Bei Facebook läuft gerade wieder so eine Kettenreaktion: Zehn Platten, die meinen Musikgeschmack zu dem gemacht haben, der er heute ist. Eine Platte pro Tag, zehn Tage in Folge. Keine Erklärungen, keine Rezensionen, nur die Cover. Ich habe mich entschlossen, daran teilzunehmen, aber auf meine Art, kompakter, ohne Nominierungen und somit nicht auf zehn beschränkt, es sind dann doch ein Dutzend geworden. In chronologischer Reihenfolge:
Red Guitars - Slow To Fade (1984)
Thomas Wilbrandt - The Electric V. (1984)
The Jesus & Mary Chain - Psychocandy (1985)
Hüsker Dü - Candy Apple Grey (1986)
Phillip Boa & The Voodooclub - Aristocracie (1986)
The Triffids - Born Sandy Devotional (1986)
The Go-Betweens - 16 Lovers Lane (1988)
Pixies - Doolittle (1989)
Therapy? - Babyteeth (1991)
The Disposable Heroes of Hiphoprisy - Hypocrisy Is the Greatest Luxury (1992)
Tortoise - Millions Now Living Will Never Die (1996)
Hier ist der alljährliche Rückblick auf meine besten Konzerte und Alben des vergangenen Jahres.
Doch beginnen möchte ich mit dem beeindruckendsten Augenblick, der sich ansonsten in den Top Ten nicht wiederfindet. Peter Murphy und David J waren 2018 auf Europa-Tour und spielten das erste Bauhaus-Album und weitere Klassiker. Der Auftritt in der Bochumer Christuskirche war schon gut, aber nichts gegen die Show gut zwei Wochen später in London. Fast 5000 Besucher sangen in der Brixton Academy Bela Lugosi's Dead und sorgten im wahrsten Sinnes des Wortes für Gänsehaut.
Beste Konzerte
David Byrne
David Byrne (Berlin - Tempodrom)
Eine perfekte Show, über ein Dutzend Musiker frei beweglich auf einer leeren Bühne, dazu alte Talking Heads-Klassiker und Songs des aktuellen, sehr guten Soloalbums von David Byrne.
Low (Duisburg - Landschaftspark Nord)
Ein Festivalset zur Hälfte mit Songs des neuen, zu dem Zeitpunkt erst in drei Monaten erscheinenden Platte zu bestreiten, schien gewagt. Aber Low gelang es, die schöne Gebläsehalle im Landschaftspark Nord in eine Kathedrale zu verwandeln.
Idles (Düsseldorf - Zakk)
Diese Band ist live ein Erlebnis, eine unglaubliche, positive Energie gepaart mit einer gehörigen Portion Wahnsinn, the shape of punk to come.
Anna von Hauswolff (Köln - Gebäude 9)
Anna von Hauswolff war zuletzt im Vorprogramm der Swans unterwegs und das hört man den neuen Songs an. Veredelt wurde das Konzert vom besten und glasklarsten Sound, den ich je im Gebäude 9 gehört habe.
Superchunk (Berlin - Quasimodo)
Ihr erstes Deutschland-Konzert seit fast 20 Jahren war eine Schweiß treibende Party und schlug den Londoner Auftritt einige Tage zuvor um Längen..
Jamie Stewart (Duisburg - Djäzz)
Ob mit seiner Band Xiu Xiu oder solo, Jamie Stewart ist live ein Erlebnis. Auch solo, nur mit Gitarre und dazu sitzend, strahlte er eine manchmal fast schon beängstigende Intensität aus.
Out Lines (London - The Islington)
Es gab nicht viele Gelegenheiten, das Projekt von The Twilight Sad-Sänger James Graham und Kathryn Joseph mit meinem Lieblingsalbum von 2017 live zu erleben und es war die Reise nach London wert.
Grandbrothers (Münster - Petrikirche)
Klaviermusik mit Elektronik zu verfremden, darauf stehe ich ja (siehe auch Hauschka oder Martin Kohlstedt), die Grandbrothers haben dabei den elegantesten Flow, der live in einer Kirche besonders gut zur Geltung kam.
