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Donnerstag, 13. September 2012

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 8

The Unwinding Hours / Boy Android

11.09.12 Rote Fabrik, Zürich

Huch, wie schnell doch eine Woche vergeht. Leider stand schon der letzte gemeinsame Abend mit den Unwinding Hours an, denn während die Band noch drei weitere Termine in Düdingen, Metz und London vor sich hatte, würden wir uns nach dem Auftritt in Zürich auf die Heimreise machen.
Aber erst einmal musste das Konzert überhaupt stattfinden, was ja auf Grund des Defekts am Tourbus auf dem Weg nach Heidelberg noch nicht sicher war. Schlagzeuger Jonny Scott hatte sich nachts schon einmal nach den Möglichkeiten erkundigt, per Zug in die Schweiz zu fahren, erwartete er doch dort seine Freundin, die für einen Kurztrip einfliegen wollte. Doch morgens gab er dann Entwarnung, der Van sei repariert. Und auch wir waren erleichtert, als wir das Gefährt bei unserer Ankunft im Hof der Roten Fabrik sahen. Der befürchtete Getriebeschaden war es nicht, nur ein Teil der Elektronik musste ersetzt werden und nun lief er wieder wie am Schnürchen.
Die Rote Fabrik ist ein alter Gebäudekomplex am Ufer des Zürichsees, den wir bereits von einem wunderbaren Konzert aus dem letzten Jahr kannten. Damals war es ein Open Air im Innenhof der alten Fabrik, diesmal fand der Auftritt im Restaurant Ziegel Oh Lac statt.
Auch Boy Android, die nach ihrer Ankunft erst einmal in den See gesprungen waren, zeigten sich erleichtert, dass die Unwinding Hours es in die Schweiz geschafft hatten, nutzten sie doch deren Backline. Wie gewohnt eröffneten sie den Abend und wussten  wie immer vor allem bei den schnelleren Stücken sehr zu gefallen.

The Unwinding Hours

Kurz nach halb elf erklang dann Break zum vorerst letzten Mal für uns. Im Vergleich zu den anderen Konzerten (Hamburg mal ausgenommen) fiel sofort die optische Untermalung positiv auf, denn anstatt des üblichen Rot, dann Grün, dann mal Rot und Grün, um es mit Craigs Dankesworten an den Lichtmenschen auszudrücken, sorgte die Lichtanlage der Roten Fabrik für zusätzliche stimmungsvolle Effekte.
Während The Promised Land erklomm dann Jenny Reeve, die zusammen mit Graeme und Jonny bei Strike The Colours spielt, die Bühne, um so aus ihrem Kurztrip nach Zürich einen Arbeitsurlaub zu machen.


Auch bei Say My Name kurz danach veredelte sie den Refrain mit ihrer Stimme. Danach hatte sie dann zusammen mit Graeme und Iain die Bühne verlassen, doch es konnte nicht planmäßig mit Saimaa weitergehen, da irgendetwas mit Brendans Equipment nicht stimmte und so improvisierte Craig, indem er Traces vorzog. Während seiner Darbietung war aber alles behoben und die Setlist wurde wieder regulär aufgenommen.


.
Um viertel vor zwölf läuteten dann die ersten Takte von Knut das Finale des Konzerts und unserer Tour mit den Unwinding Hours ein und es war ein mehr als würdiger Abschluss. Überhaupt wuchs das Stück im Laufe der Tour zunehmend, wurde immer intensiver und lauter. Auch bei diesem Stück stand Jenny mit auf der Bühne und schaffte durch ihre stimmliche Unterstützung die Gänsehaut, für die in Berlin noch das Publikum gesorgt hatte. Dieses Lied schreit geradezu danach, dass am Ende alles den Text geradezu raubrüllt.

The Unwinding Hours w/ Jenny Reeve

Es war wieder ein herrlicher Trip durch die Lande, auf dem wir viele Bekannte wieder trafen. die die Reise unvergesslich machten.

