woraufhin er sich für das kurze Idiot entschied, um im gut zur Hälfte gefüllten Bla keine Massenpanik zu verursachen.


Nach gut 50 Minuten war dann endgültig Schluss und auch wenn der Auftritt nicht an das Schweiß treibende Konzert von vor gut anderthalb Jahren herankam, war es nichtsdestotrotz ein mehr als unterhaltsamer Abend.

Setlist Off With Their Heads

Sonntag, 9. Oktober 2011

Samiam / Off With Their Heads

Samiam / Off With Their Heads

06.10.11 FZW, Dortmund

Nach gut einem Jahr kehrten Samiam zurück ins FZW. Damals spielten sie im Rahmen des Westend Indoor Festival in der großen Halle, im Gepäck ihr Raritäten-Album Orphan Works. Im Interview hatten sie aber bereits ein neues Werk angekündigt. Fünf Jahre nach Whatever's Got You Down sind nun 12 neue Songs unter dem Titel Trips erschienen und die zugehörige Tour führte sie dieses Mal in den kleinen Club des FZW.
Als Support spielten Off With Their Heads, deren zweites Album In Desolation es letztes Jahr in meine persönlichen Top Ten geschafft hat, ebenso wie ihr einziger Deutschland-Auftritt im Bonner Bla. Ihr rotziger, aber dennoch melodischer Punkrock strotzte nur so vor Energie, das Set war gut durchgemischt mit Songs aus allen Phasen, z. B. Your Child Is Dead oder Die Today von ihrer ersten EP Hospitals, dem Opener I Am You vom ersten Album From The Bottom oder dem grandiosen Schlusspunkt Clear The Air von In Desolation. Da die Band wohl nicht erwartete, dass viele Besucher schon von ihr gehört hatten, rockte sie fast ohne Unterbrechungen gut 30 Minuten durch. und gewann sicherlich den einen oder anderen neuen Fan hinzu.

Off With Their Heads
Setlist Off With Their Heads:
I Am You
The Eyes Of Death
Drive
Your Child Is Dead
Go On Git Now
Theme Song
Their Own Medicine
For The Four
Closed Early
Hard To Admit
Self Checkout
Fuck This I'm Out
Die Today
Clear The Air

Seit ihrem Album You Are Freaking Me Out von 1997 habe ich ein kleines Problem mit Samiam auf Platte: die ersten Songs klingen toll und danach flacht es zunehmend ab. Mit Trips ist es nicht anders, allerdings fällt hier zudem die deutlich bessere Produktion gegenüber dem ziemlich schrottig klingenden Vorgänger Whatever's Got You Down positiv auf. Live konnten sie die schwächeren Alben noch kompensieren, doch da in den letzten Jahren die älteren Songs spärlicher gesetzt wurden und zudem der Alkoholpegel von Sänger Jason und Gitarrist Sean während der Auftritte bedenklich zunahm, wurden auch hier die Highlights seltener.
Im angenehm gefüllten Club des FZW begannen Samiam gleich mit den ersten drei Songs des neuen Albums Trips, gefolgt von vier Songs von Astray, die etwas Stimmung in das zunächst verhaltene Publikum brachten, das erst bei She Found You so richtig die Handbremse löste und mitging. Nach nur 45 Minuten war nach Capsized scheinbar Schluss, denn drei Fünftel der Band verließ die Bühne.Nur Gitarrist Sergie und Sänger Jason blieben, standen zunächst etwas orientierungslos rum und jammten dann die erste Strophe von Sky Flying By. doch der Rest der Band kam zurück und so blieb es bei dieser kleinen Kostprobe dieses inzwischen 20 Jahre alten Klassikers. Nach drei weiteren Songs und einer guten Stunde Spielzeit war dann endgültig Schluss.

Samiam
Samiam waren solide, scheinen aber endgültig ihre besten Jahre hinter sich zu haben.Vielleicht schreibe ich in 15 Jahren das gleiche über Off With Their Heads, aber momentan sind sie mir deutlich lieber und bestätigten dies auch an diesem Abend im FZW.