Jeff Rosenstock / Chris Farren (Köln - Bumann & Sohn)
Wer bei Jeff Rosenstock-Konzerten, zumal bestens aufgewärmt durch seinen Antarctigo Vespucci-Kumpel Chris Farren, nicht gute Laune bekommt und tanzt und mitsingt, ist ein schlechter Mensch
Young Fathers (London - Brixton Academy)
Sie sind gut und sie wissen es und ließen sich für ihre Mischung aus selbstinszenierter Coolness und überschäumenden Spielfreude von der ausverkauften Brixton Academy zu Recht feiern.
Knapp an den Top Ten vorbei, aber dennoch toll waren z. B. Suuns (Köln - Gebäude 9), Turbostaat (Bonn - Bla), Giant Sand (Oberhausen- Druckluft), Moving Targets (Münster - Gleis 22), Big Sexy Noise (Duisburg - Grammatikoff) oder Lysistrata (Düsseldorf - Bachsaal).
Beste Alben
2018 gab es so viele tolle Alben, dass ich in meine Top 20 gleich 25 Platten gepackt habe.
Einleiten möchte ich die Liste aber mit meinem Video des Jahres und da ging im letzten Jahr nichts über This Is America von Childish Gambino.
Low - Double Negative
Ich kann mich nicht erinnern, dass eine Band in ihrem 25. Jahr schon einmal so ein Meisterwerk hingelegt hat, das ihrem Stil einerseits treu bleibt, aber dennoch so radikal ihren Sound erweitert.
Das mit weitem Abstand beste Album des Jahres 2018!
Young Fathers - Cocoa Sugar
Ein tolles Indie-HipHop-Dance-Techno-Soul-Album, fast so gut wie der Vorgänger White Men Are Black Men Too.
Idles - Joy As An Act Of Resistance
Ein Colossus von einem Album.
Ezra Furman - Transangelic Exodus
Leichtfüßiger Indierock, wie er heutzutage kaum noch gemacht wird.
Fucked Up – Dose Your Dreams
Wieder ein Doppelalbum, wieder ein Konzeptalbum, knüpfen Fucked Up an ihr Meisterwerk David Comes To Life von 2011 an..
Suuns - Felt
Hypnotisch wie immer.
Superchunk - What A Time To Be Alive
Ihr politischstes Album bislangund dennoch oder gerade deshalb voller Hits.
Karies - Alice
Das ist Krautrock 2018, beste deutsche Platte des Jahres.
International Music - Die besten Jahre
Während musikalisch verwandte Bands wie Die Heiterkeit zu verkopft wirken, zeichnet International Music aus Essen eine Schrulligkeit aus, die sie so viel angenehmer und erträglicher macht.
Aidan Moffat & RM Hubbert - Here Lies The Body
Aidan Moffat & RM Hubbert - Ghost Stories For Christmas
Aidan Moffat sanfte, aber markante Stimme und dazu RM Hubberts virtuoses Gitarrenspiel waren letztes Jahr auf gleich zwei Alben zu genießen..
The Body - I Have Fought Against It, But I Can’t Any Longer
Der perfekte Soundtrack für deine Albträume
Jeff Rosenstock - Post
Antarctigo Vespucci – Love In The Time Of E-Mail
Ob unter seinem Namen oder mit Chris Farren als Antarctigo Vespucci, Jeff Rosenstock liefert Hits am laufenden Band und verhindert, dass Pop-Punk ein Schimpfwort ist.
Miles Kane - Coup De Grace
Bekannt wurde Miles Kane mit The Last Shadow Puppets, seinem Projekt mit Alex Turner von den Arctic Monkeys. Doch während die Arctic Monkeys so richtig schlecht und langweilig sind, ist Miles Kanes neues Soloalbum überraschend abwechlungsreich und unterhaltsam.
Anna Von Hauswolff - Dead Magic
Der Einfluss der Tour mit den Swans ist unüberhörbar.
Upper Wilds - Mars
Zweites Album des Parts & Labor-Nachfolgers und erneut ein Brett.
Gas - Rausch
Minimal Ambnient-Techno, nicht tanzbar genug, aber auch nicht atmosphärisch genug, aber gerade deshalb gefällt es mir.
