Sonntag, 15. Juni 2014

Gallon Drunk

Gallon Drunk / Dazzle Ships

07.06.14 King Georg, Köln

Aller guten Dinge sind drei. Dreimal habe ich dieses Jahr bereits Thalia Zedek und Dÿse live gesehen und nach den zwei wunderbaren Auftritten in Münster und Krefeld Anfang April war es nur logisch, sich Gallon Drunk auch noch ein drittes Mal anzuschauen.
Gegen 20:15 begann die Kölner Vorgruppe Dazzle Ships und sorgte bei mir für leichte Verwunderung. Beide Gallon Drunk-Konzerte im April hatten jeweils gut 80 Minuten gedauert und im King Georg ist normalerweise gegen zehn Schluss mit lauter Live-Musik, also bedeutete eine Vorband ein deutlich kürzeres Set für den Haupz-Act.

Gallon Drunk
Und dann spielten Dazzle Ships auch noch fast eine Dreiviertelstunde. Ihre Musik klang nicht schlecht, angeschrägter Indierock mit netter Elektronik-Unterstützung, aber dafür war ich nicht nach Köln gefahren.
Aber ohne Dazzle Ships hätte ich gar nicht ins King Georg fahren brauchen, denn wie ich später erfuhr, reisten Gallon Drunk nur mit dem nötigsten Gepäck an, also ohne Backline und Drumkit, da sie eigentlich nur für den Auftritt beim Orange Blossom Special tags drauf nach Deutschland kamen und daher nachmittags erst in Köln mit dem Flieger landeten und am nächsten Tag mit dem Zug weiter nach Beverungen fuhren.
Los ging es wieder mit Before The Fire und ich hatte wieder den Eindruck, dass dieser Opener einfach perfekt war, um die Band in die richtige Stimmung zu versetzen. Ruhig beginnend steigerte sich das Stück konstant über zehn Minuten und am Ende waren James Johnston und Co. wieder im Rockmodus.
Das King Georg war gut, aber angenehm gefüllt, es war sogar genug Platz für manche zum expressiven Tanzen. Die Band rollte wie eine gut geölte Dampfwalze durch ihr Set und auch die nicht vorhandene Bühne und die dadurch größere Nähe zum Publikum hielt Gitarrist James nicht vom ausgiebigen Posen ab.
Kurz vor zehn fragte er Richtung Theke, wie viel Zeit sie denn noch hätten und bekam sechs Minuten genannt. Das reichte noch für The Speed Of Fear, aber statt der sechsminütigen Albumversion wurde wieder eine finale Viertelstunde mit allem geboten, was mich schon im April umgehauen hatte. James wanderte etwas durch Publikum, hing seine Gitarre kurz mal einem Zuschauer um und ließ ihn etwas schrammeln, bevor er selber die Decke mit seinem Instrument bearbeitete.

Gallon Drunk

Da das Set zwangsweise kürzer war als normal, kam Köln natürlich nicht an die Shows im Gleis 22 oder der Kulturrampe heran, nichtsdestotrotz schafften es Gallon Drunk wieder mühelos, alle Besucher zu begeistern. Veranstalter Jan stand anschließend vor seinem King Georg und war immer noch hin und weg von diesem Konzert und sagte zu Bekannten, wie froh er sei, dass er es hinbekommen hatte, diese Band zu buchen.
Und sollte sich die Gelegenheit bieten, werde ich mir die Band auch noch ein fünftes Mal oder noch öfter ansehen, denn von Gallon Drunk sollte man nie genug bekommen.

Kommentare:

  1. Was'n toller Bericht! Kommt Stimmung auf...Gut zu hören, dass sie wieder alle umgehauen haben und auch der Veranstalter von King Georg zum Fan bekehrt wurde.
    Mit der Hitze war ja ein bisschen unglücklich, aber die Vorstellung von den 4 Rock-Göttern im Zug ist trotzdem irgendwie gutes Kopfkino. Das romantisiert doch gleich die langwierige eigene Anreise zum OrangeBlossom. Habe sie auch in Berlin und Hamburg gesehen, und doch denkt man dann, dass es ein halbes Verbrechen wäre, Gallon Drunk bei Gelegenheit nicht live zu sehen.
    Da man ja aber nicht überall sein kann, ist es dann entzückend einen solchen Bericht nachlesen zu können. Vielen Dank!

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    1. Vielen Dank für die netten Worte. Auch wenn ihr Comeback ja eigentlich schon 2012 war, habe ich sie erst letztes Jahr mit Big Sexy Noise wiederentdeckt, und von daher sind Gallon Drunk für mich jetzt schon das Comeback des Jahres.

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