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Freitag, 22. April 2011

Snuff

Snuff / Former Cell Mates

21.04.11 Forum, Bielefeld

Oh Bielefeld, du mystischer Ort, du Avalon Ostwestfalens, wer deine Schönheit entdecken will und aus dem Ruhrgebiet mit dem Auto anreist, wird mit Mühsal und Pein gestraft, ehe ihn deine Schönheit entschädigt...
Weniger prosaisch: Stau wegen eines Unfalls in einer Baustelle auf der A2 direkt am Kamener Kreuz und schon braucht man zwei statt nur einer Stunde, um am Forum anzukommen. Wegen des allgemeinen Spaßverbots, genannt Karfreitag, sollte das Konzert schon pünktlich um 20:30 beginnen, so dass wir kurz vor halb zehn davon ausgingen, die Former Cell Mates verpasst zu haben. Doch die drei Engländer spielten noch eine gute halbe Stunde, in Bielefeld scheinen die Uhren also anders zu gehen.
Former Cell Mates sind mit ihrem gerade erschienenen neuen Album Presented As A Work Of Fiction auf kleiner Deutschland-Tour und kreuzten zufällig ihre Wege mit Snuff an diesem Abend. Mit einem ehemaligen Leatherface-Mitglied am Bass und Songs, die an Doctor Bison erinnern, waren sie der perfekte Opener.
Former Cell Mates
Snuff scheinen sich inzwischen eingespielt zu haben, hatten diesmal sogar eine Setlist im Vergleich zum improvisierten Auftritt im Stone vor einer Woche und ein Blick darauf machte klar, dass es erneut eine Ladung Hits geben würde. Das Forum war trotz seiner Größe recht gut gefüllt, bot aber genug Platz, um gemütlich abzutanzen. Doch halt, ein Plakat am Eingang wies direkt darauf hin: "Dies ist ein Konzert, keine Tanzveranstaltung". Doch Bielefeld ignorierte das und feierte für seine Verhältnisse recht euphorisch, ohne allerdings an die rheinische Ausgelassenheit von Düsseldorf ranzukommen. Die Band zeigte sich musikalisch deutlich besser als zum Tourauftakt, man merkte durchaus positiv eine gewisse Routine. So war z. B. inzwischen der Keyboarder aufgetaut und posierte hemmungslos den ganzen Abend herum, während er eine Woche zuvor noch recht schüchtern am Bühnenrand spielte. Nachdem man die Setlist in 55 Minuten abgearbeitet hatte, ging die Band von der Bühne, kam aber doch noch einmal für zwei Stücke, What Kind Of Love und Whatever Happened To The Likely Lads, zurück, ehe dann endlich die Oster-Besinnlichkeit einsetzen konnte.
Snuff
Setlist:
Caught In Session
Walk
Do Nothing
Somehow
Nick Motown
Sweet Dreams
Soul Limbo
Sunny Places
Dicky Trois
Nick Northern
Marbles
B
Bob
Iyehf Taidu Leikh
Night Of The Li's
Too Late
Fuck Off
Arsehole
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What Kind Of Love
Whatever Happened To The Likely Lads

Sonntag, 17. April 2011

Snuff

Snuff / Nimrods

15.04.11 Stone, Düsseldorf

Huch, wo kommen die denn plötzlich her? Das letzte Mal waren Snuff vor gefühlt zehn Jahren auf Tour, hatten sich 2005 aufgelöst, um dann drei Jahre später für vereinzelte Konzerte wieder zusammen zu kommen und nun aus dem Nichts eine kleine Deutschland-Tour mit Auftakt an einem sonnigen Frühlingsfreitag in der Düsseldorfer Altstadt zu spielen.
Den Auftakt machten die coolsten Oberhausener seit Erfindung der Sonnenbrille, die Nimrods. Am zehnten Todestag von Joey Ramone ließen sie mit ihrem schmissigen Poppunk dessen Geist wieder auferstehen getreu ihrem Motto "Drei Akkorde, eine Basssaite und kein Talent". Das ganze wurde untermalt durch aufwändige Pyroeffekte wie Wunderkerzen und so ausgefeilte Posen, wie es der Bierbauch-Ansatz halt zulässt. Das erinnerte an das Chixdiggit-Konzert eine Woche zuvor an gleicher Stelle, zumal die Kanadier auch vor zwei Wochen bei der Release Party anlässlich des neuen Albums der Nimrods im Zentrum Altenberg aufgespielt hatten.
Nimrods
Snuff haben über 20 Jahre Bandgeschichte auf dem Buckel, wirken dabei aber deutlich jünger als der verrostete alte Bully, mit dem sie erst um kurz nach acht am Stone ankamen. Durch die späte Ankunft entfiel der Soundcheck, zudem erkrankten der Posaunist und der Keyboarder und mussten kurzfristig durch Gastmusiker ersetzt werden. Und so wirkte der Opener What Kind Of Love noch unglaublich holprig und ließ für den Rest des Konzerts Schlimmes befürchten. Doch die alten Hasen fingen sich unglaublich schnell, unterstützt von einem feierwilligen Düsseldorfer Publikum, so dass der Auftritt zu einer ausgelassenen Party wurde. Auf Zuruf wurden Hits gespielt und bei zwei Stücken, Martin und I Think We're Alone Now (danke an Michael fürs Filmen), holte man sich einfach Sangeswillige auf die Bühne. Nach knapp 70 Minuten Querschnitt durchs gesamte Repertoire - gespielt wurden u. a. Nick Northern, Too Late, Night Of The Li's, Pixies, Marbles, B - verabschiedete sich die Band mit Arsehole, kam aber noch einmal für eine Zugabe zurück, ehe dann nach Whatever Happened To The Likely Lads endgültig Schluss war.
Einmal mehr erwies sich Düsseldorf als Hochburg für Punkkonzerte und im Juni wartet mit Leatherface im Stone bereits das nächste Highlight.
Snuff