Bliss Signal - Bliss Signal
Ambient Black Metal Techno, klingt komisch, ist aber so.
Kathryn Joseph - From When I Wake The Want Is
Speedy Ortiz - Twerp Verse
Sam Vance-Law - Homotopia
Sam Vance-Law ist ein Crooner, Kathryn Joseph hat eine quäkige Stimme, Speedy Ortiz machen gewöhnlichen Indierock, klingt alles nicht besonders aufregend, aber die drei Alben erfinden alle das jeweilige Genre-Rad nicht neu, machen dennoch Spaß und das durchgehend auf Albumlänge, weshalb sie die top 20-Liste abschließen.
Was bringt 2019? A Mote Of Dust bringen ihr zweites Album raus, aber gleichzeitig hat Craig B. damit leider seinen Abschied von der Musik angekündigt. Die Tour (bislang steht nur ein Termin in Münster Anfang April fest) wird natürlich ein Pflichttermin.
Es ist mal wieder Zeit für einen Rückblick auf meine musikalischen Höhepunkte des vergangenen Jahres 2017. Es ist sogar höchste Zeit, schließlich haben wir bereits Februar 2018. Aber da mein Konzertjahr 2018 noch nicht begonnen hat, iste noch nicht zu spät.
Letztes Jahr wurde eine Schallmauer durchbrochen, ich besuchte 100 Konzerte, dementsprechend schwierig war es mal wieder, daraus meine Top Ten zusammenzustellen.
Paisley - Paisley Abbey
Beste Konzerte
Max Richter
Max Richter (Amsterdam - Het Concertgebouw)
Ein fast schon surreales Erlebnis, wenn du nachts um drei Uhr durchs das ehrwürdige Konzerthaus schlenderst und dir Menschen im Schlafanzug begegnen, aber auch musikalisch ein wunderschöner achtstündiger Traum.
Nick Cave & The Bad Seeds (Düsseldorf - Mitsubishi Electric Halle)
Selbst in einer so großen und hässlichen Halle zieht dich Nick Cave in seinen Bann, so unglaublich intensiv ist er immer noch.
Perfume Genius (Köln - Kulturkirche)
Wen du wissen willst, was Bühnenpräsenz ist, dann schau dir Perfume Genius an.
Eine 800 Jahre alte Abtei, dazu das Royal Scottish National Orchestra, da konnte nichts schief gehen.
Xiu Xiu (Köln - Gewölbe)
Jamie Stewart aka Xiu Xiu ist eine Mischung aus Performance-Künstler und "normaler" Musiker, dementsprechend intensiv und kühl zugleich war dieses hervorragende Konzert.
Ben Frost (Essen - Maschinenhaus Zeche Carl)
Die perfekte Mischung aus Licht und Ton.
Wolf Parade (Berlin - Bi Nuu)
Auch wenn mich klassischer Indie-Rock auf Platte längst nicht mehr so begeistert wie früher, war dies das Indierock-Konzert des Jahres, mitreißend, Schweiß treibend, sowohl vor als auch auf der Bühne.
Amanda Palmer & Edward Ka-Spel (Duisburg - Landschaftspark Nord)
Amanda scheibt man mit A wie Ausstrahlung.
Kraftwerk (Düsseldorf - Ehrenhof)
Mein erstes Kraftwerk-Konzert und ich war mehr als positiv überrascht, vor allem der für ein Open Air unglaublich fette, aber dennoch klare Sound war toll.
Friends Of Gas (Bonn - Bla)
Eine der besten neuen, deutschen Postpunk-Bands, die live fast so gut klangen wie auf Platte, wobei das "fast" ausnahmsweise kein Makel ist, denn dafür ist die Musik der Münchner einfach viel zu gut.
Das sind nur die obersten 10%, darüber hinaus gab es noch einige Shows, die es in anderen Jahren locker in meine Top Ten geschafft hätten, z. B. Sophia (London - The Islington & Düsseldorf - Bachsaal), Turbostaat (Dusiburg - Djäzz & Oberhausen - Druckluft), Algiers (Münster - Gleis 22 & Bielefeld - Nr. z.P.), Astronautalis (Münster - Gleis 22 & Dortmund - FZW), Dÿse (Duisburg - Grammatikoff & Osnabrück - Bastard Club) oder Mirrors For Psychic Warfare (Oberhausen - Druckluft).
