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Montag, 13. Mai 2013

Nomeansno

Nomeansno

09.05.13 Druckluft, Oberhausen

Nur drei Tage nach dem schönen Auftritt von Fang Island war ich schon wieder am Druckluft und erneut bevölkerten Horden den Biergarten, diesmal aber weniger Hipster, dafür meistens Alt-Punks, die mit Nomeansno in die Jahre gekommen waren. Zuvor bei den Konzerten in der Halle, war die Bühne meistens etwas vorgezogen, damit der Raum davor nicht zu groß und trostlos leer wirkte, doch dies war heute nicht nötig.

Nomeansno

Eine Vorgruppe gab es wegen Krankheit nicht und so ging es nach kurzer Aufwärmphase im Backstage-Bereich um zehn vor zehn los. Wie schon im Dezember im Gleis 22 wurde der Remix von The River als Intro verwendet, in den dann die ganze Band einstieg. Aus dem riesigen Back-Katalog wurden wieder handverlesene Perlen gespielt, dabei wirkte die Band frisch und gut gelaunt, womöglich weil es erst das zweite Konzert der Tour war.


Das mag auch der Grund gewesen sein, warum Bassist Rob Wright mal eben den Einsatz zu Graveyard Shift verpatzte. Das blieb aber der einzige Patzer eines gelungenen Auftritts, bei dem die akten Herren auch seit langem mal wieder die Ramones coverten mit I Don't Care. Zwischendurch gab es noch einen kleinen Einblick in die Pläne von Schlagzeuger John Wright. Er wird nach Ende der Tour noch etwas in Deutschland bleiben und seinem Hobby, der Bier-Brauerei, nachgehen. Die regelmäßigen Konzertreisen scheinen auch seine Geographie-Kenntnisse positiv erweitert zu haben, denn er korrigierte seinen Bruder Rob, dass er in Franken und nicht in Bayern sein werde.


Zum Ende des regulären Sets schnallte sich Rob dann ausnahmsweise mal eine Gitarre statt des Basses für Joyful Reunion von 0 + 2 = 1 um. Das sehr gut gefüllte Druckluft wollte mehr und bekam eine dem Durchschnittsalter angemessene Zugabe.Nach dem Klassiker Dark Ages wurden wieder die Ramones gecovert, wobei Gimme Gimme Shock Treatment nahtlos in The End Of All Things überging, dem würdigen ende eine sehr guten Konzerts, deutlich besser als der Auftritt in Münster Ende letzten Jahres.


Beim Verlassen der Bühne nach fast 100 Minuten Spielzeit gab Gitarrist Tom Holliston, dessen Hemd während des Sets seine Farbe von einem normalen Blau in ein verschwitztes schwarz-Blau gewechselt hatte, sein Plektron einem kleinen Jungen, der mit seinen Eltern da war, für den Nachwuchs der Fanschar ist also gesorgt.
Übrigens äußerte sich Tom in seinem Tourblog äußerst lobend über das Druckluft und seinen Sound und das vollkommen zu Recht, ist es doch in den letzten Jahren auch einer meiner liebsten Clubs geworden, sowohl was den Klang als auch das Programm und überhaupt das nette Drumherum betreffen.

Setlist Nomeansno

Setlist:
The River
In Her Eyes
Oh No! Bruno!
Every Day I Start To Ooze
Jubilation
Ghosts
Slave
I Don't Care
One In The Same
The Graveyard Shift
The World Wasn't Built In A Day
Obsessed
The Hawk Killed The Punk
He Learned How To Bleed
The Tower
Joyful Reunion
-------------------------------------
Dark Ages
Gimme Gimme Shock Treatment
The End Of All Things

Rob Wright / Nomeansno

Dienstag, 18. Dezember 2012

Nomeansno / Keine Zähne im Maul Aber La Paloma Pfeifen

Nomeansno / Keine Zähne im Maul Aber La Paloma Pfeifen

12.12.12 Gleis 22, Münster

Nomeansno, habe ich die nicht erst neulich gesehen? Bei den zwei bis drei Touren im Jahr der kanadischen Urgesteine kann man schon einmal durcheinander kommen. Tatsächlich hatte ich sie letztes Jahr und auch im September verpasst, dafür aber als ihr Hockey-fanatisches Alter Ego Hanson Brothers im Frühjahr erlebt.
Was zeichnet so einen klassischen Eishockeyspieler aus? Keine Zähne im Maul, aber La Paloma pfeifen. Und auf diesen wunderschönen Namen hörte die Vorgruppe des Abends, ein Trio aus Kiel, das schon optisch die Latte ganz schön hoch legte. Postsexuell heißt ihr beeindruckendes Album und so kann man auch das Outfit von Sänger/Gitarrist Jochen bezeichnen. Kappe, verwaschenes Tim & Struppi-T-Shirt und eine blaue Jogginghose, da fühlt man sich doch glatt an eine Bude in Gelsenkirchen-Bismarck versetzt.

