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Freitag, 7. Februar 2014

The Burning Hell

The Burning Hell / Coldair

22.01.14 Kassette, Düsseldorf

Wer fasst nicht alles gute Vorsätze für das neue Jahr, nur um sie nach kürzester Zeit über Bord zu werfen? Warum sollte sich das Leben nur auf Grund eines recht willkürlichen gewählten Datums ändern? Ich verweigerte mich dem Trend und machte im neuen Jahr so weiter, wie ich das alte beendet hatte, mit einem Konzert von The Burning Hell. Nach ihrem sehr intimen, weil leider nur mäßig besuchten Auftritt im Druckluft spielten sie im Januar in der Kassette in Düsseldorf, was von der Größe des Ladens noch intimer zu werden versprach.

Coldair

Weit gefehlt, denn scheinbar hatten die Leute von der Kassette gut Werbung gemacht, denn bereits kurz nach Acht, als die polnische Einmannkombo Coldair ihr Set begann, war es rappelvoll und draußen standen noch reichlich Interessierte. Coldair selber machte nette, Wave beeinflusste Musik, nur sein Gesang störte etwas. Nach einer knappen halben Stunde beendete er seinen Auftritt Schweiß gebadet, was wir in der ersten Reihe Sitzenden noch nicht ganz nachvollziehen konnten.

The Burning Hell

Doch um auch den letzten Fensterguckern Einlass zu gewähren, wurden auch unsere Sitzgelegenheiten vor die Tür befördert und im Stehen merkte man sofort, dass warme Luft nach oben steigt. Es war wirklich unglaublich warm in der Kassette.Kurz nach neuen begannen die immer noch als Duo tourenden The Burning Hell ihren Auftritt und man merkte sofort, was ein proppevoller Laden für einen Unterschied macht zum leeren Druckluft. Das Publikum ging vom ersten Song an mit und feierte die beiden Kanadier ab.


Obwohl sich ein Gast als Kanadier outete, wagten sie es dennoch, Never Burn The Candian Flag zu spielen und auch das auf deutsch dargebrachte Container fand wohlwollenden Anklang, wie auch das Velvet Underground Cover I'm Sticking With You.

The Burning Hell

Nach einer knappen Stunde verabschiedeten sich die beiden, konnten aber die "Bühne" wegen der vielen Besucher nicht verlassen. Also ging es direkt mit der Zugabe weiter. Aber auch danach wollten die Zuhörer mehr und so gab es noch einen zweiten Nachschlag. Hierbei kletterte Sänger Mathias auf einen Hocker, um endlich auch mal einen Blick auf die hinteren Reihen erhaschen zu können.  Mit stimmgewaltiger Unterstützung des Düsseldorfer Publikums war dann It Happens In Florida ein würdiges Finale eines tollen Auftritts.


Hatten The Burning Hell mein Konzertjahr 2013 würdig verabschiedet, läuteten sie das Konzertjahr 2014 noch grandioser ein; eine Band, die man auch beim nächsten Mal keineswegs verpassen sollte.

Montag, 23. Dezember 2013

The Burning Hell

The Burning Hell

19.12.13 Druckluft, Oberhausen

"You were a Nazi hunter" - mit diesen Zeilen beginnt Grown-Ups, der Opener von People, dem mittlerweile sechsten Album der kanadische Band The Burning Hell, das Ganze musikalisch untermalt von einem fluffigem Indiesound, bei dem ich sofort an Summer Babe von Pavement denken musste. Das ganze Album ist einfach große Klasse, voller skurriler Geschichten, die musikalisch abwechslungsreich (neben Pavement höre ich da u.a. Lou Reed, Adam Green oder The Presidents Of The USA raus) erzählt werden. Umso erstaunlicher, dass die Band bislang ungerechterweise komplett an mir vorbei gegangen ist.  Doch mit dieser Tour wurde das zum Glück anders.

The Burning Hell

Eigentlich sind The Burning Hell das Projekt von Mathias Kom mit bis zu sechs verschiedenen Gastmusikern, doch für diese Tour war er nur mit Klarinettistin Ariel Sharratt als Duo unterwegs. Ich hatte den Auftritt im Druckluft eigentlich schon abgehakt, da ich bis 20 Uhr arbeiten musste und so erst gegen viertel vor zehn dort auflaufen könnte, aber da mir die Leute vom Druckluft auf Anfrage schrieben, dass The Burning Hell zwar keine Vorband hätten, aber wohl erst gegen 21:30 Uhr anfangen würden, machte ich mich doch noch auf den Weg und bereute es nicht.

The Burning Hell

Zu den Klängen von Grown-Ups kam ich im Druckluft an und merkte, dass das Wort Geheimtipp die Band wohl sehr treffend beschreibt, denn es waren keine 20 Besucher da. Doch das schien den beiden Musikern nichts auszumachen, denn sie zeigten sich spiel- und erzählfreudig. So erklärte er z. B., dassder Song  Realists auf einer wahren Begebenheit basiert, dass seine Band samt befreundeter deutscher Vorgruppe in Toronto beinahe mal aus dem Club, in dem sie auftreten sollten, geflogen wären, weil die Deutschen eine Flasche Bourbon Backstage hatten, was in Kanada streng verboten ist.


Nachdem er sich vergewissert hatte, dass keine kanadischen Patrioten anwesend waren, spielte er auch das bislang unveröffentlichte Canadian Flag, ein wunderbarer Ratgeber zu dem Thema, ob man denn die kanadische Flagge verbrennen dürfe. Auch Textzeilen wie "Love, it's like a hurricane, it happens in Florida" (aus It Happens In Florida) sorgten für große Erheiterung. Und hörte ich auf Platte Lou Reed raus (vor allem Barbarians von der People), so wurde ich live in meinem Eindruck bestätigt, coverten The Burning Hell doch I'm Sticking With You, passend zum schrägen Humor also einen der wenigen Songs, die Moe Tucker gesungen hat, weshalb an diesem Abend natürlich Ariel Sharratt den Gesang übernahm.
Aber es ging noch schräger, denn es wurde auch Deutsch gesungen, Container von der befreundeten Band daantje & the golden handwerk, demnächst wohl auch auf einer neuen EP erhältlich.


Nach zwei Zugaben war dann nach etwas mehr als einer Stunde Schluss und der Andrang am Merchandise Stand zeigte, wie sehr den viel zu wenig anwesenden der Abend gefallen hat, denn fast jeder deckte sich anschließend noch mit Vinyl oder Baumwolle ein.
Wer sich jetzt ärgert, etwas verpasst zu haben, hat am 22. Januar 2014 noch Gelegenheit, das Duo in der Düsseldorfer Kassette zu sehen. Ich werde dort definitiv den verpassten Konzertanfang nachholen