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Montag, 31. März 2014

Mogwai

Mogwai / Pye Corner Audio

26.03.14 Große Freiheit 36, Hamburg

Nach dem Hafenmarathon verschliefen wir am nächsten Morgen fast das Frühstück. Danach ging es dann rüber zur Hamburger Kunsthalle für die Ausstellung Feuerbachs Musen - Lagerfelds Models. Der Kurator wird sich etwas dabei gedacht haben, nur ging das gründlich daneben, Feuerbachs Bilder waren toll, Lagerfelds Fotos leider so gar nicht. Nach einem Kaffee an der Alster und einer kurzen Shopping-Tour rief dann schon die Reeperbahn, denn Mogwai spielten in der Großen Freiheit 36. Hier war ich zuletzt vor fast zwanzig Jahren gewesen und viel schien sich seitdem nicht geändert zu haben.

Pye Corner Audio

Und so standen wir in der Halle, nippten am Bierchen und warteten. Die Musik im Hintergrund wurde etwas lauter, aber die Beleuchtung blieb unverändert. Irgendwann schauten wir mal wieder auf die Bühne und da stand jemand an einem Keyboard und drehte Knöpfchen. Huch, da hatte nahezu unbemerkt Pye Corner Audio sein Set als Vorgruppe begonnen. Und das schien nicht nur uns so gegangen zu sein, denn erst als irgendwann die Beleuchtung gedimmt wurde, füllten sich die vorderen Reihen vor der Bühne.
Die elektronischen Klänge von Pye Corner Audio klangen nicht schlecht, blieben aber etwas spannungslos. Da wo sich etwas aufzubauen schien und bei Acts wie den Chemical Brothers dann wie eine Eruption die Big Beats einsetzen, plätscherten hier die Klänge weiter so vor sich hin. Dennoch gab es höflichen Applaus.

Mogwai

In der folgenden Umbaupause  stutzte meine Freundin, denn der Mann, der am Schlagzeug herumwerkelte, sah aus wie Jonny Scott, Drummer der Unwinding Hours. aber das konnte nicht sein, denn das hätten wir doch mitbekommen.
Mogwai begannen mit Heard About You Last Night vom neuen, recht ruhig geratenen Album Rave Tapes. doch bereits das folgende I'm Jim Morrison I'm Dead machte unmissverständlich klar, dass Mogwai immer noch mit die lauteste Live-Band der Welt sind. Doch auch wenn die Gitarren fast an der Schmerzgrenze kreischten, war der Sound in der Großen Freiheit so exzellent, dass man immer noch das Piano heraushören konnte. Optisch wurde das ganze von einem opulenten Bühnenaufbau, dem Albumcover nachempfunden untermalt.
Es zeigte sich aber, dass trotz des hervorragenden Klangs die neuen Stücke live nicht an den großartigen Vorgänger Hardcore Will Never Die But You Will herankommen und so waren auch Rano Pano und How To Be A Werewolf unter meinen Favoriten des Abends. Das absolute Highlight war dann aber die letzte Zugabe Mogwai Fear Satan.

Mogwai

Zuvor hatte sich Gitarrist Stuart noch bei Schlagzeuger Jonny bedankt, dass er so kurzfristig eingesprungen sei und damit die guten Augen meiner Freundin bestätigt hatte. Der Stamm-Drummer hatte sich den Fuß verstaucht und so hatte Jonny Scott sich Dienstag Abend in den Flieger gesetzt mit der Vorgabe, mal eben 33 Songs für die Tour innerhalb von 24 Stunden zu lernen, was ihm augenscheinlich hervorragend gelungen war.
Ein schönes Konzert zum Abschluss unseres Kurztrips nach Hamburg, aber nicht so herausragend wie die Auftritte auf der letzten Tour.

Montag, 31. Oktober 2011

Mogwai

Westend Indoor 2011

w/ Mogwai / Bohren & Der Club Of Gore / Long Distance Calling

30.10.11 FZW, Dortmund

Der Abschluss des diesjährigen Westend Indoor Festivals im FZW stand im Zeichen sonntäglicher Besinnlichkeit, dreimal (überwiegend) instrumentale Musik, damit kein Gesang (oder gar Gekreische) die Stimmen im Kopf stören konnte, höchstens lautes Gitarrendröhnen, um mit den Katernachwehen vom Wochenende perfekt zu harmonieren.
Long Distance Calling aus Münster begannen pünktlich um 19:45 und wurden so Opfer der Pflege sozialer Kontakte, die man noch in der Bar des FZW beim Bier betrieb.
Um 21:00 stellte sich dann die Frage, wie denn Bohren & Der Club Of Gore und die Kameras vom WDR Rockpalast zusammenfinden würden. Ist Licht doch zum Filmen eigentlich unerlässlich, ist es für die Herren vom Club Of Gore eher lästig, finden deren Konzerte doch eigentlich in bestuhlter Dunkelheit statt. Scheinbar verfügt der WDR über sehr lichtempfindliches Equipment, denn tatsächlich war die Beleuchtung minimal, die Bassdrum als "heller" Punkt sowie dezente Spots untermalten den "Dreiklang aus Tanz, Wurst und Bier" (O-Ton) optimal. Wie immer waren die Ansagen zwischen den Stücken ein herrlicher Kontrapunkt zu der Musik, Sätze wie "Bin ich emotional gefestigt genug, meine schwarzen Wände grau zu streichen?" (aus der Einleitung zu Still am Tresen) sorgten für Heiterkeit, so stellt man sich einen Helge Schneider beim Therapeuten vor. Auch bei der Länge ihres Sets bewiesen Bohren ihre Eigenwilligkeit, ließen sie den eigentlich laut Ablaufplan eingeräumten 50 Minuten noch Midnight Black Earth folgen und spielten so eine gute Stunde. Wie sich der Auftritt in bewegten Bildern macht, kann man demnächst im Rockpalast sehen.

