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Freitag, 18. April 2014

Thalia Zedek

Thalia Zedek

30.03.14 Privat, Essen

Ende Februar hatte Thalia Zedek mit ihrer Band ihre Europa-Tournee beim Small Beast in Dortmund begonnen. Einen Monat später endete sie in Turin und die Band sollte von dort nach Enschede fahren, ehe es dann von Amsterdam aus zurück in die Staaten ging. Das brachte gaesteliste.de-Redakteur Carsten auf die exzellente Idee, die Band zu sich nach Hause nach Essen einzuladen, ihr eine Unterkunft für die Nacht anzubieten und Thalia vor einigen Freunden solo spielen zu lassen.

Thalia Zedek
Carstens Wohnzimmer beherbergt eine sehr umfangreiche Vinyl-Sammlung und für den Abend hatte er die Vinyl-Schaukästen an der Wand mit den Covern von Thalia Zedeks Platten bestückt.
Gegen 20:30 traf die Band in Essen ein und während sich die übrigen Musiker in der Küche stärkten, baute Thalia im Wohnzimmer einen kleinen Verstärker auf und begann um neun ihr Soloset vor zehn Gästen. Dem intimen Rahmen angemessen erzählte sie viel mehr zu den einzelnen Songs als auf den normalen Shows und hatte auch die Setlist etwas umgestellt und mehr Stücke von ihren Soloalben ins Programm aufgenommen.


Nach den zwei Shows in kompletter Besetzung in Dortmund und Köln war es sehr schön, die Stücke alternativ im nackteren Gewand zu hören. Vor allem bei Afloat war der Unterschied in der Stimmung des Liedes frappierend. Solo wirkten Thalias Interpretationen viel persönlicher und ihr Gesang klang deutlich emotionaler, als ob sie sich im Bandgefüge etwas zurücknehmen würde. Dafür wurde im Gegensatz die Rolle von David Michael Currys Geige, die ja gerade im King Georg oft wie eine zweite elektrische Gitarre klang, durch die heutige Abwesenheit, umso bewusster. Und auch wenn Thalia erzählte, dass ihr Booking Agent sie am liebsten solo in Europa touren sehen würde, gefielen mir die Band-Auftritte noch besser als diese nichtsdestotrotz wunderschöne Soloshow.
Nach etwas über einer Stunde und einer Zugabe, also in etwa die Länge der übrigen Konzerte der Tour, war die Europa-Tournee dann endgültig vorüber und Thalia konnte sich auch endlich auf den Weg zum Büffet in die Küche machen.


Setlist:
Next Exit
Fell So Hard
Walk Away
Winning Hand
No Substitutions
Bone
In This World
Brother
Afloat
Julie Said
1926
-----------------
Flathand

Dienstag, 18. März 2014

Thalia Zedek

Thalia Zedek

06.03.14 King Georg, Köln

Keine Woche nach Thalia Zedeks unglaublich gutem Auftritt beim Small Beast in Dortmund und keine zwei Wochen nach meinem ersten Besuch im King Georg bei Die Nerven kreuzten sich beide Wege und ich stand erneut abends vor dem Kölner Club und wartete auf den Einlass. Und da die Welt eine besonders kleine ist, kam ich vor der Tür ins Gespräch mit Peter, der einen empfehlenswerten Konzert-Blog namens Kleines Konzerttagebuch führt und ebenfalls in Dortmnd bei Thalia Zedek gewesen war. Das Trio der Doppelpack-Besucher wurde dann noch vervollständigt durch Carsten von gaesteliste.de, der ein sehr lesenswertes Interview vor der Tour mit Thalia Zedek geführt hatte.

Thalia Zedek

Im Gegensatz zum Konzert von Die Nerven war das King Georg diesmal angenehm leer, nur gut 40 Zuschauer hatten sich eingefunden, so dass diesmal unter dem Kronleuchter keine gedrängelte Enge herrschte. Kurz vor neun ging es los mit leicht veränderter Setlist aber einem gegenüber dem Dortmunder Auftritt deutlich anderem Sound. Das Institut des Schauspielhauses bietet sicher keine optimalen Bedingungen für einen ausgewogenen, gut abgemischte Sound, doch war es letzte Woche dem Tonmenschen gelungen, dies hinzubekommen, das Gewicht auf Thalia Zedeks Stimme und Gitarre zu legen, ohne die anderen Instrumente zu sehr in den Hintergrund zu drängen. Im King Georg hingegen ging ihre herbe, markante Stimme fast unter und wurde vor allem von Bass und Geige nahezu komplett überlagert. Dabei muss man allerdings zu Gute halten, dass die Geige, hervorragend gespielt von David Michael Curry, diesmal wie eine Gitarre klang, so hart und knarzend, was den Songs eine ungewohnte Härte verlieh und ihnen durchaus gut tat. Doch den Verlust des einprägsamen Gesangs konnte das leider nicht ausgleichen.
Nichtsdestotrotz war es natürlich ein guter Auftritt, erneut mit Afloat als großartigem Abschluss des regulären Sets. Die Zeit reichte noch für eine kurze Zugabe, ehe dann pünktlich um 22 Uhr Zapfenstreich war.