Beste Alben
Auch bei den Alben war 2017 ein unglaublich dichtes Jahr, daher hab ich lieber meine Top 20 aufgeführt und dafür die Kategorie "Beste Songs" ausgelassen, die besten Lieder finden sich eh auf den besten Platten wieder.
Out Lines - Conflats
James Graham, die Gänsehautstimme von The Twilight Sad, und die Folk-Sängerin Kathryn Joseph ergänzen sich kongenial
Aereogramme - My Heart Has A Wish That You Would Not Go-10th Anniversary Edition
Zehn Jahre ist es nun schon her, dass sich meine Lieblingsband aufgelöst hat und zum Jubiläum hat Iain Cook das finale Album remastered und es hört sich noch besser an. Als quasi Wiederveröffentlichung läuft es außer Konkurrenz, ist aber auch konkurrenzlos gut.
EMA - Exile In The Outer Ring
Eine düstere Bestandsaufnahme mit dem heutigen Amerika.
Perfume Genius - No Shape
Sein vielleicht bislang bestes Album, Theatralik und Drama galore.
Upper Wilds - Guitar Module 2017
Parts & Labor gibt es schon länger nicht mehr, aber nun macht Dan Friel genau da weiter, wo seine alte Band vor sechs Jahren aufhörte.
Xiu Xiu - Forget
Mal wieder ein "normales" Album, keine Homage wie Plays The Music Of Twin Peaks, kein experimenteller Krach, sondern richtige Songs, aber natürlich schräg und dennoch schön.
Laibach - Also Sprach Zarathustra
Nietzsche vertont in einem düsteren, teils brachialen Industrial-Gewand, so gut klangen Laibach schon lange nicht mehr.
Algiers - The Underside Of Power
Algiers halten das sehr hohe Niveau ihres Debütalbums auch auf ihrem Zweitling..
Grandbrothers - Open
Klaviermusik mit elektronischen Effekten aufgepeppt, das klingt spannender und interessanter und abwechslungsreicher, als es sich liest.
Ben Frost - The Centre Cannot Hold
Zwar nicht so überragend wie Aurora, aber das klingt immer noch verstörend und dabei schön genug, wäre eigentlich der ideale Soundtrack für Blade Runner 20149 gewesen.
Mogwai - Every Country's Sun
Die Glasgower verfeinern und perfektionieren ihren Sound immer weiter, zwar mit weniger Gitarrenwänden als früher, aber dafür mit Landschafts-Lautmalerei in Cinemascope.
Kettcar - Ich vs. Wir
Das vielleicht nicht beste, aber wichtigste deutschsprachige Album des Jahres mit dem definitiv besten und wichtigsten deutschsprachigen Song der letzten Jahre: Sommer '89 (Er schnitt Löcher in den Zaun).
Hauschka - What If
siehe Grandbrothers
Wolf Parade - Cry Cry Cry
Nach sieben Jahren ein neues Album, klassischer Indierock mit mehr Energie als die ganzen Jungspunde.
Call Me Mary - Spat Out, Still Hungry
Support your local.scene, aber Call Me Mary stehen in dieser Liste nicht, weil sie aus Dortmund kommen, sondern weil sie einfach gut sind.
Idles - Brutalism
Der Titel ist Programm, eine Dampfwalze von einem Album.
EA 80 - Definitiv: Ja!
Nach gut sechs Jahren endlich der Nachfolger zu Definitiv: Nein! und auch nach über 35 Jahren Bandgeschichte schaffen sie es immer noch, dass ich mich auf neue Musik von ihnen freue.
Blanck Mass - World Eater
Ein fettes Album im Stile von Health, zu rockig, um es Big Beat zu nennen, zu elektronisch, um es Rock zu nennen.
Do Make Say Think - Stubborn Persistent Illusions
Das beste Post-Rock-Album des Jahres
Lemuria - Recreational Hate
Gute-Laune-Musik, nicht mehr, nicht weniger.