Am Ende noch eine Randbemerkung zu einer anderen Band. Es gab erstaunlich wenig Rufe nach Aereogramme-Stücken auf dieser Tour, zumal The Unwinding Hours ja auf den Touren zuvor regelmäßig The Art Of Belief als Rausschmeißer gespielt hatten. Die Nachfolgeband scheint sich also beim Publikum etabliert zu haben und man liebt sie zu Recht für ihre eigenen wunderschönen Lieder.
Dennoch stockte uns kurz der Atem, als Iain in Zürich kurz erwähnte, dass es beim anstehenden Auftritt in London beinahe zu einer kleinen Reunion gekommen wäre. Dort werden sie nämlich zusammen mit Lola Colt, der neuen Band von Aereogramme-Drummer Martin Scott spielen. Und da Ex-Bassist Campbell McNeil (inzwischen ja Manager von Iains neuem Projekt Churches) auch anwesend sein sollte, hatten sie sich schon darauf verständigt, gemeinsam ein altes Stück zu spielen. doch zum Leidwesen der Dispos unserer Konten musste Campbell absagen, da er wegen seiner Tätigkeit als Tour-Manager für The Temper Trap und ihrer anstehenden kurzen Europa-Tour verhindert ist. Doch aufgeschoben ist hoffentlich nicht aufgehoben...

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Tightrope
The Promised Land (w/ Jenny Reeve)
Wayward
Say My Name (w/ Jenny Reeve)
Traces
Saimaa
Child
Peaceful Liquid Shell
----------------------------------
The Dogs
Knut (w/ Jenny Reeve)

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 7

The Unwinding Hours / Boy Android

10.09.12 Karltorbahnhof, Heidelberg

Das Tourleben kann ganz schön stressig sein. So twitterte Jonny Scott, Schlagzeuger der Unwinding Hours, in der Nacht nach dem Auftritt in Berlin, dass der Tourbus auf dem Weg zum Hotel in Dessau liegen geblieben, aber doch alles wieder gut sei.
Als wir ausgeschlafen und nach einer angenehmen Zugfahrt am frühen Abend in Heidelberg am schönen Karlstorbahnhof ankamen, stand der Van auch schon im Hof des Clubs, was Jonnys Tweet zu bestätigen schien. Doch kaum hatten wir unser Gepäck am Merchstand deponiert, tauchte Craig auf und bat uns, ihm bei einem Übersetzungsproblem zu helfen. Die Fahrt nach Heidelberg hatte sich nämlich albtraumhaft gestaltet, der Wagen war mehrmals stehen geblieben und fuhr auch nicht mehr mit voller Leistung. Ein Mechaniker maß eben die Elektronik durch und wir sollten bei Kommunikation behilflich sein.
Fazit der Diagnose: ein möglicher Getriebeschaden konnte nicht ausgeschlossen werden, ein Abschleppen in die örtliche Werkstatt war unumgänglich und eine Weiterfahrt stand damit in den Sternen.

The Unwinding Hours
Mit dementsprechend finsterer Miene schlich Craig umher, was nichts Gutes für den Auftritt vermuten ließ. Durch die Dolmetscher-Arbeit hatte ich fast alte Bekannte vernachlässigt, doch das Schwätzchen wurde nachgeholt, weshalb aber Boy Android wieder nur von draußen gehört wurden.
Auf der Bühne merkte man dann aber The Unwinding Hours nichts von dem ganzen Schlamassel an, gewohnt überzeugend spielten sie ihr Set.


Allerdings hatten sie glatt vergessen, Setlisten auf der Bühne auszulegen, so dass sie nach The Promised Land überlegten, welches Stück als nächstes dran sei. Erst ein Stammgast im Publikum wies ihnen den Weg zu Wayward.
Craig eröffnete dann den Zugabenteil mit der Ansage, ruhigere Songs zu spielen, worauf jemand nach Barriers verlangte. Dies sei aber nicht ruhig und zudem von einer anderen band, man sollte sich doch The Dogs wünschen, was dann auch gehorsam jemand rief und Craig augenzwinkernd meinte, dann werde er nun den Wunsch erfüllen.


Nach Traces bedankte Craig sich noch einmal ausführlich beim guten Heidelberger Publikum, dass es an einem Montag Abend erschienen sei (wenn auch nicht so zahlreich wie bei den Konzerten in Köln, Münster und Berlin), denn das wiege den Stress einer Tour mehr als auf und bedeute ihm alles.
Danach ließ er dann bei Knut noch einmal allen Frust ab und auch der Rest der Band ließ das Ende des Liedes noch einmal richtig ausufern.

