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Mittwoch, 18. April 2012

The Twilight Sad

The Twilight Sad

14.04.12 Geböude 9, Köln

24 Stunden sind vergangen und schon stand man wieder vor einer Bühne, die von fünf Schotten betreten wurde. Nach dem Konzert im Steinbruch gastierten The Twilight Sad erneut in Köln und wieder im Gebäude 9, wo sie vor gut einem halben Jahr im Rahmen der Fat Cat Tour bereits mit We Were Promised Jetpacks spielten.
Vorgruppe gab es diesmal keine, die Setlist war die gleiche wie am Abend zuvor und auch ungefähr die gleiche Anzahl an Besuchern war da, was im deutlich größeren Gebäude 9 leider sehr spärlich aussah und für einen Samstag Abend auch ein eher enttäuschender Besuch war.
Dafür gab der Herr an den Lautstärkereglern einen aus und sorgte für richtig ohrenbetäubenden Lärm, was zur folge hatte, dass James' Stimme nicht so schön rüberkam wie in Duisburg. Aber scheinbar wurde etwas in die Anlage investiert, denn bei allem Krach war der Sound nicht so breiig wie früher im Gebäude 9, Doks Keyboard war sogar noch prägnanter als im Steinbruch.

Martin Doherty und Johnny Docherty (The Twilight Sad)
Wie so oft wuchsen tatsächlich auch die neuen Songs durch das mehrmalige Hören, vor allem das atmosphärische Nil. James Graham war einmal mehr der Mittelpunkt, tänzelte zu den neuen Songs, kauerte in ruhigeren Passagen auf der Bühne und starrte mit einem derart unglaublich eindringlichem Blick beim letzten Stück, At The Burnside, ins Publikum, dass man einen Amoklauf befürchten konnte. Und wieder war er nach dem Konzert wie ausgewechselt und der nette Junge von nebenan.

The Twilight Sad
Den Sonderapplaus des Abends erhielt übrigens Dok, als er kurz nach Ende des Konzerts auf die Bühne kam und frenetisch beklatscht wurde, da die Zuschauer doch noch eine Zugabe erhofften. doch mehr als eine Stunde Twilight Sad schien es auf dieser Tour nicht zu geben.

Setlist:
Kill It In The Morning
Don't Move
That Summer, At Home I Had Become The Invisible Boy
Dead City
I Became A Prostitute
Reflection Of The Television
Alphabet
Another Bed
Nil
Cold Days From The Birdhouse
And She Would Darken The Memory
At The Burnside

Dienstag, 17. April 2012

The Twilight Sad

The Twilight Sad

13.04.12 Steinbruch, Duisburg

Ein halbes Jahr ist es her, als The Twilight Sad auf ihrer kurzen Tour mit We Were Promised Jetpacks live einen Vorgeschmack auf ihr neues Album No One Can Ever Know gaben. Und das schmeckte etwas ungewöhnlich, schienen sie doch eindeutig zu viel 80er Jahre Wave-Musik gehört zu haben. Nun präsentierten sie das inzwischen erschienene Machwerk auf ihrer eigenen Headliner-Tour und machten dabei im gemütlichsten Club des ganzen Ruhrgebiets, dem Duisburger Steinbruch, auch erstmals Station.
Eine unbekannte Kölner Vorband wurde sträflich ignoriert und kurz nach halb zehn erwartete man dann gespannt mit den ca. 100 anderen Anwesenden im gut gefüllten Raum die fünf Glasgower.

The Twilight Sad
Kill It In The Morning vom neuen Album als Opener zeigte gleich direkt die "neuen" Twilight Sad, rhythmisch simpler und mit leicht erhöhtem Tempo, dafür auch mehr Keyboard-Einsatz. Doch James Grahams wunderbare Stimme mit den schönsten gerollten Rs, die der schottische Akzent zu bieten hat, rettete die Stücke vor der Langeweile, zumal der sonst so freundliche junge Mann auf der Bühne einfach magisch bis manisch wirkte. Da er sonst in den kleinen Clubs trotz seines mächtigen Organs oft nicht gegen den lauten Sound seiner Bandkollegen ankommt, war der wie immer gute Ton im Steinbruch umso angenehmer.
Die ersten zwei Drittel des Konzerts standen die Songs von No One Can Ever Know im Vordergrund, nur gelegentlich unterbrochen von älteren Hits wie I Became A Prostitute. Doch richtig magisch wurde es erst, als Graham wie gewohnt a cappella Cold Days From The Birdhouse anstimmte, gefolgt von And She Would Darken The Memory, leider bereits als vorletztes Lied des Abends angekündigt.