Als wäre eine top 20 nicht umfangreich genug, gibt es aber noch mehr Alben aus dem letzten Jahr, die eine Erwähnung und ein Anhören verdienen, z. B. Max Richter - Three Worlds: Music from Woolf Works, Vagabon - Infinite Worlds, Post War Glamour Girls - Swan Songs, The Afghan Whigs - In Spades, Amanda Palmer & Edward Ka-Spel – I Can Spin A Rainbow, Roger Waters - Is This The Life We Really Want, Dale Cooper Quartet & The Dictaphones - Astrild Astrild, LCD Soundsystem - American Dream, Lea Porcelain - Hymns To The Night, Waxahatchee - Out In The Storm, Dälek - Endangered Philosophies, Belgrad - Belgrad, Phoebe Bridgers - Stranger In The Alps, Arcane Roots - Melancholia Hymns, Fjort - Couleur und Bdy_Prts - Fly Invisible Hero
Worauf freue ich mich 2018? An Neujahr erschien bereits ein neues, wieder sehr gutes Album von Jeff Rosenstock, ich erwarte außerdem viel von Listener, Suuns und Superchunk.
Konzerttechnisch freue ich mich jetzt schon auf Out Lines (Mitte Februar in London) und Superchunk (endlich mal wieder in Deutschland, Anfang Juni in Berlin).
Der musikalische Rückblick auf 2016, das Jahr im Zeichen des Todes so vieler bedeutender Künstler wie selten zuvor. Vor allem die Abschiede von David Bowie und Prince taten weh. Ich kann mich glücklich schätzen, beide live gesehen zu haben, Prince 1988 in der Dortmunder Westfalenhalle und Bowie sogar stolze dreizehn Mal, angefangen mit der Sound+Vision Tour 1990 (ebenfalls in der Westfalenhalle) bis hin zu seinem allerletzten kompletten Solo-Auftritt beim Hurricane Festival 2004, wobei vor allem die Tin Machine Shows in der Londoner Brixton Academy 1991 und die Show im Kölner E-Werk 2002 in besonderer Erinnerung bleiben, letzteres sogar zu meinen Top 3-Konzerten aller Zeiten zählt.
So ein spektakuläres Konzert war unter den 85 von mir besuchten des Jahres 2016 zwar nicht dabei, aber es fanden sich ausreichend Highlights für eine geschmackvolle Bestenliste.
Glasgow - Barrowland Ballroom
Beste Konzerte
Jherek Bischoff
Jherek Bischoff (Köln- Britney)
Es ist schön, wenn das persönliche Album des Jahres auch live so zu überzeugen wusste.
Arab Strap (Glasgow - Barrowland Ballroom)
Triumphales Heimspiel für die Glasgower Indie-Legenden auf ihrer kurzen Reunion-Tour.
Jeff Rosenstock (Münster - Café Lorenz)
Was für ein Energiebündel und der mit Abstand Beste derzeit im Punkrock
Julien Baker (Dortmund - HEJ Store)
Die zierliche Frau mit der großen Stimme verzauberte den proppevollen Innenhof des HEJ Store.
Troy Von Balthazar (Berlin - Monarch)
Ein Mann und seine Gitarre bedeutet nicht immer gefühlsduseliges Singer-/Songwritertum.
The Notwist (Düsseldorf - Zakk)
Sie spielten u.a. die komplette Neon Golden bewiesen, dass sie die mit Abstand beste Indieband Deutschlands sind.
Tom Adams (Oelde - Kulturgut Haus Nottbeck)
Der Münsteraner Konzertreihe AV Picknick, die letztes Jahr auch mein Konzert des Jahres mit A Winged Victory For The Sullen veranstaltete, überzeugte wieder mit toller Musik mit kongenialer optischer Untermalung in einer ungewöhnlichen Location.
Moonface & Siinai (Berlin - Acud)
Mein Lieblingsprojekt von Spencer Krug (Wolf Parade, Sunset Rubdown)
A Mote Of Dust (Münster - Fachwerk Gievenbeck & Leipzig - die naTo)
Aus der fast komplett mitgemachten Tour ragten der Abschluss in Münster und das Konzert in Leipzig heraus.