The Unwinding Hours
In Vertrauen auf die Künste der Heidelberger Automechaniker ging es dann für uns noch nachts weiter nach Zürich, um dort das persönliche Ende der Tour mitzuerleben.

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Tightrope
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Saimaa
Child
Peaceful Liquid Shell
----------------------------------
The Dogs
Traces
Knut

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 6

The Unwinding Hours / Boy Android

09.09.12 Magnet - Berlin

Berlin ist ohne Zweifel auch kulturell die Hauptstadt Die Berlin Music Week endete an diesem Wochenende und so atmete die ganze Stadt Musik. Auf den Dächern Berlins fanden Konzerte statt, in Tempelhof rockte das Berlin Festival und Archive spielten ein Akustik-Set in der Lobby eines Hotels. Dazu herrschte bei meiner Ankunft am Samstag Nachmittag strahlendes Sommerwetter, so dass man an einer der Strandbars an der Spree gemütlich ein Bierchen genoss, während vom Washingtonplatz hinter dem Hauptbahnhof ebenfalls Livemusik klang.
Auch abends auf dem Weg zum Magnet passierte man an der Warschauer Strasse Musikanten, die unter freien Himmel Passanten unterhielten.
Der verwinkelte, dunkle Magnet Club wirkte da noch nicht wie der ideale Ort zum verweilen, doch auf der Suche nach einer Raucherecke entdeckten wir den Biergarten, der daher sofort in Beschlag genommen wurde. Leider ging dies mal wieder auf Kosten Boy Androids, deren Auftritt wir so verpassten.

The Unwinding Hours

Als wir kurz vor zehn zurück ins Innere gingen, war der Konzertraum sehr gut gefüllt, man spürte die Vorfreude auf den Auftritt der Unwinding Hours. Bei denen wirkte Gitarrist Iain Cook auch angespannter als sonst, war doch seine Freundin Leila im Publikum, die zusamen mit Bassist Graemes Frau einen Kurztrip nach Deutschland unternahm.
Der überragende Auftritt abends zuvor in Münster war nicht zu toppen, aber die Band kam nah ran. Endlich konnte man ohne technische Probleme erneut die gleiche Setlist spielen und da das Publikum ähnlich euphorisch war wie in Münster, übertrug sich dies auch auf die Performance der Band. Leider war ein Zuschauer besonders euphorisch und zeigte seine Begeisterung durch lautes Mitsingen bei fast jedem Lied, was vor allem bei den ruhigeren Stücken wie Child doch ziemlich störend war, zumal er nicht nur für die um Ihn Stehenden Craigs Gesang übertönte, sondern ihm natürlich stimmlich unterlegen war.


Ganz ohne Panne verlief der Auftritt auch nicht, denn bei The Dogs verspielte sich Keyboarder Brendan und brachte Craig damit zum Lachen und damit kurz aus dem Konzept, doch fing er sich schnell und brachte das Lied gewohnt stimmungsvoll zu Ende.
Knut beendete das Konzert und wurde mit einer Vehemenz vorgetragen, die alle umwarf. Nie zuvor habe ich bei einem Konzert der Unwinding Hours Leute die Fäuste in die Luft recken sehen, die dabei das Mantra "If we can, we will, we must get out" laut mirgröhlten. Aber es war die absolut passende Reaktion auf die unglaubliche Wucht, mit der das Stück den Club geradezu in seine Einzelteile zerlegte, ein grandioses Finale eines sehr guten Auftritts.