Bohren & Der Club Of Gore
Schon beim folgenden Umbau konnte man dann erkennen, dass es nicht so düster weitergehen sollte, denn die Leuchtkraft der Scheinwerfer wurde schon einmal ausgetestet. außerdem hing eine große Leinwand über der Bühne für diverse Projektionen bereit. Diese optische Untermalung kam auch direkt beim opener White Noise sehr schön zur Geltung.

Mogwai
In den folgenden gut 80 Minuten wechselten sich immer wieder ältere Stücke mit den Titeln vom grandiosen diesjährigen Album Hardcore Will Never Die, But You Will ab.Gerade die neuen Stücke in ihrer rhythmischen Vielfalt ließen für mich die älteren Songs etwas verblassen und wenn dann auch noch wie bei How To Be A Werewolf im Hintergrund das tolle Video mit der Radfahrt ins Licht lief, war es schon sehr beeindruckend. Zumal der Sound sehr gut war, auch wenn es für meinen Geschmack bei den krachenden Passagen noch etwas lauter hätte sein können. Hier fehlte dem Auftritt etwas der Druck und die Urgewalt, die mich im März in Frankfurt noch umgehauen hatte, insbesondere weil erneut Mogwai Fear Satan als letzter Song gespielt wurde.
So war es ein gutes, aber nicht überragendes Konzert, wobei atmosphärisch sogar Bohren & Der Club Of Gore leicht die Nase vorn hatten, optisch und akustisch sich aber Mogwai beugen mussten.

Mogwai

Dienstag, 8. März 2011

Mogwai

Mogwai / RM Hubbert

06.03.11 Mousonturm, Frankfurt

Hardcore Will Never Die, But You Will ist jetzt schon der Albumtitel des Jahres und zudem auch noch eines der schönsten Mogwai-Alben der letzten Jahre geworden. Da wunderte es nicht, dass der Auftakt ihrer Deutschland-Tour ausverkauft war, doch dank Thomas vom Campusradio Mainz kam auch ich noch rein.
RM Hubbert, den ich schon letztes Jahr mit The Unwinding Hours gesehen hatte, eröffnete den Abend mit seinen feinen Gitarrenbögen und kam überraschend gut an. Mogwai-Fans scheinen auch ein Gespür für die leisen Töne zu haben.
Gegen 22:15 betraten dann die sechs Schotten die Bühne des inzwischen zu einem kleinen tropischen Feuchtbiotop mutierten Mousonturms und brachten mit White Noise, dem Opener des neuen Albums, quasi gleich das Motto des Konzerts. Ähnlich wie vor zwei Jahren im Bochumer Schauspielhaus trafen auch diesmal der exzellente Sound auf die unglaublich lauten Gitarrenwände, eigentlich ein unerlässlicher Faktor, um Mogwai live genießen zu können (daher geht mein Bedauern schon jetzt an alle, die die Band in Köln in der Live Music Hall sehen müssen).
Zudem wurden vor allem die neuen Stücke optisch von netten Installationen auf der großen Leinwand untermalt, die den wunderbaren Gesamteindruck abrundeten. Auch der Wechsel zwischen den dynamischeren neuen Songs wie San Pedro oder Rano Pano mit älteren Schleichern wie Auto Rock passte sehr gut, so konnte sich nicht die manchmal bei früheren Auftritten aufgekommene Langeweile einstellen. Bei Mexican Grand Prix, dem Abschluss des regulären Sets, alberte die Band sogar auf der Bühne rum, ein vollkommen ungewohntes Bild.
Zur Zugabe allerdings war dann Schluß mit lustig. Nach der wunderbaren B-Seite Hasenheide und dem live ziemlich schräg gesungenen Groover George Square Thatcher Death Party wurde dann das Konzert infernalisch beendet und es war schon Mitternacht, als die letzten Rückkopplungen von Mogwai Fear Satan ausgeklungen waren.

Setlist:
White Noise
I'm Jim Morrison, I'm Dead
Killing All The Flies
Travel Is Dangerous
San Pedro
Rano Pano
Death Rays
Auto Rock
You're Lionel Richie
Helicon 1
2 Rights Make 1 Wrong
Mexican Grand Prix
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Hasenheide
George Square Thatcher Death Party
Mogwai Fear Satan

Sonntag, 5. September 2010

Mogwai (Posted Date: 02 Jul 2009, 21:24)

Mogwai

30.06.09 Schauspielhaus, Bochum

I usually associate quiet, mostly acoustic music with shows in real theatres so I was very curious what one of the loudest bands on this planet would do in such an environment. The gig was part of the K15 festival at the Schauspielhaus in Bochum.
First, Zidane: A 21st Century Portrait was screened, a documentary about Zinédine Zidane shot during a Spanish league match with the soundtrack written by Mogwai.
Then Mogwai entered the huge stage and started off quieter than usual. The sound was crystal clear and, therefore, you could hear so many more details of the multifarious songs than in an ordinary club where the sheer wall of noise seems to drown everything. But the deafening outbursts came and the whole building seemed to be shaken to its foundations.
Especially the last song of the set, a massive extended version of Batcat from their latest album The Hawk Is Howling nearly blew the roof off the Schauspielhaus. It was the perfect finale of a superb 100 minute show.
I guess I'm spoiled but I can't imagine wanting to see a normal Mogwai concert again with all the limitations of a rock club now I've experienced how brilliant they can sound in a perfect place.