Xiu Xiu (Duisburg - Grammatikoff)
Wenn einer die Musik zu David Lynchs Twin Peaks perfekt umsetzen kann, dann ist es Jamie Stewart.
Das waren nur 11 von 85 Konzerten. Weitere ebenfalls sehr, sehr gute Shows sah ich 2016 z. B. von Sophia (Köln - Stadtgarten), Sunn O))) (Bochum - Jahrhunderthalle), Swans (Wiesbaden - Schlachthof), Therapy? (Düsseldorf- Stone), aniYo kore (Dortmund - Rekorder), Suuns (Köln - Luxor) und Brookland (Dortmund - am Strich).
Beste Alben
Bei den Alben des Jahres gab es wie im Vorjahr einen Sieger mit großem Abstand, was allerdings die übrigen Favoriten keineswegs zu schlechten Platten macht..
Jherek Bischoff - Cistern
Neo-Klassik, die man gerade im Fall des herausragenden Titelstücks auch als klassischen Post-Rock bezeichnen kann.
Jeff Rosenstock - Worry
Nur gut ein Jahr nach dem schon tollen We Cool? übertraf Rosenstock sich noch einmal und ließ 2016 die wahrlich alles andere als schlechten Alben von alten Helden wie No FX und Descendents locker hinter sich.
Nick Cave & The Bad Seeds - Skeleton Tree
Nick Cave verarbeitete den Tod seines Sohnes in beeindruckend trauriger Schönheit.
David Bowie - Blackstar
Nur zwei Tage nach Veröffentlichung des Albums an seinem 69. Geburtstag verstarb Bowie und lieferte so die Erklärung für sein kryptisches Album, es war sein eigener Abgesang.
Orson Hentschel - Feed The Tape
Ein tolles Elektronik-Album aus dem Hause Denovali.
The Notwist - Superheroes, Ghostvillains + Stuff
Ein Live-Album, das den Ausnahmestatus von The Notwist unterrmauert, so frisch und unverbraucht klingen die Songs.
Friends Of Gas - Fatal Schwach
Der Sound vom Berlin der 80er trifft auf Boston der 90er und das von einer Münchner Band.
Anna Meredith - Varmints
Das schottische Album des Jahres 2016 wäre fast an mir vorbei gegangen, dabei ist es eine tolle Mischung aus Elektronik und Neo-Klassik
United Fruit - Eternal Return
Die Glasgower Noiserock-Band begab sich auf den ...Trail Of Dead und wurde poppig wie nie aber damit auch besser als je zuvor.
The Body - Nobody Deserves Happiness
Lange war für mich Guidance von Russian Circles das Postrock-Album des Jahres, aber dann entdeckte ich diesen Brocken.
Ebenfalls sehr, sehr gut und hörenswert sind u. a. Sophia - As We Make Our Way (Unknown Harbours), Troy Von Balthazar - Knights Of Something, Moonface & Siinai - My Best Human Face, Russian Circkes - Guidance, PJ Harvey - The Hope Six Demolition Project, Xiu Xiu - Plays The Music Of Twin Peaks, Suuns - Hold/Still, A Winged Victory For The Sullen - Iris, Adam Stafford - Taser Revolution, Tom Adams - Voyages By Starlight EP, Lulu & die Einhornfarm - Ihr seid alle Scheiße.
Außerdem muss ich noch zwei besondere Alben erwähnen: Die Heiterkeit - Pop & Tod I+II. ein Doppelalbum mit der Sogwirkung eines schlimmen Autounfalls: ich warte Stück um Stück auf die brechende Ironie, die die furchtbaren Texte, die auch noch im Stil der nicht minder furchtbaren Nico getragen vorgetragen werden, erträglich macht, aber es bleibt dabei, sich beim Begaffen einer Tragödie zu ertappen und schlecht zu fühlen.
Und zu ihrem Pech erschien Betontod - Revolution erst vor wenigen Tagen in diesem Jahr, so dass der Titel "Schlechtestes Album 2017" bereits jetzt konkurrenzlos vergeben ist, der Titel 2016 der Heiterkeit aber nicht mehr zu nehmen war. Dennoch seien hiermit alle gewarnt vor Betontod, die Böhse Onkelz-Musik für kleine Antifa-Kiddies machen und dabei alle Klischees so gnadenlos ausweiden, dass eine Mallorca-Party mit dem Wendler wie ein ergreifendes Sinfonie-Konzert wirkt.
