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Donnerstag, 24. März 2011

The Twilight Singers

The Twilight Singers

23.03.11 Luxor, Köln

Frisch aus Glasgow zurück und direkt noch einmal The Twilight Singers, diesmal in Köln. Dabei dachte ich, der Auftritt vom Samstag war so gut, den können sie im soundtechnisch eher bescheidenen Luxor nicht toppen. Weit gefehlt...
Vorgruppe gab es keine, gegen 21:40 kamen direkt Greg Dulli und seine Bandkollegen auf die Bühne.Und schon bei den ersten Tönen war ich angenehm überrascht, wie gut der Sound (zumindest in der ersten Reihe) war.
Die Setlist war leicht abgeändert, was besonders erfreulich war, da The Killer gespielt wurde. Das Lied leitete dann auch ein furioses "Greatest Hits"-Intermezzo ein. Greg wirkte extrem gut gelaunt, posierte manchmal herrlich manieriert am Mikro und zeigte fast ungeahnte Spielfreude. Bei Too Tough To Die trat er einige Schritte zurück und sang einfach so in den Raum hinein. Das Kölner Publikum dankte es ihm so lautstark, dass er es bei Teenage Wristband das den Refrain einleitende "She said..." singen ließ. Überhaupt war das DER Song des Abends, habe ihn noch nie so druckvoll und mit soviel Energie live gehört wie an diesem Abend.
Es war sehr schön zu sehen, wie sehr Dulli der Chef im Ring war, seine Band mit kleinen Gesten dirigierte und manchmal mit den Songenden spielte, so dass seine Mitstreiter stets den Blickkontakt zu ihm suchten, um keinen Einsatz zu verpatzten, was ihnen auch stets gelang. Wie üblich wurden wieder Pink Floyd und The Afghan Whigs bei Never Seen No Devil zitiert und der Motown-Klassiker Everlasting Love in Esta Noche eingearbeitet. Doch als letztes Stück der Zugabe gab es dann noch eine waschechte Coverversion mit Brain von der britischen Sixties-Combo The Action.
Um elf war dann Schluss, etwas kürzere Spielzeit als in Glasgow, aber dennoch war es ein noch besserer Gig, so dass auch noch am Merchstand eingekauft werden musste, bevor es aus der Domstadt heimwärts ging.
She said... you wanna go for a ride? I got no more money to burn and I'm gonna stay uop all night...

Setlist:
Last Night In Town
Fat City (Slight Return)
Gunshots
Forty Dollars
She Was Stolen
The Killer
Too Tough To Die
Bonnie Brae
Martin Eden
Teenage Wristband
Candy Cane Crawl
Never Seen No Devil
On The Corner
Dead To Rights
-------------------------
Esta Noche
Get Lucky
Brain
The Twilight Singers

Mittwoch, 23. März 2011

The Twilight Singers

The Twilight Singers / The Bookhouse Boys

19.03.11 The Arches, Glasgow

Samstag Abend in Glasgow und die Stadt wird zur Partymeile, so begegneten uns schon auf dem Weg zum Arches, idyllisch unter dem Hauptbahnhof gelegen, betrunkene Mädels auf ihrer Hen Night.
Im Arches selber war es noch gemütlich leer, als um halb acht The Bookhouse Boys ihr Set begannen. Acht Leute drängelten sich auf der Bühne und machten teilweise gehörig Lärm. Musikalisch war es klassischer Surf- und Blues-inspirierter Rock'n'Roll, aber mit fetten Bläsern und durch den Punk-Fleischwolf gedreht, so dass ein Songtitel wie Guns Like Drums Programm war.
Greg Dulli ist das erste Mal seit 2006 wieder mit den Twilight Singers auf Tour, damals mit Mark Lanegan, mit dem er danach auch noch als The Gutter Twins durch die Welt reiste. Er hat ein neues Album, Dynamite Steps, im Gepäck, mit dessen Opener Last Night In Town er dann auch den Abend eröffnete. Und wie immer schaffte er es sofort, mit seiner beeindruckenden Stimme die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen, vor allem, wenn die Band losrockte und er fast schrie (wie im Refrain zu I'm Ready).
Das Set selber bestand diesmal praktisch nur aus eigenen Songs (von Too Tough To Die von Martina Topley-Bird von der She Loves You, dem Album mit lauter Coverversionen, mal abgesehen), demnach wurden auch die beiden Songs mit Gastauftritten von Mark Lanegan und Ani Di Franco nicht gespielt. Aber dennoch wurde wie üblich gerne zitiert. So leitete er Never Seen No Devil mit Pink Floyds Another Brick In The Wall Pt. 1 ein und spielte mittendrin auch noch den Refrain von Milez Is Dead an und baute bei Esta Noche mal eben Everlasting Love ein. Nach insgesamt 90 Minuten verabschiedete sich die Band mit Waves.
Greg Dulli selber wechselte den Abend zwischen Gitarre und Klavier, wobei dann der reguläre Tastenspieler zur Geige griff, die überhaupt dem Sound sehr gut tat. Ein wenig Diva ließ Dulli dann auch noch zwischendurch raushängen. So öffnete er eine am Schlagzeug stehende Wasserflasche, nahm einen Schluck, schraubte sie wieder zu und warf sie dann seinem am Bühnenrand stehenden Roadie zu, der sie brav wieder an ihren Platz am Drumkit hinstellte. Auch wurde er einmal kurz fuchsig, als das ansonsten in Blau gehaltene Bühnenlicht auf einmal die Farbe wechselte.

Setlist:
Last Night In Town
I'm Ready
Gunshots
Forty Dollars
She Was Stolen
Don't Call
Too Tough To Die
Bonnie Brae
Love
Annie Mae
Papillon
Candy Cane Crawl
Never Seen No Devil
On The Corner
Teenage Wristband
--------------------------
Esta Noche
Fat City (Slight Return)
Get Lucky
Waves

Es war ein sehr gutes Konzert und ein gelungener Auftakt für den Rest der Nacht. Wir hatten uns mit Graeme von den Unwinding Hours, den wir zufällig im Arches getroffen hatten, im Stereo verabredet. Während wir dort auf ihn warteten, wurden wir von einem jungen Herren angesprochen, der angab, eigentlich aus Dänemark zu stammen und Tourkeyboarder bei Franz Ferdinand zu sein.
Als wir später dann im Nice & Sleazys mit Graeme und Brendan abhingen, wo auch noch Schlagzeuger Jonny hinzukam, der an dem Abend bei The Phantom Band ausgeholfen hatte, und von unserer Begegnung erzählten, brachen sie in Gelächter aus, denn  zufällig war dann jener junge Mann auch noch im Pub und entpuppte sich als echter Schotte, der mit Simon von den Olympic Swimmers, inzwischen auch anwesend, in einer Band spielte und sich nun den ganzen Abend von seinen Freunden anhören musste, wie denn die Tour mit Franz Ferdinand war, woraufhin er vor sich hin fluchte, dass die beiden Deutschen, denen er seine erfundene Geschichte erzählte, ausgerechnet seine Freunde kennen. Musikalisch ist Glasgow halt ein Dorf, wo jeder jeden kennt.

The Twilight Singers