The Unwinding Hours

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Tightrope
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Saimaa
Child
Peaceful Liquid Shell
---------------------------------
The Dogs
Traces
Knut

Sonntag, 9. September 2012

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 5

The Unwinding Hours / Boy Android

08.09.12 Gleis 22, Münster

Die Lieblingsband an einem Samstag Abend im Lieblingsclub, kann da irgendwas schief gehen? Um es vorweg zu nehmen, es war ein grandioses Konzert, bislang das beste der Tour.
Doch zunächst noch ein paar warme Worte ans Gleis 22. Im November 1993 war ich das erste Mal in dem Gebäude an der Hafenstraße, damals fanden die Konzerte noch ein Stockwerk höher statt. Es spielten die Devil Dogs mit den noch völlig unbekannten New Bomb Turks als Vorgruppe und es war so ein wilder Abend, dass um halb zwei die Polizei wegen Beschwerden der Anwohner vor der Tür stand und der Auftritt etwas vorzeitig beendet werden musste. Seitdem habe ich 70 Shows vor Ort miterlebt und war eigentlich nie enttäuscht. Der Sound ist zwar bei lauten Shows manchmal etwas mau, aber die eigentlich immer gute Atmosphäre wiegt das mehr als auf. In diesem Monat feiert das Gleis 22 seinen 25. Geburtstag und da gratuliere ich natürlich auch von Herzen.
Wie immer eröffneten Boy Android den Abend, diesmal wieder gewohnt pünktlich um neun und spielten ein solides, wenn auch leicht müdes Set, weil Schlagzeuger Benni Geburtstag hatte und den Abend zuvor in Köln heftig reingefeiert wurde, Das Gleis war schon gut gefüllt und sang ihm auch brav ein Ständchen. Inzwischen habe ich mich in die Lieder reingehört und muss sagen, dass sie mir am besten gefallen, wenn sie ihre schnelleren Stücke spielen, weshalb auch ihre abendliche Schlussnummer Golden Lights bislang mein Favorit ist.

The Unwinding Hours
The Unwinding Hours spielten dann vor sehr gut gefülltem Haus das Set, wie es eigentlich schon ab Hamburg stehen sollte, aber die beiden Abende zuvor aus technischen Gründen nie geklappt hatte. Tightrope wurde unter die neuen Stücke von Afterlives gemischt und Saimaa rückte dafür nach hinten. Dabei wirkte alles druckvoller als noch am Abend zuvor, besonders Say My Name klang an diesem Abend wie aus einem Guss. Danach hatte Iain schon die Bühne verlassen, während Bassist Graeme seinen Abgang verpasste und erst nach einem verdutzten Blick von Craig eilig den Backstage-Raum aufsuchte. Bei Saimaa hatten die beiden nämlich eine Pause, während die übrigen drei auch hier die bislang schönste Version der Tour ablieferten.


Danach ging es planmäßig weiter und die lautstark geforderte Zugabe gab es auch wie gewohnt . Bei Traces gelang dann Craig ein besonders schöner Loop mit einem Echolot-artigen Ton, der quasi als Rhythmus fungierte und auch hier für die beste Fassung der Tour sorgte.


Nach dem Finale mit Knut setzte erneut minutenlanger Beifall ein, eine weitere Zugabe blieb aber aus. Nichtsdestotrotz übertraf die Show sogar den bislang besten Abend in Dresden, was nicht zuletzt am Gleis 22 lag, weil in dem kleinen Laden mit seiner niedrigen Bühne einfach eine intimere und bessere Atmosphäre herrschte als in dem doch etwas großen Beatpol.

The Unwinding Hours

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Tightrope
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Saimaa
Child
Peaceful Liquid Shell
--------------------------------
The Dogs
Traces
Knut

Zum Abschluss noch eine kurzer Hinweis für die Freunde des Merchandise. Wärmstens sei natürlich die neue Tour EP empfohlen, die diesmal sechs Stücke enthält, darunter vier komplett neue, bislang unveröffentlichte Songs sowie Isaac, das bislang nur als B-Seite der digitalen Single Wayward erhältlich war und zudem The Promised Land vom Album in einer Akustikversion enthält.
Die Vinyl-Freunde, die sich die Afterlives auf einem der noch anstehenden Konzerte holen wollten, müssen leider auf den Mailorder ihres Vertrauens ausweichen, denn in Münster gingen bereits die letzten Exemplare über den Tisch, was natürlich auch am äußerst attraktiven jungen Schotten am Merch-Stand liegen mag, der zudem die Kundschaft mit seinen (zwar ausbaufähigen) Deutsch überrascht.

