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Sonntag, 20. Juli 2014

The Jon Spencer Blues Explosion

The Jon Spencer Blues Explosion / The Glücks

14.07.14 Gleis 22, Münster

Zwei Jahre ist es her, dass The Jon Spencer Blues Explosion ihr letztes Album veröffentlicht haben und dennoch sind sie scheinbar unablässig auf Tour, so dass sie zur Festivalhochzeit auch mal im kleinen Lieblingsklub nördlich des Ruhrgebiets vorbeischauten.
Doch zunächst spielte ein belgisches Duo namens The Glücks auf und das klang ziemlich gut, dreckiger, fuzziger Garagenbeat mit hauptsächlich weiblichem Gesang der Schlagzeugerin.

The Glücks

Das war zwar manchmal etwas monoton und auch nicht unbedingt virtuos gespielt, die vierzig Minuten gingen dennoch ruckzuck rum und machten Spaß vor allem wegen der energiegeladenen Darbietung.
Kurz vor zehn kamen dann Juda Bauer, Russell Simins und Jon Spencer aka The Blues Explosion auf die Bühne.

The Jon Spencer Blues Explosion

Am Anfang wirkte ihr Auftritt noch etwas zurückgenommen und auch das Publikum im gut gefüllten, aber nicht zu vollen Gleis brauchte etwas, um warm zu werden. Doch als das erste Mal gerockt und nicht nur cool gegroovet wurde, stieg die Stimmung sofort merklich an. Danach schien auch Jon Spencer auf Betriebstemperatur, denn es ging Schlag auf Schlag weiter. Eine Setlist gab es nicht, er rief immer nur kurz den nächsten Songtitel Russell Simins am Schlagzeug zu und fast ohne Pause ging es weiter.


Nach nicht ganz einer Stunde verabschiedete sich das Trio bereits überraschend früh, doch rückblickend war das nicht das Ende des regulären Sets, sondern eher eine kurze Pause. Denn natürlich kamen sie wieder und spielten noch einmal eine halbe Stunde. Und jedes Mal, wenn ich dachte, nun ist aber wirklich Schluss, gab es einen weiteren Zuruf Spencers Richtung Schlagzeug und es wurde noch ein Lied drauf gepackt.


Erst nach einem Jam am Theremin und dem Beastie Boys Cover She's On It war dann endgültig Schicht. Da ich die ganze Zeit neben der Lüftung links am Bühnenrand gestanden hatte, merkte ich erst jetzt beim Rausgehen, wie heiß es im Raum geworden war, aber kein Wunder, denn The Jon Spencer Blues Explosion bringen wohl jeden Club zum Kochen und das Gleis 22 machte da natürlich keine Ausnahme.

The Jon Spencer Blues Explosion

Sonntag, 6. Mai 2012

The Jon Spencer Blues Explosion

The Jon Spencer Blues Explosion / Brat Farrar

03.05.12 Zakk, Düsseldorf

Oh, Jon Spencer kommt mit seiner Blues Explosion auf Tour, da wird er doch bestimmt neue Songs am Start haben? Weit gefehlt, weiterhin ist Damage von 2004 das letzte reguläre Studioalbum der Band, die seitdem nur ihre alten Alben wiederveröffentlicht hat. Aber dennoch ist Herr Spencer immer einen Besuch wert, sind seine Livequalitäten doch berühmt.
Doch zunächst stand Brat Farrar auf dem Programm. Das war kein Singer/Songwriter, sondern der Name eines australischen Garagenpunk-Trios. Die drei rockten mächtig los und erinnerten so an Bands wie die Cosmic Psychos, konnten aber wie auch auf ihrer CD das Tempo nicht halten und glitten immer in fuzziges Geschrammel ab, so dass sie letztlich doch nicht komplett überzeugen konnten.

The Jon Spencer Blues Explosion

Um halb zehn betraten dann Jon Spencer, Judah Bauer und Russell Simins die überdimensioniert wirkende Bühne, nahm ihr spärliches Equipment aus Schlagzeug und ein paar antiquiert wirkenden Verstärkern doch nur wenig Platz ein. Aber mehr brauchten die drei auch nicht, denn eingehüllt in wunderbar kontrastreiches Licht zeigten sie, worauf es ankommt., nämlich die Musik.
Obwohl sie schon seit über 20 Jahren zusammen auf der Bühne stehen, versprühten sie eine Energie, als wären sie junge Hüpfer. Dabei gab Jon Spencer den Hohepriester des dreckigen Garagen-Rock/-Blues, schrie immer wieder "THE BLUES EXLOSION!", als lobpreiste er den Herrn persönlich und fiel ihm zu Ehren auch mehrmals auf die Knie. Eine Dreiviertelstunde lang ging es Schlag auf Schlag, wie entfesselt übrigens von Schlagzeuger Russel Simins getragen, während Judah Bauer eher gesetzt wippend den Ruhepol auf der Bühne zum Derwisch Spencer bildete. Ohne Pause wurde durch die Bandgeschichte gerockt. Dabei schien kein Song länger als zwei Minuten zu dauern, manche wurden sogar nur kurz angespielt.
Nach einer kurzen, Feedback untermalten Pause ging es dann auch im Zugabenteil noch einmal fast eine halbe Stunde weiter, ehe Bellbottom den Schlusspunkt setzte. Mangels neuer Stücke und damit verbundener Medienpräsenz war das Zakk zwar nicht einmal zur Hälfte gefüllt, doch so blieb den überwiegend älteren Semestern genug Platz, um ausgiebig die Hüften zu schwingen und in die ekstatischen Ausrufe des Meisters einzustimmen.
Live war und ist die Blues Explosion eine Bank, auch wenn es sicherlich schön wäre, gäbe es in naher Zukunft mal wieder neues Material zu hören. Dann könnte man vielleicht eine neue LP in die niedlichen Baumwollbeutel stecken, die es am Merchstand zu kaufen gab.