Und tatsächlich war nach At The Burnside Schluss und die Band ließ sich auch nicht zu einer Zugabe überreden.
Schlecht klangen die neuen Songs nicht, doch an die Überzeugungskraft der alten Kracher kamen sie nicht ran, haben aber Wachstumspotential.

Sonntag, 25. September 2011

Fat Cat Tour

We Were Promised Jetpacks / The Twilight Sad / Mazes

20.09.11 Gebäude9, Köln

Das renommierte Label Fat Cat schickte drei seiner Bands auf eine kurze Reise durch Europa, auf deren Programm auch ein Zwischenhalt im Kölner Gebäude 9 stand. Eine gute Gelegenheit, neue musikalische Lebenszeichen von We Were Promised Jetpacks und The Twilight Sad zu hören und erstmals die englischen Außenseiter Mazes in diesem Schotten-Paket live zu erleben.
Als wir gegen halb neun am Gebäude 9 ankamen, spielten die Mazes bereits, so dass man nur noch die letzen Songs von draußen mithören konnte. Daher lässt sich leider nicht beurteilen, ob das gefällige Debütalbum A Thousand Heys auch live überzeugen konnte.
The Twilight Sad waren zuletzt im November 2009 in Deutschland unterwegs gewesen., damals noch mit dem Craig Orzel am Bass. Der ist mittlerweile ausgestiegen und als Ersatz holte man sich Johnny Docherty von der befreundeten Glasgower Band Take A Worm For A Walk Week. Das neue Album No One Can Ever Know ist im Kasten und wird allerdings erst im Februar 2012 erscheinen. Deutlich elektronischer soll es werden und Kill It In The Morning, der an diesem Abend live gespielte Vorgeschmack, bestätigte dies und war damit etwas gewöhnungsbedürftig.
Doch davor und danach gab es ja die altbekannten Hits der ersten zwei Alben, vom Opener Reflection On The Television von Forget The Night Ahead, von dem auch noch That Birthday PresentI Became A Prostitute und The Room gespielt wurden. über das wie gewohnt mit A Capella-Intro Gänsehaut erzeugende Cold Days From The Birdhouse vom ersten Album Fourteen Autumns And Fifteen Winters, von dem auch That Summer At Home I Had Become The Invisible Boy und And She Would Darken The Memory stammten, die den gut 45minütigen Auftritt beendeten. Wie immer fokussierte sich bei The Twilight Sad live alles auf Sänger James Graham, der mit der in all den Jahren ungebrochenen Intensität und dieser unglaublichen Stimme einfach das Herzstück der Band ist und einmal mehr einem den Atem stocken ließ.

The Twilight Sad
Als We Were Promised Jetpacks im April letzten Jahres zuletzt auf Tour waren (immerhin das dritte Mal innerhalb von sieben Monaten allein in Deutschland), wirkten sie unmotiviert und überspielt.und man wünschte ihnen eine Pause. Die nahm sich die Band auch und kehrt nun mit dem Anfang Oktober erscheinenden Album In The Pit Of A Stomach zurück. Dementsprechend bestand die Setlist nur zur Hälfte aus alten Songs, der Rest war eine Pre-Listening Party. Und die machte Lust auf das neue Album, scheinen doch die atmosphärischen Schrammelorgien zu überwiegen, die mir auch auf These Four Walls besser gefielen als die tanzbaren Nummern.
Mit einem neuen Song begannen die Jetpacks ihr gut einstündiges Set, dem sie mit Quiet Little Voices gleich ihren Hit folgen ließen, als wollten sie sich schon sehr früh dieser Pflichtaufgabe entledigen. Sänger und Gitarrist Adam Thompson hat sich auch seine leicht arrogante Art bewahrt. als ein Zuschauer nach dem dritten Stück erneut "Quiet Little Voices" forderte, knurrte er "We already played that, you moron", um sich danach grinsend bei den Anwesenden für Ihr Erscheinen zu bedanken. Und als das Publikum bei Roll Up Your Sleeves vollkommen aus dem Takt mitklatschte, sagte er "Stop clapping, it sounds terrible".
Die neuen Songs gefielen mir beim ersten Hören sehr gut und passten gut zu den Highlights des Konzerts, dem majestätischen Keeping Warm und dem finalen It's Thunder And It's Lightning, nach dessen Schlussworten "I'm leaving" die Band dann auch ohne Zugabe die Bühne verließ.