John Speirs, Herrscher über die Tourkasse

Samstag, 8. September 2012

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 4

The Unwinding Hours / Boy Android

07.09.12 Luxor, Köln

Freitag Abend in Köln, für Nicht-Urlauber wurde also das Wochenende eingeläutet. Da möchte man doch gerne mal ausgehen und die Nacht zum Tag machen. Allerdings sollte man dann nicht unbedingt ein Konzert im Luxor wählen, denn das ist an Wochenenden nur was für Frühaufsteher.
Gegen halb acht kamen wir am Luxor an, es herrschte noch kein Andrang von Menschenmassen am Eingang, die Türsteher hatten sogar noch Zeit, sich über einen auf dem Bürgersteig hockenden Penner lustig zu machen, wie man es von so herzensguten Menschen halt erwarten würde.
Aus dem Club klang bereits Musik von Boy Android, ich hielt es noch für den Soundcheck, denn laut Website sollten sie erst um acht beginnen. Als mich der Harndrang dann ins Innere trieb, stellte ich fest, dass es bereits ihr Auftritt war, vor einer sehr überschaubaren Anzahl an Leuten, die wohl mehr zufällig bereits früh genug im Luxor aufgelaufen waren.

The Unwinding Hours

Um halb neun bereits betraten dann The Unwinding Hours die Bühne und begannen wie gewohnt mit Break. Der im Luxor sehr gerne matschige Sound ging sogar, nur die Bühnenbeleuchtung war, gerade im Vergleich zum Vorabend in Hamburg, sehr spärlich. Inzwischen waren auch noch reichlich Besucher erschienen, so dass das Luxor gut gefüllt war. Leider musste Saimaa diesmal entfallen, da nach Craigs Ansage ein dafür benötigtes Teil des Equipments kaputt sei. Auf Grund des wegen der anschließenden Reggae-Nacht angesetzten frühen Endes wurde dafür auch kein Ersatztitel ins Programm genommen.
Aber die gewohnten Zugaben wurden gespielt, wobei bei The Dogs die gerade auf Konzerten in Köln sehr verbreitete Spezies von Menschen, die so wichtige Dinge zu erzählen haben, dass sie sich davon auch nicht durch eine musizierende Band stören lassen, unangenehm in Erscheinung trat, so dass Soundmann Gal reagierte und Craigs Mikro noch eine Spur aufdrehte, damit er gegen das Gelaber ankam.


Bei Traces spielte Craig dann wieder rum, verwarf den ersten Loop und begann noch einmal von vorne. Mit Knut endete dann das Konzert zu einer Uhrzeit, zu der die Band bislang bei den anderen Auftritten noch nicht einmal begonnen hatte.
Nichtsdestotrotz war es eine gute Show, denn inzwischen ist die Band im Fluss, vor allem The Right To Know wird immer hypnotischer und bleibt bislang mein Favorit auf der Setlist.

The Unwinding Hours

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Tightrope
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Child
Peaceful Liquid Shell
---------------------------------
The Dogs
Traces
Knut

Freitag, 7. September 2012

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 3

The Unwinding Hours / Boy Android

06.09.12 Knust, Hamburg

Keine Atempause, bis das die Tour vollbracht... Nun ja, es ist ja kein Jahr, sondern nur eine Woche, deren dritter Abend von Dresden nach Hamburg ins Knust führte. Der Laden im Herzen St. Paulis ließ auch gleich das Herz von John, dem Merch-Mann der Band, höher schlagen, ist er doch bekennender Celtic- und Manchester City-Fan und erfreute sich an den vielen grün-weißen Trikots über der Theke. Eine solch abstruse Kombination habe ich als Rangers- und Arsenal-Fan ja noch nicht erlebt.
Boy Android begannen wieder und schienen erneut das Publikum zu überzeugen, auch wenn es nach dem dritten Hören bei mir immer noch nicht so richtig gezündet hat, da mir immer noch die eigene Note bei der Musik etwas fehlt.

