Sonntag, 30. Oktober 2011

Take A Worm For A Walk Week

Take A Worm For A Walk Week / Pornophon

29.10.11 Wem gehört die Welt, Köln

Abgedrehter Noiserock live in Köln, das garantiert ein ausverkauftes Haus...zumindest bei den Melvins im Gebäude 9.Doch es ging stattdessen zu den Glasgowern Take A Worm For A Walk Week im Wem gehört die Welt und da war es gemütlich überschaubar.
Take A Worm For A Walk Week gibt es bereits seit über sechs Jahren und haben bereits drei Alben veröffentlicht. aber da die einzelnen Mitglieder noch in zahlreichen anderen Bands aktiv sind, ist es zur Zeit nicht mehr als ein Nebenprojekt. So trommelt z. B. Schlagzeuger Jonny Scott auch noch bei The Unwinding Hours und den Olympic Swimmers und zur Zeit auch manchmal live bei The Kills, während Gitarrist Johnny Docherty auch noch Bass bei The Twilight Sad spielt. Sänger Joe Quimby hingegen ist Glasgows führender Burrito-Experte und betreibt hierzu einen weltweit beachteten Blog.
Für gerade einmal zwei Konzerte kamen die Schotten nun nach Deutschland und spielten zusammen mit den Ulmer Pornophon zusammen im Wem gehört die Welt in Köln. Wo? Ich dachte eigentlich, ich sei ein erfahrener Konzerthase und würde gerade in einer Stadt wie Köln so ziemlich alle Veranstaltungsorte kennen. Von diesem Club aber hatte ich vorher noch nichts gehört. Google verriet mir, dass der Laden zum Bauwagenplatz an der Krefelder Straße gehört, der bereits seit über 15 Jahren existiert. Einfach mal durch das Gittertor eingetreten, weisen den Besucher rote Lichter den Weg zu der kleinen Holzhütte, in der das Konzert stattfindet. Es herrschte eine freundliche, unglaublich entspannte Atmosphäre, ein Lagerfeuer beleuchtete zusätzlich den Platz vor dem Wem gehört die Welt. Da es noch nicht losgeht, vertrieb man sich die Zeit beim Bierchen und konnte so auch mal das idyllische Klo austesten, eine Pinkelrinne am Zaun mit blick auf die dahinter gelegene Schnellstraße.

Pornophon
Gegen 21:45 fingen Pornophon an mit klassischem Hardcore. Erinnerten mich die Hörproben auf ihrer Facebook-Seite vom Gesang her abschreckenderweise an James Hetfield, bestätigten sie diesen Eindruck live zum Glück nicht.
Pornophon hatten bereits am Abend zuvor in Ulm mit Take A Worm For A Walk Week gespielt und gefeiert. Dabei hinterließ der manchmal sehr abstruse Humor der Schotten wohl mächtig Eindruck. So entstand während einer der Touren von The Unwinding Hours als eine Art Running Gag die Legende vom Schneckenhund (von den Schotten auch deutsch ausgesprochen). Und von diesen Erzählungen inspiriert wurde erstmals ein Phantombild dieses Fabelwesens gezeichnet und zwar von einem der Jungs von Pornophon.

Der legendäre Schneckenhund
Eine weitere Folge des Vorabends war ein gewisser Kater, den die trinkfesten Schotten einfach mit mehr Alkohol bekämpften. Vor allem Sänger Joe Quimby wirkte schon vor dem Auftritt ziemlich angeschlagen. Um elf standen dann die vier Würmer, heute verstärkt durch Simon Liddell von den Olympic Swimmers am Keyboard, "auf" der ebenerdigen Bühne und legten mit These Luscious Things los. Und direkt beim ersten Song killte Schlagzeuger Jonny Scott seine Snare. Nach kurzer technischer Pause wurde der Exitus diagnostiziert, einmal kurz mit den Achseln gezuckt und weiter gerockt.  Trotz oder gerade wegen seines Alkoholkonsums wurde dabei Joe Quimby zur unwiderstehlichen Rampensau, der mit glasigen Augen ständig neue Posen raushaute und zwischen den Stücken obszöne Ansagen lallte.


Musikalisch wurden Songs von allen drei Alben gespielt, wobei die früheren Stücke etwas langsamer arrangiert waren, um mit den Tracks vom aktuellen Album wie aus einem Guss zu wirken. Die Musiker spielten die doch zum Teil sehr frickeligen Parts souverän und auch der Sound war in dieser kleinen Hütte erstaunlich gut, deutlich besser als in manch professionellem Club. Nach gut 50 Minuten war Schluss und die gut 30 Besucher zufrieden.

Take A Worm For A Walk Week
Die Band selber war wegen der technischen Probleme nicht ganz so glücklich mit dem Auftritt, aber selbst so war es mehr als beeindruckend.


Kommentare:

  1. ich find james hetfield jetzt gar nicht so schlecht...

    mehr fotos vom abend auch auf:

    http://www.pornophon.net

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  2. feiner blog. nicht immer musik meiner präferenz, aber die berichte lesen sich prima.

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