Beste Songs Zum Abschluss aber noch einmal einige weitere Top-Tracks des letzten Jahres
Astronautalis - Sike!
Sein fettester Track bislang
The Avalanches - Frankie Sinatra
Mein Sommerhit
The Pack A.D. - Yes, I Know
Jon Spencer ist ein kanadisches Frauenduo.
Minor Victories - Scattered Ashes (Song For Richard)
Dank der Stimme von James Graham (The Twilight Sad) eine wunderbare, dunkle Hymne.
A Tribe Called Quest - We The People...
Die gute Seite des Hip Hop ist zurück, überzeugende neue Alben von A Tribe Called Quest, De La Soul und Run The Jewels
Worauf freue ich mich 2017? Es wird ein neues Album (im Februar) samt Tour (im Mai) von Xiu Xiu geben und ich bin mir verdammt sicher, dass es am Ende des Jahres ganz weit vorn in meiner Bestenliste stehen wird.
Wovon träume ich 2017? Zehn Jahre nach dem Ende von Aereogramme wäre es doch an der Zeit für eine kleine Reunion, so wie es Arab Strap gemacht haben.
Wieder einmal ist es Zeit für den musikalischen Jahresrückblick. 2014 waren es bei mir 87 Konzerte gewesen und ich schrieb damals, "die Fülle hat sich einfach so ergeben, ohne hier nach Rekorden streben zu wollen. Der Hauptgrund dürfte vor der Haustür liegen, denn allein 35 Konzerte habe ich in Dortmund gesehen, ein Beleg dafür, dass in der Stadt mehr los ist als in den Jahren zuvor" Ich gelobte Besserung, endlich wieder Berichte zu schreiben und alles nachzuholen. Nun, diesen guten Vorsatz übernehme ich einfach mal ins neue Jahr 2016, denn auch letztes Jahr wurde nichts daraus. Diesmal waren es sogar 89 Konzerte, davon 41 in Dortmund, die Zeit ist also weiterhin viel zu knapp bemessen, um alles gerecht zu würdigen.
Im folgenden wieder meine Highlights des abgelaufenen Musikjahres, wie immer schweren Herzens aus der Fülle der besuchten Konzerte und Veröffentlichungen ausgewählt..
London - The Courtyard Theatre
Beste Konzerte
A Winged Victory For The Sullen (Münster - Jugendkirche effata[!])
Wunderschöne Musik in einem perfekten Ambiente.
Therapy? (Düsseldorf - Haus der Jugend)
Eines der besten Therapy?-Konzerte der letzten Jahre mit unglaublich viel Energie auf und vor der Bühne.
Mac McCaughan (London - The Courtyard Theatre)
Der Superchunk-Sänger diesmal solo, und natürlich wieder nicht in Deutschland unterwegs, aber für die ganzen Hits ist kein Weg zu weit..
FFS (Köln - Gloria)
Franz Ferdinand zusammen mit den Sparks, das war eine einzige Party.
Zola Jesus (Prag - MeetFactory)
Live überraschend hart und druckvoll.
Tour Of Tours (Essen - Zeche Carl)
Fast ein Dutzend Musiker aus fünf verschiedenen Bands machen einfach mal was zusammen und übertrugen ihre Spielfreude mühelos aufs Publikum.
The Robocop Kraus (Dortmund - Sissikingkong)
Immer noch so gut wie vor Jahren.
Swans (Dortmund - FZW)
Auch wenn ich diesmal auf die 150 Minuten Inferno vorbereitet war, packten sie mich erneut
The World/Inferno Friendship Society (Oberhausen - Druckluft)
P-A-R-T-Y!!!.
The Twilight Sad (Köln - Gebäude 9)
Diese Stimme...