Setlist Samiam:
80 West
Clean Up The Mess
September Holiday
Sunshine
Wisconsin
Mexico
Mud Hill
Over Now
She Found You
El Dorado
Factory
Stepson
Super Brava
Capsized
------------------------
Take Care
Dull
Full On

Montag, 13. September 2010

Off With Their Heads

Off With Their Heads / Deny Everything

04.09.10 Bla, Bonn

Punk in Bonn, das klingt so passend wie Köln und "guter Fußball". Aber manchmal geht das doch zusammen. Ich war bislnag einmal im Bla, vor sechs Jahren bei der letzten Deutschland-Tour von J Church und seitdem hat sich der kleine, sympathische Laden nicht verändert.
Den Auftakt machten Deny Everything aus Köln mit ihren kurzen Songs á la Shook Ones. Sie sind gerade auf Abschiedsreise, da sie sich Ende Oktober auflösen werden. Und so waren auch einige vor Ort, um noch einmal so richtig mit ihnen abzurocken. Gut wars.
Off With Their Heads spielten ihr einziges Deutschland-Konzert und waren die bisherigen Auftritte hierzulande eher spärlich besucht und das Publikum doch sehr zurückhaltend, so scheinen sie sich mit ihrem neuen Album In Desolation viele neue Freunde gemacht zu haben, denn von Beginn an tobte der Mob im engen Raum und gröhlte lauthals mit und das nicht nur bei den neuen Hits wie Trying To Breathe oder Clear The Air, sondern auch bei Klassikern wie Fuck This I'm Out, I Am You oder Die Today. Nach 45 Schweiß treibenden Minuten war dann Schluß und bewiesen, dass man eher ein geiles Punkkonzert in Bonn zu sehen kriegt als guten Fußball in Köln.
Ach ja, Ryan, mein Allroy Saves...-Shirt ist wirklich so alt, wie es aussieht.

Sonntag, 5. September 2010

Off With Their Heads (Posted Date: 21 Jun 2009, 19:12)

Off With Their Heads / Henri Parker

20.06.09 Schaubude, Kiel

I desided to travel the more than 400 km to Kiel as Off With Their Heads had decided to play nowhere near my place. I didn't know that it was the first weekend of the Kieler Woche which had masses of drunk people partying in the city. For a moment I was tempted to watch Matthias Reim on one of the various stages but, however, I squeezed myself through the crowds to get to the Schaubude and enjoy some real music.
It was already 10.45 pm when Henri Parker began his set. He's a singer/songwriter from Hamburg obviously influenced by such artists as Frank Turner or Mike Hale. But compared to them he can't sing too well und his English is worse. But he's an entertaining guy so I didn't really mind.
It's been eight months since Off With Their Heads' last German tour and again they played nearly the whole Hospitals ep and lots of tracks from From the Bottom, but also two new songs I've never heard before and the brilliant Nobodys' cover Scarred By Love, the only new release from a single since then.
It's still hard to tell what makes them so special for me: they are no spectacular stage act, they don't really interact or communicate with the audience, their music is not very innovative, but it's the overall mixture that catches me. There's no other band sounding so much like J Church but still having a distinguishable sound of their own and the despair and darkness of their lyrics never drag you down as the raw energy of the music is uplifting enough to outbalance them.

Scarred By Love

I had a friend, but he died
He committed suicide
Some bitch took him for a ride
And he believed all of her lies

He was scarred by love
He was scarred by love
He was scarred by love
And it made him end his life

I knew a girl who loved a boy
But she was just his sexual toy
She found out that he used her for thrills
And overdosed on a bottle of pills

She was scarred by love
She was scarred by love
She was scarred by love
And it made her wanna die

I loved a girl with all of my heart
Then she went and tore it apart
I found her in another's bed
So I kicked in her pretty head
I was scarred by love
I was scarred by love
I was scarred by love
And now I wanna die


Off With Their Heads (Posted Date: 06 Oct 2008, 05:16)

Off With Their Heads / Social Distrust

04.10.08 AZ, Mülheim

Off With Their Heads are a four piece from Minneapolis who have just released their first proper album From The Bottom. Their catchy punk rock and their great lyrics remind me very much of the late J Church so I was eager to check them out on tour. But not too many others seemed to think like me 'coz only about 25 people showed up at the AZ.
But first up were Social Distrust from Germany. You can hear that their album was produced by Paul from Dumbell as the guitars are rocking along powerfully and the singer is also a bundle of energy despite his foot being in a cast.
Off With Their Heads then entered the stage, erm...not really. The show took place in a secondary room of the AZ and not in the main hall. There was no stage so the bands had to play at ground level. Anyway, for about an hour the guys played songs from their new album, nearly all the tracks from their fantastic debut ep Hospitals and some tracks from their compilation cd All Things Move Toward Their End including the cover version of The Muffs' Big Mouth.
I guess the band had no problem in winning over those who hadn't heard of them before so that more people will show up the next time they come to Germany.