The Unwinding Hours
Es gibt ja Abende, da läuft einfach alles schief. Für The Unwinding Hors schien dies so einer zu sein. Direkt im Opener Break riss Craig eine Saite seiner Gitarre.und in der Folge schien es immer wieder Probleme mit dem Sound auf der Bühne zu geben, wie man an den Konversationen während des Sets mit Soundmann Gal entnehmen konnte. Vor der Bühne war der Klang allerdings ok, wenn auch teilweise etwas zu laut, so dass Craigs Gesang manchmal unterging.
Überraschenderweise rückte Tightrope einige Positionen nach vorne, wurde auch von Craig angekündigt, dass man eine neue Setlist ausprobieren wolle, doch blieb der Platztausch mit Saimaa zunächst die einzige Änderung. Man merkte aber an, dass Craig sehr angespannt war, weil auf der Bühne nicht alles rund lief. Als er dann schon Peaceful Liquid Shell angekündigt hatte, versagte der Computer von Keyboarder Brendan seinen Dienst und es musste improvisiert werden. Während Iain und Brendan am Rechner tüftelten, zog Craig Traces vor, schien hierbei auf Nummer Sicher gehen zu wollen und spielte es fast wie in Dresden am Abend zuvor.


Danach gehorchte dann die Elektronik wieder und das reguläre Set konnte zu Ende gebracht werden.
The Dogs als erste Zugabe wurde dann leider vom Thekenpersonal gestört, die ausgerechnet während des so intimen, ruhigen Liedes ihre Bierkästen lautstark hin und her räumen mussten. Craig schien noch ein weiteres Solo-Stück spielen zu wollen, doch die Band war schon wieder auf die Bühne gekommen, so dass es dann nur noch Knut als Finale gab, dafür aber besonders laut und intensiv, als wolle er Frust abbauen.

The Unwinding Hours

Zur Zugabe hatte Craig sich mit den Worten bedankt, dass er überrascht sei, dass das Publikum mehr wolle, obwohl doch so einiges schief gelaufen sei. Aber die Show war auch weit davon entfernt, misslungen zu sein, hatte halt nur kleine Schönheitsfehler.

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Tightrope
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Saimaa
Child
Traces
Peaceful Liquid Shell
------------------------------------
The Dogs
Knut

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 2

The Unwinding Hours / Boy Android

05.09.12 Beatpol, Dresden

Sechs Stunden Zugfahrt von München nach Dresden und schon stehe ich vor dem Beatpol, in dem The Unwinding Hours auch auf ihrer letzten Tour spielten.
Wie am Abend zuvor begannen Boy Android pünktlich um 21 Uhr und kamen sehr gut an, der Tanzende-Mädchen-Faktor war deutlich höher als in München.
Ebenfalls wieder pünktlich um zehn begannen The Unwinding Hours. Das Set war das gleiche wie 24 Stunden zuvor, aber die Reaktion war deutlich euphorischer. Während die Münchner leicht reserviert blieben, machten die Dresdner aus ihrer Begeisterung keinen Hehl.

The Unwinding Hours
Wie auch bei den Touren zuvor fiel sehr auf, wie sehr gerade bei den ruhigen Stücken die Leute andächtig zuhörten. Und selbst wenn mal jemand mit seinem Nachbar quatschte, wurde er höflich, aber bestimmt zur Ruhe ermahnt.
Wie angekündigt, geriet Traces etwas anders als in München. am Abend zuvor war Craig mit seinen Effekten nicht ganz zufrieden, sie klangen ihm zu sehr nach einem Beat, daher erzeugte er dieses Mal eher eine Basslinie, um die er herum spielte.


Nach Knut wäre eigentlich Schluss gewesen, doch das Dresdner Publikum zeigte sich so lautstark und euphorisch, dass Craig noch einmal für zwei Solo-Stücke auf die Bühne kam. Er entschied sich, als erstes Burning River zu spielen, kündigte aber an, dass er nicht sicher sei, ob er es unfallfrei über die Bühne bringen würde, was ihm auch prompt misslang. Aber das Lied ist einfach so toll, dass selbst ein kleiner Aussetzer es nicht verhunzen kann.


Danach folgte noch Let You Down, ebenfalls von der ersten Tour EP.
Wegen der langen An- und Heimreise war Dresden eigentlich das Konzert der Tour, auf das ich mich eigentlich am wenigsten gefreut hatte, doch der Auftritt überzeugte und setzte so ein frühes Highlight, das die anderen Städte erst einmal toppen müssen.

