Sonntag, 13. Mai 2012

A Whisper In The Noise

A Whisper In The Noise / L'Oeillère

12.05.12 Aetherblissement, Köln

Immer diese Entscheidungen. Eigentlich wollte ich mir ja The Lemonheads im Luxor anschauen und tags drauf A Whisper In The Noise in Münster. Aber da sonntags ja eine örtliche Kickertruppe zum Trachtenumzug aufgerufen hatte und so Abfahrt und Rückkehr von und nach Dortmund zu einer Love Parade werden konnten, entschied ich mich, A Whisper In The Noise in Köln zu sehen, zumal The Lemonheads zwar It's A Shame About Ray komplett spielen sollten, dies aber eigentlich auf den doch recht zahlreichen Touren von Evan Dando in den letzten Jahren, egal ob er solo oder mit Band unterwegs war, eh passiert war, fiel das Los auf einen gemütlichen Abend in Köln-Ehrenfeld.
Während ich auf dem Weg zum Aetherblissement einen Blick in den proppevollen Innenhof der Live Music Hall werfen konnte, wo die Donots ihr furchtbares, neues Album live präsentierten (scheinbar teilen einige meine Meinung, denn das Konzert wurde aus dem doppelt so großen E-Werk dorthin verlegt), herrschte in dem mit 100 Leuten bereits überfüllten Club noch gähnende Leere. Scheinbar taten die vier Jahre Pause seit der letzten Deutschland-Tour der Bekanntheit von A Whisper In The Noise nicht gut.

L'Oeillère

Um halb zehn wurde dann vor gut 20 Anwesenden der Abend musikalisch vom in Brüssel lebenden Franzosen Nicolas Gadrat aka L'Oeillère eröffnet. Er spielte recht virtuos auf seiner Gitarre, wechselte dabei zwischen experimentellen Passagen und eingängigem Geschrammel und das alles teils mehrmals in einzelnen Stücken, die auch mal gerne etwas länger dauerten. Das ist definitiv keine Musik zum Entspannen auf dem Sofa, aber dennoch unglaublich interessant. Die Anwesenden lauschten jedenfalls gebannt, so dass es angenehm mucksmäuschenstill bei Gadrats Auftritt war, selbst die Thekencrew traute sich nicht, das Geschirr und die Flaschen unter dem sonst üblichen Geklirre wegzuräumen.


Danach traten die zum Duo geschrumpften A Whisper In The Noise dann auf die kleine Bühne. Nach dem Erfolg von Dry Land (immerhin damals Platte des Monats in der VISIONS) entließ Flüsterkopf West Thordson seine Mitstreiter und nahm in den folgenden Jahren fast im Alleingang das neue Album To Forget auf, nur von der Geigerin Sonya Larson. Dementsprechend wurde der Sound noch trauriger, ja fast sakraler, da Schlagzeug und Gitarre noch mehr in den Hintergrund gedrängt wurden. Live bediente Thordson fast nur Keyboards, setzte gelegentlich E-Drums ein und griff nur bei älteren Stücken mal zur Gitarre, die aber auch hier nur sanft klang und somit keine knarzenden Ausbrüche wie z. B. in Sons mehr zuließ.


A Whisper In The Noise schafften es aber dennoch mühelos, eine so dichte Atmosphäre zu erzeugen. unterstützt vom spärlichen, aber effektiven Licht, das die Flohmarktdekoration an den Wänden des Fuchsbaus zu einem fast gespenstischen Bühnenbild werden ließ. Wie bei L'Oeillère herrschte andächtige Stille und auch der Sound war in dem sonst für laute Klänge berüchtigten Garagenclub angenehm klar und leise, auch wenn der Soundmensch.einige Feedbackpatzer einbaute.

A Whisper In The Noise
Nach gut einer Stunde verabschiedete sich das Duo, ließ sich aber zu einer Zugabe überreden und beendete mit As We Were ein beeindruckendes Set.und bestätigte mich darin, sie an diesem Abend den Lemonheads vorgezogen zu haben.


Kommentare:

  1. Danke für den Bericht - freue mich auf das Konzert gleich in Duisburg.

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  2. http://konzerttagebuch.blogspot.de/2012/05/whisper-in-noise-nils-frahm-greg-haines.html

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