Nur zehn Konzerte aus 89 besuchten auszuwählen bedeutet, Live-Auftritte unter ferner liefen einzuordnen, die dennoch toll waren. In diese Kategoerie fielen 2015 z. B. die Auftritte von Paper Beat Scissors (Duisburg - Steinbruch), The Phantom Band (Köln - Blue Shell), aniYo kore (Dortmund - Rekorder und Dormund - Oma Doris), Sisterkingkong (Dortmund - Subrosa), Electric Six (Essen - Turock), Franz Nicolay (Dortmund - FZW), Son Lux (Köln - Yuca), Faith No More (Berlin - Zitadelle Spandau) oder Timber Timbre (Düsseldorf - Zakk).
Beste Alben
Bei den Alben des Jahres gab es diesmal einen Sieger mit großem Abstand, was allerdings die übrigen Favoriten keineswegs zu schlechten Platten macht..
Algiers - Algiers
Gospel-Post-Punk-Soul, eine politische Botschaft und eine unglaubliche Stimme.
Courtney Barnett - Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit
Textzeilen wie Put me on a pedestal and I'll only disappoint you sind unbegründet, das Album erfüllt alle Erwartungen.
A Mote Of Dust - A Mote Of Dust
Craig B. geht den musikalischen Weg von Aereogramme zu The Unwinding Hours weiter und ist nun solo als A Mote Of Dust angekommen bei schlichter Schönheit.
Health - Death Magic
Brachialer Elektropop
Mac McCaughan - Non-Believers
Solo mit einem angenehmen Hauch 80er, aber dennoch einem Haufen Superchunk-Melodien.
Guy Garvey - Courting The Squall
Solo überrascht der Elbow-Sänger mit jazzigen Elementen und übertrifft so das letzte Album seiner Hauptband um Längen.
aniYo kore - Tally Sticks
This is Dortmund, not Bristol.
Desaparecidos - Payola
Klassischer Indie-Rock ist nicht tot
FFS - FFS
Von wegen This town ain't big enough for bopth of us, gelungenste Kollaboration seit langem.
Jeff Rosenstock - We Cool
Es klingt wie J Church und damit schafft der ehemalige Bomb The Music Industry-Frontmann das Punkalbum des Jahres.
Ebenfalls sehr, sehr gut und hörenswert sind u. a. The World Is A Beautiful Place And I Am No Longer Afraid To Die - Harmlessness, Mercury Rev- The Light In You, Viet Cong - Viet Cong, Great Cynics - I Feel Weird, Fidlar - Too, Beach Slang - The Things We Do To Find People Who Feel Like Us, Waxahatchee - Ivy Tripp, Paper Beat Scissors - Go On, Chelsea Wolfe - Abyss, Martin Gore - MG, Laura Stevenson - Cocksure, Mas Ysa - Seraph, Vennart - The Demon Joke, The Soft Moon - Deeper, Son Lux - Bones.
Außerdem noch zwei besondere Alben, die man eigentlich nicht am Stück hören kann, aber dennoch erwähnt werden müssen: Kamasi Washington - The Epic.(sein erstes offizielles Album und dann gleich ein dreistündiges Epos als Triple-CD, teils cinemascoper Jazz) und Max Richter - Sleep (ebenfalls ein Epos, acht Stunden schöne Ambient-Musik, als Musik zum Schlafen gedacht, aber auch wach goutierbar)
Beste Songs Im Gegensatz zu früheren Jahren nur Stücke, die als EPs/Singles veröffentlicht wurden
United Fruit - Nightmare Recovery
Glasgower Noiserock auf den Spuren Trail Of Deads
Iron Chic - Ys
Wenigstens eine Single verkürzte das Warten auf ein neues Album
The Twilight Sad (feat. Robert Smith) - There's A Girl In The Corner
Eigentlich ein Dokument des Scheitern Robert Smiths im Vergleich zu James Graham, aber dennoch...
Racing Glaciers - What I Saw
Umwerfend im Vorprogramm der Dodos, 2016 hoffentlich mit dem ersten Album wieder am Start
The Prodigy feat. Sleaford Mods - Ibiza
Fett!
Und 2016? Das Jahr beginnt gleich im Januar mit einer kleinen Deutschlandreise, da A Mote Of Dust das erste Mal auf Tour sein werden. Ob da Zeit bleibt, endlich mal wieder Berichte zu schreiben...