Thalia Zedek

Auch wenn der Dortmunder Auftritt eine Klasse für sich war, hatte sich die Fahrt nach Köln gelohnt und hoffentlich gibt es bald noch eine Gelegenheit, diese großartige Sängerin noch einmal live zu erleben.

Setlist:
Winning Hand
Fell So Hard
Walk Away
Go Home
Dreamalie
Get Away
Brother
Julie Said
Bus Stop
Stars
Afloat
------------------
1926

Small Beast w/ Thalia Zedek

Small Beast

w/ Thalia Zedek / Greta Gertler / Paul Wallfisch

28.02.14 Schauspielhaus, Dortmund

Über 80 Tage ohne Alkohol, dazu noch den Jetlag von einem interkontinentalen Flug in den Knochen, auf dem er Robert Redfords letzten Film All Is Lost gesehen hatte, allerdings wegen der bevorstehenden Landung ohne die letzten fünf Minuten. Diese Voraussetzungen ließen Paul Wallfischs einleitenden Auftritt beim Small Beast unter keinem guten Stern stehen.

Paul Wallfisch
Und der Anfang wirkte auch etwas fahrig und müde. Zentraler Einfluss war diesmal Leonard Cohen, dessen Biografie Wallfisch gerade gelesen hatte und den er mit Chelsea Hotel würdigte. Nach einer viel zu schnellen Ragtime-Version von Because You're Gone konnte ihn erst seine Version von Waterloo Sunset bremsen, immerhin nach seinen Worten bei einem früheren Small Beast eines seiner absoluten Lieblingslieder aller Zeiten. Nun stimmte seine Form und zum Abschluss holte er sich Greta Gertlers Schlagzeuger Adam Gold auf die Bühne, um dem verstorbenen Philip Seymour Hoffman das in dessen Film Almost Famous vorkommende Led Zeppelin Stück That's The Way ungeprobt zu covern.

Greta Gertler

Adam Gold blieb dann gleich sitzen, während Greta Gertler den Platz am Klavier einnahm und es sich mit grünen Tüchern auch noch etwas verschönerte. Die Australierin hat zusammen mit Gold und diversen Gastmusikern unter dem Namen The Universal Thump ein Album eingespielt und weilte im Rahmen ihrer kurzen Europa-Tournee in den Londoner Abbey Road Studios, wo sei gleich fünf neue Stücke eingespielt hat, von denen sie eine Handvoll an diesem Abend präsentierte. Das klang alles sehr nett und Gertler präsentierte sich auch gut gelaunt und sehr unterhaltsam, doch so richtig wollte bei mir der Funke nicht überspringen.

Thalia Zedek

Nach Mitternacht begann dann der Höhepunkt des Abends mit Thalia Zedek und ihrer Band. Die ehemalige Come-Sängerin hat letztes Jahr mit Via ein tolles Soloalbum vor- und rechtzeitig zum Tour-Auftakt mit Six noch eine brandneue EP nachgelegt. Auch wegen des neuen Drummers in der Band bildeten die beiden Veröffentlichungen das Kernstück des Sets, aber Thalia hatte bereits in einem sehr lesenswerten Interview im Vorfeld der Tour auf gaesteliste.de angekündigt, dass auch Perlen aus ihrem umfangreichen Backkatalog auf dem Programm stehen würden.
Eine dieser Perlen war das V-Cover 1926, dass sich immer weiter hin zu einem großen Finale steigerte und die Zuhörer andächtig mitschwingen ließ. Diese Stilmittel tauchte häufiger auf, so auch bei Afloat, eigentlich für Six solo aufgenommen, aber in obigem Interview hatte Thalia verraten, dass sie für das Stück immer eine Band-Version vor Augen hatte und so wurde es denn auch an diesem Abend perfekt umgesetzt.


Überhaupt war das Zusammenspiel der Musiker exzellent (nur der neue Schlagzeuger brauchte manchmal kleine Anweisungen vom Bassisten); Bass, Schlagzeug, Geige und Piano unterstützten die staubtrockene Gitarre und Stimme Thalia Zedeks, die beide deutlich und zu Recht im Vordergrund standen.
Mit Afloat hatte das reguläre Set geendet, doch auch zu so fortgeschrittener Stunde war es nicht zu spät für eine Zugabe und in Anlehnung an Paul Wallfischs Einleitung, beendete Leonard Cohens Dance Me To The End Of Love nach gut 75 Minuten dann den Abend.

Paul Wallfisch

Nach diesem ausgezeichneten Auftritt, einem der besten überhaupt, die ich bislang im Rahmen des Small Beast gesehen habe, war für mich klar, dass ich mir die Band auch in der Woche drauf noch einmal in Köln ansehen würde.

Setlist Thalia Zedek:
Fell So Hard
Walk Away
Dreamalie
Since Then
Winning Hand
Greean And Blue
Bus Stop
Julie Said
1926
Stars
Afloat
------------------------------
Dance Me To The End Of Love