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Dienstag, 24. September 2013

A Place To Bury Strangers

A Place To Bury Strangers / The Lost Rivers

18.09.13 Gleis 22, Münster

A Place To Bury Strangers sind der feuchte Traum eines jeden Ohrstöpsel-Herstellers, hat man doch ohne diese kleinen Hilfsmittel garantiert noch am Tag nach einem Auftritt den Sound der drei Amerikaner im Ohr. Dennoch lohnen sich immer wieder die Konzertbesuche, denn irgendwas ist immer anders.
Aber da wir ahnten, was einen erwartet, hatte die Vorgruppe The Lost Rivers einen schweren Stand bei uns. Zu ähnlich war ihr Sound, verzerrte Gitarren, dunkler Gesang, deutliche Vorlieben für The Jesus & Mary Chain und Joy Division, aber alles eine Spur unausgereifter als beim Hauptact, das trieb uns geradezu vor die Tür auf eine Zigarette.

A Place To Bury Strangers

Der Anlass für A Place To Bury Strangers für diese Tour ist die aktuelle EP Strange Moon, eine Sammlung an Coverversionen von Dead Moon, der Garagenrock-Legende. Dementsprechend begann das Trio gegen 22:15 mit drei kürzeren, schnellen Stücken, darunter Graveyard von der Strange Moon. Der laute, krachige Sound ließ einzelne Songs kaum erkennen, zog dafür wie ein Sog die Zuhörer in Trance. Der akustische Eindruck wurde optisch dabei wieder ebenso effektvoll wie simpel untermalt. Vor zwei Jahren bestand die ganze Beleuchtung nur aus einer Stroboskop-Kugel auf dem Bühnenboden, letztes Jahr in Köln wurde alles in Nebel ertränkt, diesmal gab es mehrere Projektoren, die ihre Lichtkegel kreuz und quer über die Bühne warfen und dabei von dezentem Nebel räumliche Gestalt erhielten, so dass sich der Klangwirbel nahezu manifestierte. Dazu wirbelte vor allem Gitarrist Oliver Ackermann wie ein Derwisch über die Bühne.


Nach dem wilden Anfang wurde mit Ego Death etwas Geschwindigkeit rausgenommen und auch das eigene ältere Material gewürdigt. Nach  einer Dreiviertelstunde wurde dann das ende eingeläutet. Ackermann schnappte sich eine Leuchtstoffröhre, die für die folgenden fast zehn Minuten die einzige Bühnenbeleuchtung sein sollte und während Bass und Schlagzeug für den Rhythmus sorgten, wurde mit dieser Röhre die Gitarre bearbeitet und die Interferenzen sorgten für bizarre Effekte. So entlockten die Lichtpulse der Gitarre im Takt Klänge, ohne diese überhaupt zu berühren.
Ein kurzes Winken aus dem Dunkel der Bühne ins Dunkel des gut gefüllten Gleis 22 und der Spuk war vorbei, wieder ohne Zugabe, die auch absolut fehl am Platze gewesen wäre, denn nach diesem Gewitter war man wieder positiv erschlagen, taub aber zufrieden.

A Place To Bury Strangers

Mittwoch, 18. April 2012

A Place To Bury Strangers

A Place To Bury Strangers

16.04.12 Gebäude 9, Köln

Es soll Leute geben, die empfanden den Auftritt von The Twilight Sad im Gebäude 9 zwei Tage zuvor als laut.  Ihr Unwissenden, nicht umsonst verkauft die Band bei ihrem Merchandise auch Ohrstöpsel.
In froher Erwartung des Hörsturzes, der noch kommen sollte, wurde die Vorgruppe The Sun And The Wolf einfach ignoriert. Kurz nach zehn ging es dann mit Ego Death los. Diverse Projektoren und reichlich Nebel sorgten für die passende Atmosphäre des gut einstündigen Gewitters, das über Köln hereinbrach.


Im Gepäck hatten die drei New Yorker ihre neue EP Onwards To The Wall, auf der sie ihrem Sound in der Tradition der frühen The Jesus & Mary Chain treu bleiben. Live war es nach dem brachialen Auftakt zunächst fast ungewohnt sanft. Zwar schredderte die Gitarre ständig vor sich hin, aber zwei, drei Stücke in einem sehr erträglichen, fast poppigen Rahmen. Doch merklich steigerte sich die Lautstärke, das Feedback nahm zu und da die Band fast komplett auf Ansagen verzichtete, verdichtete sich das Set mal wieder zu einem gigantischen Stück.

A Place To Bury Strangers
Einem Schrei eines Tyrannosaurus Rex gleich heulte manchmal die Gitarre dabei aus den Nebelwänden auf. Wie schon letztes Jahr in Münster kulminierte das Ganze dann bei I Lived My Life To Stand In The Shadow Of Your Heart, das nahtlos in Ocean überging und ein viertelstündiges Finale furioso bildete, nachdem die Band dann nach einer Spielzeit von gut 50 Minuten die Bühne verließ.

A Place To Bury Strangers
Hartnäckig erklatschte sich das Publikum aber sogar noch eine Zugabe, bei der noch einmal die Nebelmaschine alle zu Nothing Will Surprise Me einhüllte. Nach über einer Stunde wankten dann alle erschlagen aber zufrieden in die Nacht.


Mittwoch, 8. Dezember 2010

A Place To Bury Strangers

A Place To Bury Strangers / Balthazar

27.11.10 Gleis 22, Münster

Viele Leute tragen ja Ohrstöpsel bei Konzerten, damit ihr Gehör keinen Schaden nimmt. Für diese Leute gibt es eine Band, die sie als Benchmark-Test heranziehen können: A Place To Bury Strangers, denn sie haben den Ruf, eine der lautesten Livebands zu sein, auch wenn dies auf CD nicht immer so rüberkommt.
Zum Auftakt beschallten die Belgier Balthazar mit ihrem netten, aber doch zu belanglosen Indie-Pop das noch recht leere Gleis, so dass ich mich lieber von der schwarz-gelben Thekenschlampe (lieb gemeint, Dani) für die Niederlage meines Vereins im Borussen-Duell aufziehen ließ.
Bei A Place To Bury Strangers gab es dann akustisch und optisch die volle Dröhnung. Nur von einem seitlich justierten Strobelight illuminiert, sorgte das Trio gleich von Beginn an für einen infernalischen Sound. Es war unglaublich laut, jedoch zum Glück nicht jenseits der Schmerzgrenze, wie es Bob Mould früher mit Sugar teilweise hingekriegt hat. 45 Minuten lang wurde auf störende Kommunikation mit dem Publikum verzichtet, stattdessen wurde nonstop ein Feedback-Feuerwerk nach dem anderen abgebrannt mit dazu passenden Titeln wie Ego Death, To Fix The Gash In Your Head oder Exploding Head. Bei I Lived My Life To Stand In The Shadow Of Your Heart sezierte der Gitarrist dann saitenweise sein Instrument und es klang sogar noch gut dabei. Nach einer Dreiviertelstunde war Schluss, Zugabe gabs keine, aber das war auch absolut nicht nötig, denn besser gings nicht. Absolut erschlagen von dem Auftritt und mit Fiepen in den Ohren gings nach Hause.
Übrigens hatte das Pfeifen am Morgen danach aufgehört, auch wenn ich wie üblich keine Ohrenstöpsel getragen habe, von wegen also "lauteste Band der Welt". ;o)