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Saimaa
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Tightrope
Child
Peaceful Liquid Shell
---------------------------
The Dogs
Traces
Knut
---------------------------
Burning River
Let You Down

The Unwinding Hours - Afterlives Tour, Teil 1

The Unwinding Hours / Boy Android

04.09.12 Kranhalle, München

Es ist wieder soweit, The Unwinding Hours haben mit Afterlives ihr zweites Album veröffentlicht und gehen auf große Europa-Tournee, d. h. eine Handvoll Auftritte im benachbarten Ausland, ansonsten wird Deutschland bereist.
Ständiger Begleiter auf der Tour sind Boy Android aus München, die im Juni ihr Album Walk / Run / Flee auf den Markt warfen und deren Musik gerne mit Nada Surf oder Slut verglichen wird, straighte Indie-Rock bis -Pop-Songs, die gefällig klingen, ohne allerdings direkt im Ohr kleben zu bleiben.
Für The Unwinding Hours begann die Tour durchaus anstrengend. Nach ihrem Auftritt im Stereo am Samstag machte sich die Band mit ihrem Van auf den langen Weg nach München, wo sie Dienstag mittag ankamen. Nur Bassist Iain Cook wählte den bequemen Flieger, da er daheim noch eifrig am ersten Album seines Nebenprojektes Churches arbeitete. So verpasste ich die Band am Münchner Flughafen nur knapp, denn auch ich wählte den Luftweg zur Anreise (billiger gings nicht) und traf zwei Stunden vor Iain ein.
Pünktlich um 21 Uhr begannen Boy Android, die beim ersten Hören noch nicht so richtig zündeten. aber das will nichts heißen, denn so ging es mir bei Instrument, dem Dauer-Support der letzten Tour, auch und irgendwann zündete es dann so richtig. Das kann bei den vier Münchnern auch noch passieren.
Während danach die Hours ihr Equipment aufbauten, verstummte auf einmal die Pausenmusik und sofort wurde es mucksmäuschenstill in der schicken Kranhalle, die zum Feierwerk-Komplex gehört. Die Band schaute leicht irritiert, bis Craig sagte, dass es noch nicht so weit sei.

The Unwinding Hours
Um zehn ging es dann mit Break los. Die ersten sieben Stücke von Afterlives wurden am Stück gespielt. Dabei stach vor allem The Right To Know heraus, bei dem auf Gitarren verzichtet wurde. stattdessen stand Iain am zweiten Keyboard und bediente auch noch ein kleines Schlagzeug. The Promised Land überzeugte wie schon Wochen zuvor in Glasgow, erneut mit Graeme am Keyboard statt am Bass.
Nach den sieben neuen Stücken folgten dann noch drei vom ersten Album mit Peaceful Liquid Shell als fulminantem Schluss.

The Unwinding Hours
Die gut 200 Anwesenden forderten eine Zugabe und bekamen sie auch. Wie schon bei der letzten Tour schlug Craig hierbei zunächst ruhige Töne an, bei The Dogs noch von Brendan am Keyboard unterstützt, bei Traces dann komplett solo. Hierbei spielte er mit den Effektgeräten herum und spielte dann auf einem Loop das Lied.
Später bei einem Gläschen Caol Ila sagte er mir, dass er dabei immer etwas experimentieren wolle, so dass das Lied vermutlich jeden Abend etwas anders klingen würde. Ich werde daher versuchen, die folgenden Versionen zu filmen, um so die Vergleichsmöglichkeit zu bieten.
Den Schlusspunkt setzte dann wieder die gesamte Band mit Knut, zwar nicht so imposant wie The Final Hour, aber immer noch majestätisch genug, um ein würdiger Rausschmeißer zu sein.

The Unwinding Hours
Die Band war auf jeden Fall mit dem Auftakt zufrieden, insbesondere mit dem guten Sound in der Kranhalle.

Setlist:
Break
I've Loved You For So Long
The Right To Know
Saimaa
The Promised Land
Wayward
Say My Name
Tightrope
Child
Peaceful Liquid Shell
----------------------------------
The Dogs
Traces
Knut