We Were Promised Jetpacks
Ein gutes Konzert, doch an The Twilight Sad kamen We Were Promised Jetpacks nicht heran, dafür stahl ihnen James Grahams Bühnenpräsenz einfach die Show.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

The Unwinding Hours - Herbsttour, Teil 1

The Unwinding Hours / The Twilight Sad / RM Hubbert

17.10.10 Oran Mor, Glasgow

Mein dritter Besuch in Glasgow dieses Jahr, da musste dieses Mal doch etwas Abwechslung rein. Und so entschloss ich mich, nach 23 Jahren mal wieder dem Tannadice Park einen Besuch abzustatten, um mir mittags das Spiel von Dundee United gegen Celtic anzuschauen.


Abends gings dann ins Auditorium des Oran Mor, einem der wohl schönsten Konzertsäle, in denen ich je war. Das Auditorium befindet sich im ersten Stock einer alten Kirche und diese geradezu sakrale Atmosphäre sollte sich auch mehr als positiv auf die Bands auswirken.
Zu Beginn zauberte RM Hubbert instrumentale Kleinode aus seiner Gitarre hervor. Danach spielten dann The Twilight Sad in reduzierter Besetzung (nur Gitarrist Andy und Sänger James) ein akustisches Set, in dem natürlich die herausragende Stimme von James Graham besonders zur Geltung kam. Insbesondere Cold Days From The Birdhouse rief bei den Zuschauern eine Gänsehaut hervor und sorgte für andächtige Stille. Zudem wurde als Schmankerl auch noch Half A Person von The Smiths gecovert.


Für The Unwinding Hours war es dann ihr vorerst letzter Auftritt in ihrer Heimatstadt und zugleich der Auftakt für eine kurze Tour, die sie (und damit auch mich) nächste Woche durch Holland und Deutschland führt.
Was würde anders im Vergleich zu ihrer ersten Reise im April sein? Knut rutschte an den Anfang des Sets und mit Oxygen wurde ein brandneues Lied zum ersten Mal gespielt, ihr bislang poppigster und schnellster Song, wofür Craig sich auch gleich entschuldigte, ist man doch von ihm sonst eher Musik in Moll gewohnt. Danach ging es dann mit Stücken vom Album weiter, wobei an diesem Abend besonders Schlagzeuger Johnny Scott in Hochform war. Peaceful Liquid Shell ist und bleibt live ein absolutes Highlight mit dem herrlich beschwingten Bass von Graeme Smillie und The Final Hour setzte dann wieder den bombastischen Schlusspunkt unter das reguläre Set.
Zur Zugabe erschien zunächst nur Craig und spielte (ebenfalls eine Premiere) Burning River, das vielleicht schönste Lied der Tour EP. Danach gesellte sich RM Hubbert mit auf die Bühne, um Spirit Ditch von Sparklehorse zu covern, das sie für das Benefiz-Projekt The Steinberg Principle aufgenommen haben. Wer ein gutes Werk tun möchte, kann den Song hier käuflich erwerben. Den Abschluss eines wunderbaren Konzertabends bildete dann wieder der alte Aereogramme-Kracher The Art Of Belief.
Bei einigen Laphroaig liessen wir dann noch den Abend bis in den frühen Morgen gemütlich ausklingen.