Keine Zähne Im Maul Aber La Paloma Pfeifen

Doch musikalisch gab es zum Glück keinen Ruhrpott-Asi-Punkrock, sondern feinen Old-Wave-Punk mit tollen Texten. Gerade das Wave-Element wurde immer wieder eingestreut, sogar der gute, alte Drum-Computer kam zum Einsatz, so dass teilweise Schlagzeuger Lars an die zweite Gitarre wechseln konnte. Bei einem Stück zitierte man dann mit den Schluss-Akkorden die Hauptattraktion des Abends mit Oh No! Bruno! Daraufhin öffnete sich die Tür des Backstage-Raums und John Wright schaute raus und rief "You're gonna pay for this!"
Hatten bislang Messer den inoffiziellen Titel Beste Erben Fehlfarbens inne, sind nicht nur mit diesem Auftritt Keine Zähne Im Maul Aber La Paloma Pfeifen locker an ihnen vorbeigezogen und wenn sie sich an ihren für mich besten Song Leb so, dass es alle wissen wollen halten, wird man von ihnen noch viel hören, hoffentlich.


Als wenn sich Nomeansno von ihrer Vorgruppe hätten inspirieren lassen, eröffneten ungewöhnliche Electro-Klänge ihr Set. John Wright spielte dazu Schlagzeug, sein Bruder Rob stand ohne den gewohnten Bass am Mikrofon und so langsam erkannte man, dass es sich um den Remix von The River von ihrer aktuellen EP Butchering The Sacred Cows Volume One handelte, einem Ausflug in das für Punkbands ungewohnte Terrain der Remixe. Doch keine Angst, das war nur als Intro, denn schon mitten im Song wechselten der elektronische zum elektrifizieten Sound und es wurde den Rest des Abends gerockt.

Nomeansno

Die Setlist des Abends schien vom Wetter beherrscht zu werden, denn Rob Wright hatte eine Erkältung, die seine Stimme arg in Mitleidenschaft gezogen hatte, so dass möglichst ohne große Worte und viel Text gespielt wurde. Erfreulicherweise war The Graveyard Shift mal wieder im Programm, ansonsten gingen fast ohne Punkt und Komma die Stücke nahtlos ineinander über. Trotz der gesundheitlichen Beeinträchtigung spielten Nomeansno gut 90 Minuten mit zwar nur einer Zugabe, aber die hatte es mit einer geradezu epischen Version von Two Lips, Two Lungs And One Tongue in sich.

Nomeansno

Selbst business as usual ist bei Nomeansno immer noch sehr gut und im Paket mit Keine Zähne Im Maul Aber La Paloma Pfeifen war es sogar großartig.

Freitag, 12. November 2010

Nomeansno

Nomeansno / The Pack A.D.

11.11.10 Zwischenfall, Bochum

In den letzten Jahren ist es schon beinahe Tradition geworden, dass Nomeansno zweimal Europa besuchen und so gab es nach dem Auftritt in Oberhausen im April ein Wiedersehen mit den drei rüstigen Kanadiern.
Erneut begleitete sie das ebenfalls aus Kanada stammende Frauenduo The Pack A.D., die es erneut mühelos schafften, das Publikum mit ihrer Mischung aus Sleater-Kinney-Blues und Garagenrock à la frühe Hives zu begeistern. Die Schlagzeugerin schaffte es direkt im ersten Stück, das Fell ihrer Snare zu zerschmettern, so dass Nomeansno-Schlagzeuger John Wright als Drum Tech in die Bresche sprang und ihr seine Snare lieh, während er dann schnell ihre neu bespannte. Das Publikum hatte Lust auf mehr, aber der enge Zeitplan mit einem vorgesehenen Konzertende um 23 Uhr ließ dies leider nicht zu.