Setlist:
Knut
Tightrope
Oxygen
There Are Worse Things Than Being Alone
Traces
Peaceful Liquid Shell
Child
Annie Jane
The Final Hour
--------------------------
Burning River
Spirit Ditch
The Art Of Belief

Sonntag, 5. September 2010

The Twilight Sad (Posted Date: 06 Dec 2009, 22:02)

The Twilight Sad / The Death Letters

19.11.09 Gleis 22, Münster

Der Touralltag kann manchmal ganz schön aufregend sein, sogar aufregender, als einem lieb ist. Zwischen Frankfurt und dem heutigen letzten Deutschland-Auftritt in Münster waren  Dies berichtete jedenfalls Keyboarder Martin Doherty von The Twilight Sad, als wir uns im Gleis 22 wiedersahen. Die Band war unter anderem in Italien unterwegs und wurde dort von zwei als Polizisten verkleideten Gangstern überfallen und ausgeraubt. Die beiden erbeuteten etwas Bargeld und entkamen, ohne in den Bandbus geschaut zu haben und das Equipment der Band entdeckt und mitgenommen zu haben. Vor allem der Verlust der Laptops wäre für Dauerzocker Dok nur schwer zu ertragen gewesen.
In Münster zeigte sich die Band davon gut erholt und lieferte ihren bislang besten Auftritt ab. Vor allem And She Would Darken The Memory klang druckvoller als je zuvor.
Außerdem erzählte mir Dok, dass er eine Mail vom ehemaligen Aereogramme-Kollegen Craig erhalten habe, in der er gefragt wurde, ob er in der Liveband seines neuen Projekts The Unwinding Hours mitspielen würde. Da The Twilight Sad auch nächstes Jahr ausgiebig touren wollen, steht das leider noch in den Sternen. Ich bin jedenfalls gespannt, ob er bei deren erstem Auftritt Ende Januar 2010 in Glasgow mit auf der Bühne sein wird. Ich werde auf jeden Fall davor stehen.

The Twilight Sad (Posted Date: 11 Nov 2009, 18:18)

The Twilight Sad / Sad Day For Puppets

09.11.09 Nachtleben, Frankfurt

Twilight Sad, die Zweite. Wie schon in Köln waren es auch in Frankfurt kaum mehr als 50 Zuhörer, die aber in dem deutlich kleineren Laden nicht so verloren wirkten. Doch zunächst spielten die Schweden von Sad Day For Puppets ihren Indierock, eine Mischung aus Buffalo Tom und The Wannadies und das gefiel mir ausgesprochen gut.
The Twilight Sad spielten das gleiche Set wie in Köln und auch sonst gab es nur eine kleine Abweichung: bei That Birthday Present kippte ein Monitor aufs Schlagzeug und der Song musste nach kurzer Reparaturoause erneut gespielt werden. Wieder begeisterten mich vor allem The Room aber auch das infernalische Finale I'm Taking The Train Home.
Aller guten Dinge sind drei, also auf nach Münster nächste Woche.

The Twilight Sad (Posted Date: 07 Nov 2009, 11:17)

The Twilight Sad / The Death Letters

03.11.09 Luxor, Köln

Endlich sind The Twilight Sad aus Glasgow mal als Headliner durch Deutschland unterwegs. Mit ihrem neuen Album Forget The Night Ahead im Gepäck füllen sie nun selber die Clubs, nachdem es bislang nur zu einer Tour im Vorprogramm von Mogwai gereicht hat. Wobei ein gefülltes Luxor anders aussieht. Gerade mal rund 60 Leute verloren sich in dem Schlauch, aber die Band zeigte sich unbeeindruckt. Vor allem Sänger James Graham gab auf der dunklen Bühne alles und sang mit einer unglaublichen Intensität, dass man sich Sorgen machen muss, wie er die ganzen Touren aushält. Gespielt wurden Stücke von beiden Alben, wobei vor allem die älteren Songs wie And She Would Darken The Memory oder Cold Days From The Birdhouse hervorstachen, aber auch das grandiose The Room von der neuen CD.
Nach gut 60 Minuten war Schluß, machte aber Lust auf die weiteren Konzerte dieser Tour. Auch Keyboarder und Gitarrist Martin Doherty (Ex-Aereogramme) zeigte sich anschließend trotz des schwachen Besuchs zufrieden mit dem Konzert, da der Sound ungewöhnlich gut war für Luxor-Verhältnisse.