Die alten Herren von Nomeansno beeilten sich danach mit dem Umbau, um kurz nach halb zehn wie schon im Druckluft mit Old von der neuen Tour EP No. 1 zu beginnen. Dieses Mal spielten sie die EP komplett und vor allem Something Dark Against Something Light mit seinem orientalischen Rhythmus war für mich ein Highlight des Abends wie auch das herrliche Metronome. Mit einer Zugabe aus Victory und Body Bag machten sie dann um Punkt elf Schluss.
Im Umgang mit dem Publikum zeigten sie sich gut gelaunt wie immer, nur die Fotografen hatten es etwas schwieriger heute. Einer von ihnen hatte sich direkt beim ersten Lied auf die Bühne gesetzt, um bessere Motive zu bekommen und reagierte nicht sofort, als ihn Bassist Rob Wright kurz bat, dies zu unterlassen, woraufhin er im wahrsten Sinne des Wortes von ihm weggekickt wurde. In einer kurzen Stimmpause erklärte dann Gitarrist Tom Holliston, dass die Band nichts gegen Fotografen habe und jeder gerne Bilder machen könne, die Leute aber bitte dabei die Band auf der Bühne nicht stören und ihr vor allem den Platz auf dieser lassen solle. Als dann die Band doch noch einmal zu einer zweiten Zugabe herauskam, ahnte man Böses, als ein sichtlich betrunkener Fan auf die Bühne wankte, schnurstracks ans Mikro ging und allen erklärte, dass seine Frau weg sei, er kein Geld mehr habe und sich nun ausziehen wolle. Doch Rob reagierte gelassen, ließ ihn gewähren, begann das letzte Lied des Abends und drängte ihn dabei sanft von der Bühne, wobei ihm der Rest des Publikums half und den armen Tropf anschließend daran hinderte, wieder zurück aufs Podest zu kommen. 
Stattdessen gab es dann mit Now ein grandioses Finale, bei dem das ganze Zwischenfall eine ausgelassene Party feierte.

Sonntag, 5. September 2010

Nomeansno (Posted Date: 02 May 2010, 16:49)

Nomeansno / The Pack A.D.

28.04.10 Druckluft, Oberhausen

Über drei Jahre ist es schon her, dass All Roads Lead To Ausfahrt erschien, da muss doch bald mal was Neues kommen. Und richtig, im Gepäck zur aktuellen Tour haben Nomeansno die Tour EP1, vier neue Stücke auf Vinyl (das aber leider in Oberhausen noch nicht zu kaufen war).
Und im Gepäck hatten sie auch eine kanadische Vorband namens The Pack A.D., zwei Frauen an Schlagzeug und Gitarre, was zwangsläufig sofort Assoziationen zu anderen Duos wie The White Stripes oder The Kills weckt, aber dank Sängerin Beckys markanter Stimme auch noch sehr viel Sleater-Kinney raushören ließ. Die beiden ernteten jedenfalls für eine Vorband ungewöhnlich viel Applaus und das vollkommen zu Recht.
Die alten Herren von Nomeansno waren danach souverän wie immer. Gleich als Opener spielten sie Old von der neuen EP (zwei weitere Stücke davon folgten später auch noch) und gaben damit etwas die Richtung des Abends an. Denn im Gegensatz zu den "poppigeren" Setlists der Ausfahrt-Konzerte wurde dieser Abend etwas frickeliger, was sehr angenehm war.
Da zum Ende hin Robs Bassverstärker wohl den Geist aufzugeben schien, war nach knapp 100 Minuten mit Victory Schluss, auch wenn man den Eindruck hatte, die Band hätte noch länger spielen wollen.
Das Fazit des Abends prangte jedenfalls auf den Shirts am Merch-Stand: Old is the new young.

Nomeansno (Posted Date: 26 Jul 2009, 15:36)

Nomeansno / Ampersand

23.07.09 Gebäude 9, Köln

Nomeansno are doing their usual routine: album, tour, tour, tour, tour, tour, album. It's their fourth or fifth trip to Europe after releasing their last album All Roads Lead To Ausfahrt back in 2006. But they didn't only play old songs but opened their set with a brand new track called Old. The following 105 minutes brought some more new songs and well known classics such as Rags And Bones, Body Bag or Every Day I Start To Ooze.
Apart from the great music it's also always fun watching the three old men (Rob Wright turned 55 this year and I think for the first time over the years he really looked that old) enjoying themselves.
So it was business as usual but on such a high level most other bands never reach.